Archive for November, 2006

07.11.2006 von Falk Madeja
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Hilfe, ein Mörder wohnt in unserem Dorf!

von Falk Madeja

Ja, die Niederlande boomt, offiziell gibt es kaum noch Arbeitslose – aber bei diesen positiven Schlagzeilen wird oft vergessen, dass eine knappe Million Menschen in der sogenannten WAO sind. Das war einmal ein gut gemeintes Gesetz für Behinderte und andere Arbeits-Ungeeignete – was leider von vielen Firmen und Arbeitnehmern dazu benutzt wurde, um überflüssiges Personal loszuwerden. Die Menschen bekamen jahrelang fast ihr volles Gehalt weiter – und ob sie nun wirklich krank waren oder inzwischen den Weltrekord in Garten-Schwarzarbeit aufgestellt hatten, wurde praktisch kaum geprüft. Ich behaupte: wären die eine Million WAOer tatsächlich alles krankheitsbedingt arbeitsunfähig, dann hätte wohl ein Riesen-Meteroit das Nordsee-Land getroffen und halb verwüstet haben müssen…

Ein ganz spezieller WAO-Fall war dann der des Mörders Ferdi E. Der hatte einmal den niederländischen Supermarkt-Magnaten Gerrit-Jan Heijn entführt und ermordet und die Angehörigen mit allerlei Spielchen an der Nase rumgeführt. Als er 2001 nach 14 Jahren das Gefängnis verlassen… weiter lesen

07.11.2006 von Falk Madeja
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Froh-Brigaden rücken an!

von Falk Madeja

Es kann passieren, dass Sie auf dem Bahnhof Amsterdam Centraal stehen, und auf einmal geht es los. „Wie wollen Sie den Abschieds-Winken-Service: Large, Medium oder Small?“ Nee, nee, dann klatschen keineswegs Kaffee-Becher-Ladungen an die Scheiben der niederländischen Züge – es kommt dann in diesem Fall ein halbes dutzend Leute einer sogenannten Froh-Brigade auf sie zu. Sie werden sie an den Buttons mit dem Wort „Blij“ (froh) erkennen – und die Sache ist todernst gemeint. Blitzartig könnten sie ein Plakat mit dem Schriftzug „Tot ziens“ (Auf Wiedersehen) entrollen – und in dem Artikel im NRC Handelsblad geschah das für eine Frau, die ins etwas mehr als eine Stunde entfernte Nimwegen fahren wollte. Denn sie hatte Large bestellt. Dafür konnte sie einiges erwarten. Die Froh-Brigade zieht Taschentücher aus der Tasche, schreit, trompetet, rennt eine Weile noch mit dem gelbblauen Intercity mit… Plötzlich erfasst die Abschiedswelle den halben Bahnsteig und Brigadier Rudy (lt.… weiter lesen

06.11.2006 von Falk Madeja
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Briten sehen immer älter aus

von Falk Madeja

Haben Sie nicht auch schon mal einen Briten ins Gesicht geschaut und gerätselt, wie alt der oder die sein könnte? Vor allem britische Männer sehen irgendwie verdächtig alt aus. Denken Sie an Paul Gascoigne, den gefallen englischen Fussball-Star. Der sah schon mit 25 aus, als ob er 52 wär – heute ist er übrigens 39 und soll aussehen wie 93.

Jedenfalls fällt mir bei einem Flug nach Liverpool die Zeitung „Daily Star“ in die Hand, und tatsächlich hat nun eine Untersuchung von 1.479 Briten ergeben, dass sich sage und schreibe 55 % von ihnen nicht wohl in der eigenen Haut fühlen. Ganz besonders krass soll es in Wales sein – von den 64 % der sich unwohl fühlenden Walisern dürften sich eine ganze Reihe bei der Morgen-Rasur fragen, ob sich der Aufwand noch lohnt. In Schottland – der angeblich glücklichsten Briten-Population – sind es auch noch 48 Prozent, die sich… weiter lesen

04.11.2006 von Falk Madeja
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Kugelschreiber und das Wahlduell

von Falk Madeja

In den Niederlanden gibt es jetzt was ganz Neues: Kugelschreiber-Gemeinden. Kugelschreiber-Gemeinden? Ja. So knapp 2 Wochen vor den Wahlen vom 22. November mussten um die 100.000 rote Kugelschreiber bestellt werden – für 24 Gemeinden. Ich nenne die ganz einfach Kugelschreiber-Gemeinden. Grund: die zuständigen Behörden haben noch einmal die Wahl-Computer kontrolliert, und eine stattliche Anzahl – von Lieferant 1 um die 1200 und von Lieferant 2 um die 430 – funktionierte einfach nicht. Es handelt sich bei den Kugelschreiber-Gemeinden keineswegs um irgendwelche abgelegene Dörfer, Amsterdam ist eine der Kugelschreiber-Gemeinden. In den Kugelschreiber-Gemeinden werden die Wähler nun wie immer von Hand ankreuzen. welche Partei auch immer.

