29.12.2006 von Falk Madeja
Wenn Sie in nächster Zeit einmal Amsterdam besuchen, und einige Leute hören sagen „Ach Du Scheisse“, dann meinen die das nicht beleidigend. Vor allem nicht, wenn es sich im Nachhinein herausstellt, dass es sich um die Ärzte Josbert Keller und Max Nieuwdorp handelt. Also fragen Sie erst einmal, wenn Sie sich unangenehm berührt finden! Die zwei Darmspezialisten Keller und Nieuwdorp erforschen nämlich an einem Problem – bei dem ausgerechnet „Scheisse“, also sagen wir mal lieber „menschlicher Kot“ bzw. „Stuhlgang“, die Lösung sein soll. Nee, nee – nicht als Dünger, um etwa die Getreideproduktion zu erhöhen. Es geht um äusserst hartnäckigen Dünnpfiff, den man sich in Krankenhäusern und Altersheimen holen kann. Keller und Nieuwdorp werden in einer „weltweit einmaligen Untersuchung“, so die Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“, der Sache sozusagen auf den Grund gehen.
Und die Sache sieht so aus. In einigen Krankernhäusern und Altenheimen leiden Patienten an sehr unangenehmem Durchfall, den… weiter lesen
28.12.2006 von Falk Madeja
Da wir schon am Jahresende sind, müssen wir uns auch mal mit neuen Trends auseinandersetzen. In den Niederlanden gibt es da so einen – und zwar bei Millionären. Zunächst einmal sei gesagt, dass das Land jede Menge Millionäre hat. Allein die 500 reichsten Niederländer haben laut der Zeitschrift „Quote“ so um die 121 Milliarden Euro. Und was machen die Millionäre nun? Sie werden es kaum glauben – sie lassen über sich komplette Datenbanken anlegen. Mit allem Pipapo, also DNA-Profilen, Stimmen-, Unterschrift-Proben etc.
Nicht aus Jux und Millionärs-Dallerei – „diese Angaben sollen nämlich bei Entführungen, Erpressungen, Dienbstahl, Korruption, aber auch Brand, Naturgewalt und Firmen-Unfällen helfen,“ so Hans Slaman von der darauf spezialisierten Firma „ISP Risk Management“ aus Lelystad im Fachblatt „Kijk op veilig“ (in etwa „Blick auf die Sicherheit“). Allein seine Firma kümmert sich inzwischen um rund 40 niederländische Millionärs-Familien, Konkurrent Interseco hat 12 reiche Niederländer in Obhut. Das Sicherheits-Paket kostet… weiter lesen
27.12.2006 von Falk Madeja
Eine neue Einnahme-Quelle will lt. der Amsterdamer Tageszeitung “Trouw” der Bürgermeister der niederländischen Stadt Terneuzen, Jan Lonink, der Gemeinde-Kasse erschliessen. Lesen Sie das, klamme Gemeinde-Chefs wie etwa Berlins Klaus Wovereit! Lonink, dessen Stadt Terneuzen im gefühlsmässig von Amsterdam etwas abgelegenen Landesteil Zeeland liegt, will im grossen Stil den Drogenhandel anzapfen. Die 55.000 Einwohner zählende Stadt hat nämlich zwei Coffeeshops, die vornehmlich von Belgiern und Franzosen besucht werden. Täglich sollen es zwischen 2500 und 3000 Leute sein, die sich in den Coffeeshops „Check Point“ und „Miami“ bevorraten oder einfach nur herumhängen. Die Schattenseite für Terneuzen ist, dass einige Wiet-Freunde ihre Autos falschparken oder in der Gegend herumpissen. Stinkt halt und ärgert die Anwohner. Lonink wartete darum vor einiger Zeit deshalb mit dem Plan auf, die zwei Coffeeshops an die belgische Grenze zu verschieben.
