Kriminelle Welle an Hollands Deichen
von Falk MadejaEine erstaunliche Meldung fand ich in De Telegraaf. Einer Untersuchung des Büros Ernst & Young zufolge sind sage und schreibe ein Fünftel aller Niederländer in irgendeiner Weise vorbestraft. Noch schlimmer ist es bei den 30jährigen: dort haben bis zu 30 % aller Niederländer etwas auf dem Kerbholz. Peter Schimmel, Chef der abteilung Betrugs-Untersuchung bei Ernst & Young: „Dieser Umfang machte mich regelrecht schockiert.“ Auch wenn schon mitzählt, wenn ein Jugendlicher unter Einfluss von Alkohol mit der Polizei in Konflikt gerate, sei der Befund „sehr beunruhigend“. Zumal Ernst & Young sich offizieller Justiz-Dokumente bedienen konnte.
Die ökonomischen Folgen seien katastrophal. Manche Firmen verlieren 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes durch Betrug. Einige Tausend Arbeitnehmer werden jährlich erwischt. Schimmel sagt, dass der Mensch in der Firma das grösste Risiko sei. „Ein Computer betrügt nicht bewusst, es ist immer ein Mensch. Und Betrug zerstört nun einmal Vertrauen.“
Niederländer würden nicht nur auf Arbeit betrügen. So hat Ernst & Young herausgefunden, dass 30 Prozent aller Niederländer, die eine sexuell ansteckende Krankheit haben, ganz bewusst ungeschützt Intim-Verkehr hätten. 30 % aller Männer und 25 % aller Frauen würden ausserdem fremdgehen. Tja, und da sei es fast schon logisch, dass 15 Prozent aller Kinder zum falschen Mann „Papa“ sagen würden.
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