Inzwischen kreuzten die Spitzenkandidaten von CDA, Premier-Minister Jan-Peter Balkenende, und PvdA, Wouter Bos, auf RTL Niederlande die verbalen Degen. Die inhaltlichen Unterschiede waren gering, Wouter Bos war leicht charismatischer. Packen konnte er den Premier eigentlich nur einmal. „Nennen Sie mir zwei Punkte, woraus zu sehen ist,weiter lesen

03.11.2006 von Falk Madeja
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Die Sache mit dem Hass-Imam aus Den Haag

von Falk Madeja

Wer einmal wissen will, was ein waschechter Hass-Imam so predigt, der sollte sich mal durchlesen, was der Imam Fawaz Jneid aus Den Haag ein paar Wochen vor dem Mord an Theo van Gogh so von sich gab. Der spätere Mörder sass unter den Zuhörern.

Oh Gott hier sind Ayaan Hirsi Ali und Van Gogh (Publikum sagt Amen),
Ihr sollt sie belasten mit Eurer Wut und Verachtung (Amen),
Oh Gott gebe van Gogh eine Krankheit von der kein Mensch dieser Erde genesen kann (Amen),
Er soll dadurch vergeblich den Tod verlangen und nicht bekommen,
Oh Gott, besorge Van Gogh ein Elend, bei dem er den Tod verlangt und nicht bekommt,
(…) Oh Gott verblinde das Angesicht von Ayan Hirshi Ali wie Du ihr Herz verblindet hast,
(…) Oh Gott besorge ihrem Gehirn Krebs,
Oh Gott besorge ihr Lungenkrebs,
Oh Gott….

Von dieser Predigt… weiter lesen

03.11.2006 von Falk Madeja
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Anonyme Bewerbungen?

von Falk Madeja

Mal was Positives von der heiss umkämpften niederländischen Einwanderungs-Front. Es geht um ein Problem, dass wir in Deutschland auch kennen. Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen mit Einwanderungs-Hintergrund. In den Niederlanden betrifft es 26 % aller Immigranten-Jugendlichen zwischen 15 und 24. Wie das kommt? Ja, es liegt natürlich auf der Hand, um von Diskriminierung zu reden. Und auch die Niederlande hat eine meinungslaute Anti-Diskriminierungs-Industrie, die das Problem der Jugendarbeitslosigkeit bei Immigranten-Familien unter dem Stichwort “Diskriminierung” abheftet. Seit einiger Zeit wird gar darüber diskutiert, ob Bewerbungen künftig nicht besser anonym abgegeben werden sollten. Die Stadt Nimwegen etwa streicht bei Bewerbungen seit August Name und Geburtstort weg, in Frankreich gibt es ähnliche Experimente. Ich finde das eine merkwürdige Lösung. Ich könnte mit nicht vorstellen, einen anonymen Arbeitnehmer einzustellen. Wie soll das gehen?

Die Institution “SEO” hat im Auftrag des Wirtschafts-Ministeriums 1000 niederländische Arbeitgeber zu dem Problem befragt und daraus den Report “Die Unterseite des Arbeitsmarktes aus Arbeitgeber-Perspektive”… weiter lesen

02.11.2006 von Falk Madeja
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Todestag von Theo van Gogh

von Falk Madeja

Vor zwei Jahren haben’s den Theo ermordet. Theo van Gogh, Kolumnist der Tageszeitung “Metro”, bei der ich damals Miteigentümer war. Was sind die Folgen? Nun, eigentlich kann niemand bestreiten, dass die moderne westliche Gesellschaft eine Art kulturellen Abwehrkampf führt. Denken wir an die dänischen Zeitungs-Karikaturen, die abgesagte Theatervorstellung in Berlin etc. Ich sage nicht, dass es ein purer Kampf “Alle Moslems gegen alle Westler” geht, denn innerhalb der Moslems in West-Europa gibt es viele Unterschiede. Und die Westler sind nicht alle Christen oder Juden – sondern auch Atheisten wie ich. Und Atheisten wie ich wollen sich auch vom Papst nicht die Meinung aufdrängen lassen.

Die Niederlande wurstelt seit den Morden an Pim Fortuyn und Theo van Gogh enorm mit diesem Thema. Der christlich geprägte Premier-Minister Jan-Peter Balkenende versucht seit Jahren, eine Debatte über Werte und Normen zu führen – die andere grosse Mitte-Partei, die Partei der Arbeit, hält sich weitesgehend… weiter lesen