Burka-Verbot
von Falk MadejaEs geschah kurz vor den Wahlen – und hatte Symbol-Charakter: am vergangenen Freitag kündigte die niederländische Regierung noch mal schnell ein Burka-Verbot an. Burkas – das sind die mittelalterlichen Ganz-Körper-Schleier der Extrem-Moslems, die das Frauen-Gesicht bis auf einen kleinen Schlitz verhüllen. Ich habe in diesem Sommer einmal in Berlin und einmal in Utrecht eine Burka-Frau gesehen, die einem Mann halb blind hinter her trappelte. Und dann im Sommer beim Schwimmbad nahe des Nordbahnhofes in Berlin zu meinem Schauern Moslem-Familien wahrnehmen können, die ihre Mädchen voll bekleidet ins Wasserbad schickten. Sozusagen eine Burka-Vorstufe. Brr, lass die Leute glauben was sie wollen, denke ich – aber Mädchen mit langen Hosen ins Schwimmbad schicken und Frauen in Burka herumlaufen lassen, das machen nur Männer (und Frauen), die die Frau für wenigwertig halten. Mit dem Burka-Gebot haben die Extrem-Moslem-Männer ein Symbol, dass sie den Frauen ihren Willen auferlegen können. Ich denke: warum sollten wir westliche Länder Burka-Frauen akzeptieren, die als Gesichts-Verhüller nie einen Job bekommen und uns dann folgerichtig uns allen auf der Tasche liegen?
Jedenfalls wird die Burka in den Niederlanden nun verboten. Die gesetzliche Grundlage wird wohl das Vermummungs-Verbot, das schon in anderen Fällen (etwa Demos) greift. Das neue Parlament bekommt dann Gesetzes-Vorschlag, und dann wird das Burka-Verbot wohl durchgezogen. Ich sehe keine nennenswerte Opposition gegen das Gesetz. O.k., die orthodoxen Extrem-Christen von der SGP vielleicht – die genau wie die Extrem-Moslems die Frau als minderwertig betrachten. Aber die SGP wird bei den Wahlen am Mittwoch höchstens 2 der 150 zu vergebenden Parlaments-Sitze erhalten.
Natürlich gab es Protest. Der Aussenminister von Malaysia soll laut NRC Handelsblad gesagt haben: „Leicht bekleidet Menschen verurteilt ihr nicht.“ Ja, guter Mann, so ist es. Denn die leicht bekleideten Menschen werden von keinem Reli-Führer dazu gezwungen, etwa den Bauchnabel sehen zu lassen. Sie tun es, oder sie tun es nicht. Wir nennen das Freiheit. Die Los Angeles Times schrieb dann am Samstag: „Alles ist erlaubt, ausser der Schleier,“ anspielend auf Homo-Ehe (ein falscher Begriff, denn auch Homos heiraten in NL normal wie Heteros), Euthanasie, Drogen, Prostitution etc. Die Niederländer tolerieren scheinbar alles, ausser Intoleranz. Das ist zwar nicht ganz wahr, aber ein akzeptabler Mythos.
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Es erscheint fraglich, ob durch ein Strafgesetz die Situation der Frauen wenigstens mittelfristig verbessert werden kann. Viel warscheinlicher ist doch, dass Vaeter, Brueder und Ehemaenner die Frauen nicht mehr auf die Strasse lassen werden. Ich moechte auch davor warnen, den beteiligten Maennern (“extreme Muslim”, was ist das??) generell zu unterstellen, sie hielten ihre Frauen fuer minderwertig, was ich manchem Nichtmuslim in unserem Land durchaus unterstellen kann. Eine fuer alle Beteiligten befriedigende Loesung dieses dialktischen Problems kenne ich nicht.
Ich erinnere mich an eine soziologische Studie von Professor Werner Ruf in Algerien -wohl in den 60er Jahren- , wo in in einer doerflichen Struktur durch die BRD Wasserleitungen in die einzelnen Haeuser gelegt wurden. Ohne Zweifel eine sinnvolle Massnahme auf den ersten Blick. Die Leidtragenden waren aber die Frauen, deren taeglicher Gang zum zentralen Brunnen von den Maennern im Haus nicht mehr zugelassen wurde. Die Frauen waren also von jeder Kommunikatiom ausgeschlossen.
