28.02.2007 von Falk Madeja
Rotterdam fand ich schon immer eine eigenartige Stadt. Und dann wundert es mich nicht, wenn da eigenartige Dinge passieren.
Zunächst das hier. Ein 44jähriger Rotterdamer Dieb bekam nun vom Richter eine halbierte Strafe. Er muss statt zwei Monate nur einen in die Zelle. Und warum? Der Mann hatte einen 58jährigen Mann in dessem eigenen Sex-Shop berauben wollen. Da hatte der natürlich was dagegen – und zog dem Möchtegern-Dieb eines mit einem Dildo über den Schädel. Die sollen ja normalerweise aus Gummi oder so sein (noch nie benutzt, tja), doch es war ein Dildo aus Stahl. Wumm, hatte der Dieb gleich eine Kopfwunde. Darum bekam er einen Monat Straferlass. Der Laden-Eigentümer bekam für die Dildo-Aktion übrigens 80 Stunden Sozialarbeit aufgebrummt, 20 sind davon bedingungslos.
Dann das. Auch in Rotterdam probiert die Polizei ein anderes Sex-Problem zu lösen. Klingt wie aus einem Film – hat aber geklappt. Gleich 29 sogenannte Hurenläufer gingen der… weiter lesen
27.02.2007 von Falk Madeja
Russland Fussball-Nationaltrainer, der Niederländer Guus Hiddink (über den Meine Güte vor kurzem berichete!), muss nach einem Urteil des Gerichtes wegen Steuer-Betrug im Jahre 2003 eine Strafe von 45.000 Euro bezahlen – und bekommt ausserdem noch 6 Monate auf Bewährung aufgebrummt. Hiddink soll einen Betrag von 3,5 Millionen Euro nicht korrekt versteuert haben und somit dem niederländischen Staat 1,4 Milionen Euro vorenthalten haben. Er war damals Trainer des PSV Eindhoven. Aus steuerlichen Gründen hatte er einen Wohnsitz in Belgien, wo er aber praktisch nie sehen liess. Seine Freundin wohnte in Amsterdam, er selbst schlief überall und nirgens. Für möglicherweise unkorrekt versteuerte Beiträge im Jahr 2002 wurde Guus Hiddink freigesprochen. Die Sache war so oder so verjährt.
Nun wird spekuliert, ob entweder die Staatsanwaltschaft oder Hiddink selbst in Berufung gehen werden.
23.02.2007 von Falk Madeja
Könnte jemand wie sagen wir Horst Seehofer in Brüssel Politiker werden? Wenn Sie sich alle fragen, warum unser beliebter Landwirtschafts-Politiker nicht bei der Europäischen Union einen Job bekommen wird, dann liegt hat das einen besonderen Grund. Brüssel liegt ja bekanntlich in Belgien – und in Belgien haben es die Horst Seehofers dieser Erde, die Ehe-Auswärts-Spieler, aus einem gewissen Grund schwer.
Wer nämlich in Belgien verheiratet ist fremd geht, der kann schon mal mit einem Gerichtsvollzieher konfrontriert sehen. Und das geht so. Schreibt die Zeitung ”Nieuwsblad” in einer Reportage über Gerichtsvollzieher Daryll Vanganee aus Dendermonde. Erstmal muss es jemanden geben, der darum ersucht, dass der Gerichtsvollzieher das Ehebrecher-Paar in Flagranti erwischt. “Sobald wir die Zustimmung der Richters haben, dann treffen wir uns mit dem Ersucher. Es sind fast immer Frauen, ich weiss auch nicht warum. Auf jeden Fall versuchen wir, an so viel möglich praktische Informationen zu kommen. Über denjenigen, den wir… weiter lesen
23.02.2007 von Falk Madeja
Immer diese Verdächtigungen! Ein Hells Angel in den Niederlanden hat es nicht einfach. O.k., vielleicht hätte die Polizei bei einem Einsatz im Jahre 2005 nicht den Granatwerfer, den Flammenwerfer, die 20 Schiesseisen usw. im Clubhaus zu Amsterdam finden sollen. Ja, die blöden Gerüchte über Morde, Drogenhandel, Erpressung und so. Und, zugegeben, dass sie im Jahre 2000 die RTL-Talkshow “Barend en van Dorp” bestürmten und die Präsentatoren vermöbelten – hinterher gesehen doch keine gute Idee. Sorry, liebes Holland-RTL! Wir haben es nicht so gemeint. Es war ja nur eine “impulsive Aktion eines einzelnen Mitglieds”, heisst es heute.
Die niederländischen Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaften haben aber trotz der reumütigen Worte wenig Verständnis für die Gefühle der Motorrad-Rocker. Darum sollen alle 7 Abteilungen, also die von Amsterdam, Haarlem, Alkmaar, Ijmuiden, Rotterdam, Kampen und Harlingen verboten werden. Die Verhandlungen finden bei gleich 6 Gerichten statt. Anschliessend sollen alle 110 Mitglieder auch noch einzeln als “Mitglieder einer kriminellen Organisation” verurteilt werden. Medienberichten zufolge soll… weiter lesen
22.02.2007 von Falk Madeja
Wenn Sie beim nächsten Mal auf irgendeiner Autobahn Streit mit einem niederländischen Auto-Fahrer bekommen, wundern Sie sich nicht, dass die Leute in den Karren mit den gelben Nummernschildern auf einmal ganz seltsame Handbewegungen machen. Die Holländer werden eventuell mit einer offenen ausgestreckten Hand probieren, aus dem Auto das verbale oder fahrerische Problem zu lösen.
