Randale bei ADO Den Haag
von Falk MadejaAls Jard und ich am Sonntag das flotte Spiel Ajax Amsterdam gegen den FC Twente Enschede (1:1) machte mir die begeisterte Jard (8) den Vorschlag: „Papa, lass uns doch einfach jedes Spiel von Ajax ansehen, ich meine, wenn du da bist.“ Wir sehen uns alle 2 Wochen. Gute Idee. Diese Woche will sie ihre neue Ajax-Kappe in die Schule mitnehmen.
In dem Moment, als wir die Amsterdam Arena verlassen, werden noch die anderen Ergebnisse eingeblendet. ADO Den Haag – Vitesse Arnheim 0:3. Erst zuhause erfahre ich, dass sich bei dem Spiel ein Drama abgespielt hat. In der 63. Minute stürmten so um die 100 sogenannte ADO-Fans auf den Rasen – der Zwischenstand hatte die Tabellensituation von ADO, Letzter, natürlich nicht verbessert. Schon am Samstag, als ADO trainierte, hatte einige der Uultra-Bekloppten das Trainingsfeld gestürmt – und selbst am Tag nach dem Abbruch tauchten die aggressiven Typen beim Trainer Frans Adelaar zu Hause in Ijsselstein auf. Das Algemeen Dagblad berichtet, dass dabei „menschen-entehrende“ Äusserungen gefallen seien – und während des Spiels wurde offenbar die Familie des Trainers beschimpft und bedroht. Er trat daraufhin zurück.
Dem Club geht es jetzt ans Leder. Der Shirtsponsor DSW, eine Versicherung, kündigte an, dass der DSW-Schiftzug von den ADO-Trikots entfernt werden solle. „Der Sponsor-Vertrag hat für uns nur noch negativen Wert“, erklärte DSW-Direktor Chris Oomen. Der Vertrag läuft allerdings noch bis 2008 – und werde respektiert. „Aber wenn die Sache noch einmal aus der Hand läuft, stoppen wir sofort.“
Übrigens bekommt der Club im kommenden Jahr ein neues Stadion, für 15.000 Zuschauer am Prinz Claus-Plein. Da sollen die Sicherheitsvorkehrungen viel besser sein. Bin mal gespannt, ob die verbale Gewalt bei ADO damit auch abnimmt. Auch bei ADO wollen Eltern ihre Kinder ohne Angst zum Spiel mitnehmen.
Bei Ebay, wo einige Fans vergangene Woche den Club verkaufen wollten, konnte ich den entsprechenden Eintrag nicht mehr finden.
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Ein deutscher Gutmensch, der seine korrekte politische Einstellung dadurch dokumentiert, dass er sich Ajax als Lieblingsverein aussucht(wie originell), alle vierzehn Tage in den Kommerztempel ArenA wandert und über FC Den Haag-Fans lästert. Wie originell! Bei dem “Drama” handelte es sich übrigens um eine Protestaktion der FC Den Haag-Fans gegen den Vereinsvorstand, bei der niemand verletzt wurde.
Ein wirkliches Drama hatte sich wenige Monate vorher abgespielt, als Ajax-Anhänger Fans von Den Haag überfielen, mit Benzin übergossen und mit Stich- und Schlagwaffen bearbeiteten. Aber das passt natürlich nicht so gut ins Weltbild.