Den Bürgermeister der belgischen Stadt Zelzate John Schenkels drohte in diesem Falle bereits, dass er in diesem Falle… weiter lesen
13.12.2006 von Falk Madeja
Nun ist es amtlich: Henk Bres, einfachst-gestrikter Fussball-Fan des Grottenclubs ADO Den Haag & Unterklassen-Medien-Phänomen, darf Deutsche „Moffen“ nennen – und Gegner seiner Beschimpfungen kann er ungestraft den Tod in der Gaskammer wünschen. Ehrlich, das mit den „Moffen“ ist mir herzlich egal. Aber den Gaskammer-Quatsch hätte er schon sein lassen können.Was war passiert? Henk Bres hatte während der Fussball-WM in der Anzeigen-Zeitung „De Posthoorn“ irgendeine schwachsinnige Kolumne geschrieben. Darin schimpfte er die Deutschen „Moffen“, dem in den Niederlanden bei Schwachköpfen gebräuchlichen Schimpfwort für die Deutschen. Schwachköpfen wie Henk Bres halt einer ist. Henk Bres ist landesweit berühmt geworden, weil er in einer vom sozialdemokratischen Gebührensender VARA ausgesendeten Talk-Show als Proll „Volkes Meinung“ vertreten sollte. Was er ausserdem so im Leben machte, war mir eigentlich immer unklar. Jedenfalls war oder ist er auch Fan des Erfolglos-Clubs ADO Den Haag, naja, was mich betrifft schon Strafe genug. So, nun hat der in… weiter lesen
06.12.2006 von Falk Madeja
Vielleicht hat Ruud Lubbers, 16 Jahre niederländischer Ministerpräsident und somit so lang Regierungschef wie Helmut Kohl Bundeskanzler, in seinem Leben zwei ernsthafte Fehler begangen. Den einen Fehler machte er während des äusserst spannenden Wiedervereinigungs-Prozesses. Wie Maggie Thatcher und Francois Mitterand nörgelte Lubbers an der sich anbahnenden Vereinigung von Ost- und West-Deutschland herum – Helmut Kohl war ganz zu Recht sauer auf den Christdemokraten aus dem Nachbarland. Ich komme aus Rostock, und empfinde die Wiedervereinigung, sorry, immer noch als einen Segen. Lubbers zog dann später bei möglichen Ernennungen zum NATO-Generalsekretär und obersten EU-Kommissar jedes Mal den Kürzeren – es ist ein offenes Geheimnis, dass das Helmut Kohl mehr als nur Recht war. Mir auch.
Ich habe über diese Periode mit Lubbers Sohn Bart gesprochen, mit dem ich einige Jahre geschäftlich verbunden war – wir waren nämlich beide Miteigentümer der heute zweitgrössten Tageszeitung der Niederlande, „Metro“. Bart meint, dass sein… weiter lesen
05.12.2006 von Falk Madeja
Nun wird es für einen Teil der 26.000 in den Niederlanden abgelehnten Asylbewerber sehr spannend. Die neue linke Mehrheit bestehend aus Sozialdemokraten (PvdA), Sozialisten (SP), GrünLinks, D’66 (Links-Liberale) und die Partei für die Tiere hatte ja beschlossen, dass es eine Art General Pardon geben solle. Damit sollten vor allem diejenigen der Ausweisung entgehen, die länger als 5 Jahren im Lande sind. Das Problem: auf den Ministerstühlen sitzen ja noch die Christdemokraten von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende und Einwanderungsministerin Rita Verdonk von der liberalen VVD. Tja, und die hatten gleich mal angekündigt, dass sie die Abstimmung ganz einfach negieren wollten. Balkenende meinte, die Mehrheit sei „zu klein“. Was ich nun wieder kurios fand – denn klein oder gross, Mehrheit ist Mehrheit.