Lieber Herr Dierkesmann – egal aus welcher Intension die Männer ihre Frauen verhüllen oder nicht auf die Strasse lassen – es ist nicht tolerierbar. Die Gesetze dagegen werden vermutlich wirklich nicht greifen oder gar zu Schlimmerem führen aber sie sind wichtig um Grenzen aufzuzeigen – und vielleicht sind sie für die betroffenen Frauen auch ein Zeichen dafür, dass unserer Gesellschaft ihr vermummtes Schicksal nicht gleichgültig ist.
Wir können mit Verboten ein Zeichen setzen, dass wir diese Verschleierung nicht tolerieren. Ein Verbot bewirkt möglicherweise, dass Frauen dann gar nicht mehr auf die Straße gehen dürfen.
Für wichtiger aber halte ich es, den Kontakt zu den Frauen nicht zu verlieren, sie nicht allein zu lassen. Dazu gehört auch, die Frauen zu unterstützen, die diese Verschleierung nicht mitmachen wollen. Wir müssen zusehen, dass wir praktisch hinter die Verschleierung kommen und alle Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und -pflege nutzen, z.B. über die Kinder (Kindergärten, Schulen) und Jugendlichen (Schulen, Ausbildungsstätten, Berufe, Studium), über gesellschaftliche Gruppen, Initiativen, Vereine (soziale, kulturelle). Und wir müssen uns mit den Gründen für das Wegsperren von Frauen beschäftigen – selbstkritisch.
Das Verbot ist angebracht. Wer meint, irgendwo in Europa ein Taliban-Viertel aufmachen zu können, hat hier nichts verloren. Kulturelle Eigenheit gut und schön, aber es gibt auch Grenzen. Soll sich mit den Ursachen auseinandersetzen wer will, ich habe dazu keine Lust. Jeder Demonstrant wird verfolgt, wenn er nur einen Motorradhelm aufhat und manche meinen, hier rumlaufen zu können wie die schwarzen Phantome? Nee! Es wird Zeit, Leuten mit solcher Mentalität die rote Karte zu zeigen. Wer seine Frau zwingt, so rumzulaufen, der ist auch nicht weit weg vom Islamismus. Die lachen sich doch insgeheim ins islamistische Fäustchen ob unserer “Toleranz”. Wenn man sich die Geburtenraten anschaut, kann man sich auch ausrechnen, wann wir Europäer entgültig “maorisiert” sind.
Dagegen!
hier wurde von männerdominerten Parteien, vor einer männerdominierten Medienlandschaft ein wichtiges Thema missbraucht, angeblich um ihnen zu helfen. (Falls in den Niederlanden das Matruiarcht ausgebrochen sein sollte, ging ich von falschen Vorraussetzungen aus)
So was muss schiefgehen!!
Hier in Deutschland machen sich jetzt einige Herren von der CDU Gedanken wie die Stellung der muslimischen Frau verbessert werden könnte:
erstes Resultat: Gutausgebildeten Frauen, die, aus welchen Gründen auch immer, ein Kopftuch tragen, soll dadurch geholfen werden das man ihnen die Berufsausübung verbietet. Oder so ähnlich.
“Aufsehen erregten am 28. April 2006 zwei Schülerinnen an einer Gesamtschule in Bonn, die wegen ihrer Weigerung, ihre Verschleierung in der Schule auszuziehen, von der Schule für zwei Wochen verwiesen wurden. Zuerst nannte der Schulleiter die Gewänder der beiden Schülerinnen Burkas. Einige Tage später korrigierte der Schulleiter die Bezeichnung für die Kleidung. Es handele sich dabei um Niqabs.”
Das habe ich aus Wikipedia geklaut, und frage mich: War die Aktion des Schulleiters klug und durchdacht?
Holte er auf höfliche, respektvolle Art die Meinung der betroffenen Frauen ein? Informierte er sich über den Islam, durchaus aus der Sicht von Muslimen? Stellte er dieser Sicht mal die Sicht von Islamphobikern entgegen? Hatte er andere Quellen zur Verfügung als Peter Scholl Latour? Konnte er mit einer Weigerung nicht umgehen? Wäre es bei Schulleiterin anders, besser, harmonischer verlaufen?
Und vor allem:
Wie geht es den betroffenen Frauen?
“Öffentliche Sicherheit und Ordnung” sind gefährdet, wenn von 1 Millionen Muslimen einige hundert Frauen Burka tragen. Es ging also gar nicht ums helfen. Ich wusste schon immer das dort oben nur Weicheier leben..
Dafür!!!!!!
Ausgehend von den Annahmen, das auch Männer verhaftet werden, wenn sie Burka tragen, dann ins Gefängnis gesteckt werden falls Sie sich weigern zu entblössen und hoffentlich am nächsten Morgen, nachdem man sich das Gewand vom Kopfe nahm, dieses ohne Rechnung der Rezeption wieder verlassen können, auch der MOP eingeladen ist, nehme ich dieses Angebot des holländischen Steuerzahlers gerne entgegen.
hartelijk bedankt
@Jörg: mach a loach und schwimm fort, würde man wohl in Wien sagen.
Ich sage: Verpiss dich, wir wollen hier keine Nazis !
Das Burkaverbot als Einzelmaßnahme nützt nichts, außer der eisernen Rita mal wieder den Ruf zu geben, hart durchzugreifen. Durch ein Burkaverbot allein ändert sich nichts. Verpflichtende Sprachkurse für Frauen, also die Verpflichtung, das Haus zuverlassen, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, das sind wichtige Eckpfeiler einer tatsächlich frauenfreundlichen Politik. Hohe Strafen, eigenständige Statistiken gegen Ehrenmord und religiös motivierte häusliche Gewalt. Ein Burkaverbot kann dann nur ein symbolischer Zusatz sein, dass die Niederlande ein menschenrechtsverachtendes Symbol nicht auf ihren Straßen sehen wollen. Aber das allein nützt überhaupt nichts. Und wenn hochintelligente und gut ausgebildete Frauen Burkas tragen, dann ist wohl eher die Auseinandersetzung angesagt. Und das Versammlungsrecht und Vermummungsverbot hat da überhaupt nichts zu suchen.
das problem ist wohl eher die missachtung der frau und ein von aussen aufgelegter zwang. wenn frauen unbedingt eine burka tragen wollen und das aus freien stücken geschieht dann sollen sie doch. wenn das allerdings nur geschieht durch den druck anderer und unter androhung von strafe ist es absolut unakzeptabel. genauso unakzeptabel ist es aber auch das mädchen und frauen die sich nicht dem sozialem druck ihres umfeldes beugen als huren und prostituierte beschimpft werden, und im extremfall vergewaltigt werden. desweiteren sollen wir uns endlich bewusst werden das unser schönes land auf christlich demokratischen werten aufgebaut ist und wir diese auch vollends verteidigen müssen. warum sollten wir erlauben das ein dahergelaufener kulturkreisfremder unsere werte mit den füssen tritt? dafür habe ich nicht während meiner armeezeit das gelübde abgelegt die demokratie zu verteidigen. dafür haben nicht meine vorfahren ihr blut gegeben um jetzt zu sehen wie unser vaterland sich jedem kulturellem druck widerstandslos beugt. schluss mit der toleranz gegenüber intoleranten mitbürgern die unsere christlichen werte nicht akzeptieren. wenn frauen missachtet werden so ist dort von staatlicher seite einzugreifen. jeder der hier anders denkt unterstüzt auch ehrenmorde und ist somit moralisch gesehen mitverantwortlich für jeden tragischen mord dieser art. deswegen macht ein burka verbot keinen sinn, es soll sich dann aber auch keiner wundern wenn eine frau wegen ihrer burka gemobbt wird. denn die burka ist nun einmal eine bewusste provokation unserer aufgeklärten werte. wir europäer müssen es nicht zulassen das jahrhunderte der philosophischen weiterentwicklung von zurückgebliebenen kulturen in frage gestellt werden.