Gut, die Regierung musste nun reagieren und schrieb dem Parlament einen Brief. Darin kündigte Rita Verdonk an, dass die Ausweisung lediglich „einige Tage“ gestoppt werden könne. Das habe allerlei u.a. staatsrechtliche… weiter lesen
04.12.2006 von Falk Madeja
Das ist natürlich starker Tobak: die niederländische Regierung hat nun tatsächlich den etwa 850 UN-Soldaten des Srebrenica-Desasters einen Erinnerungs-Orden gegeben. Der berühmte Obert Karremans, der mit dem Champagner-Glas in der Hand sich mit Mladic & Co fotografieren liess, hielt gar eine kleine Rede. Darin gab er zu. Zweifel gehabt zu haben, ob er den Orden hätte annehmen sollen. „Letztendlich habe ich meine Gefühle der Wertschätzung und Bewunderung für die unmögliche Aufgabe der Militärs schwerer wiegen lassen.“
Zu Erinnerung: die niederländischen Blauhelme hatten den Serben in Srebrenica geholfen, tausende eingeschlossene moslemische Frauen und Männer von einander zu trennen – woraufhin die Serben dann 8.000 Moslem-Männer im Wald niedermähten. Der so weit ich es weiss grösste einmalige Massenmord in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg!
Verteidigungsminister Henk Kamp trieb es dann noch besonders bunt, in dem er die Ordens-Verleihung in Zusammenhang mit dem Wort „Rehabilitation“ brachte. Es sei eine Schande, dass die waren… weiter lesen
04.12.2006 von Falk Madeja
Das haben wir, meine Tochter Jard und ich, natürlich nicht mitbekommen, dass beim Ajax Amsterdam gegen FC Twente Ajax-Spieler Kenneth Perez gegenüber dem Linienrichter Nicky Siebert völlig ausgerastet war. Warum? Was uns betrifft, weil wir so 200 Meter von der Stelle entfernt irgendwo oben zwischen 50.000 Zuschauern sassen – und, was genauso alle anderen Zuschauer betraf, weil es erst in den Tagen darauf in den Medien auftauchte. Zumal die Öffentlichkeit auf rätselhafte Weise informiert wurde. Da tauchte auf der Website von Ajax ein Pressebericht auf, dass Kenneth Perez sich für irgendwas tief schämen würde. Nur für was?
In der Hitze des Spiels hatte er den Linienrichter Nicky Siebert „Kankerneger“ beschimpft. Kanker bedeutet Krebs, und Neger ist als Wortschöpfung bekannt. Völlig unakzeptabel also – auch wenn Ajax-Trainer Henk ten Cate, selbst ein wunderbarer Mix aus verschiedenen Menschen aus Surinam (ex-niederländische Kolonie in Südamerika), den Vorfall zu relativieren versuchte. Schliesslich sei… weiter lesen
03.12.2006 von Falk Madeja
Wie bekannt, wollte die niederländische Einwandererungsministerin Rita Verdonk (VVD) rund 26.000 abgelehnte Asylbewerber ausweisen. Die resolute Rita Verdonk machte daraus einen Prinzipienfrage. Selbst innerhalb ihrer eigenen Partei ist Verdonk deshalb umstritten – und als sie nun in dieser Woche versucht, den eigentlich gescheiterten VVD-Spitzenkandidaten Marc Rutte auszubooten und ihrerseits an die Partei-Spitze zu kommen, scheiterte sie.
Bei Königin Beatrix und dem sogenannten Informateur Hoekstra gaben sich inzwischen die Partei-Chefs die Klinke in die Hand. Und während die Bilder Parteichefs die Medien bestimmen, kam dss neue Parlament gleich mal zur Sache. Denn es stimmte auf Antrag der sozialdemokratischen Partei der Arbeit über den Plan mit den 26.000 Asylbewerbern ab – und mit 75 zu 74 Stimmen wurde beschlossen, dass wenigstens die Asylbewerber, die länger als 5,5 Jahre im Lande sind, bleiben dürfen. Wenn sie denn nicht wegen Kriegsverbrechen unter Verdacht stehen oder inzwischen irgendwas geklaut haben oder so.
Klingt sympathisch, zeigt aber wie… weiter lesen