Kein Mensch ausserhalb der Niederlande wird die Handbewegung verstehen, nicht einmal die Handbewegungs-Experten schlechthin, die Stummen oder sonstigen Gebährdensprachen-Versteher. Aber machen Sie nicht den Bayern-van-Bommel, der in Madrid unnötigerweise die spanischen Fans mit einer geballten Faust provozieren wollte – und machen Sie bitte schon gar den Manne-Krug: der stieg ja mal aus und haute dem anderen Autofahrer eine runter.
Bleiben Sie ganz ruhig. Der gemeine Auto-Holländer macht seine merkwürdige Handbewegung wahrscheinlich aus einem ganz anderen Grund. Er will weder provozieren noch den Streit entfesseln. Er ist lediglich überzeugt worden, die Geste in einem Konfliktfall anzuwenden. Und das kommt so. Die Initiative… weiter lesen
22.02.2007 von Falk Madeja
Diese Erfindung hört sich gut an. Auch in den Niederlanden hauen Kriminelle gelegentlich ab, wenn sie bsw. Hafturlaub haben. Bei einer ziemlich gefährlichen Sorte, den sogenannten TBS-Gefangenen, hat das erhebliche Nachteile für die Gesellschaft. TBS bedeutet, dass diese Leute eigentlich krankhaft Kriminelle sind und sie deshalb behandelt werden. Flüchten aber solche Leute, und haben sie etwa ihre Gewalt unterdrückenden Medikamente nicht genommen, passieren schreckliche Dinge wie Morde und Vergewaltigungen. Vergangenes Jahr flüchteten 11 TBSer in Begeleitung, 32 TBSer die ohne Begleitung unterwegs waren. Wie aber kann man sie daran hindern? Die TBSer können natürlich nicht wie Hunde an der Leine geführt werden.
Nun gibt es eine Idee. Justizminister Ernst Hirsch Ballin bekommen eine Art Knie-Schloss. Prima Sache. Fällt unter der Hose nicht auf, Menschenwürde gerettet. Sollten sie dann doch “die Beine in die Hand nehmen”, dann können die Bewacher sie bewegungsunfähig machen. Wie? Der Begleiter hat einen Sender. Haut der TBSer ab, schaltet… weiter lesen
21.02.2007 von Falk Madeja
Für eine Reihe von Explosionen und Brandstiftungen verurteilte ein Gericht in Alkmaar jetzt den 33jährigen Niels Kloosterman und den 28jährigen Patrick Weideman zu 10 und 7 Jahren Haft. Weidema wurde als vermindert zurechnungsfähig angesehen und wird deshalb noch ein paar Jahre in TBS dagegen behandelt werden.
Die zwei formten eine Art Mini-RAF. Mit den Anschlägen wollten sie “gesellschaftliche Unruhe verusachen”. Das übliche Programm halt, wie wir es ja auch von der RAF kennen. Die zwei bekamen die Strafe u.a. für den Anschlag auf das Haus der Mutter des in den Niederlanden bekannten RTL-Politik-Moderators Frits Wester. Dann waren da noch 17 andere Anschläge zwischen 2002 unde 2005 auf einen jüdischen Bäcker, einen deutschen Bus, eine türkische Schule und einen türkischen Supermarkt. Die Anleitung zum Bomben bauen holten sie sich aus einem sogenannten “Anarchistischen Kochbuch”, in dem die Bauanleitungen für eine Reihe von Bomben aufgeführt sind.
21.02.2007 von Falk Madeja
Haben sie zum Abschied noch einmal die Hände gegen die Glasscheibe gedrückt, der eine von Innen und der andere von Aussen? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass im Hochsicherheitsknast Vught kreuzgefährliche Mandanten selbst mit ihren Anwälten nur durch eine Glasscheibe sprechen dürfen. Einer weiss mehr, und er sagt: “Man konnte sehen, dass sie es schwer hatten.” Und der heisst Jan-Hein Kuijpers, seines Zeichens neuer Anwalt derjenigen Person, die möglicherweise von Innen seine Hand an die Glasscheibe drückte – Willem Holleeder. Der Mann ist in den Niederlanden bekannt als Entführer des längst verstorbenen Bier-Magnaten Alfred Heineken. Tja, und nun sitzt er in der Extra Gesichterten Einrichtung (EBI) im niederländischen Vught. Er wird so allerlei Strafsachen verdächtigt – und sein Anwalt Bram Moszkowicz (der zum Abschied von Aussen die Hand an die Glasscheibe gedrückt haben könnte) ist sein Anwalt nicht mehr. Kuijpers übernahm.
Nun, die Niederländer erleben seit Monaten eine… weiter lesen
21.02.2007 von Falk Madeja
Hilfe, ruft im niederländischen Reklame-Fachblatt “Adformatie” Kolumnist Max Kohnstamm, rettet die niederländische Caravan-Kultur! Gleich werden Sie lesen, dass vor allem die Deutschen in den Holland-Wohnwagen-Witz-Gebieten Herrn Kohnstamm einmal dankbar sein dürften.
Denn es ist so. Die Niederländer scheinen aus unerklärlichen Gründen aufzuhören, sich Wohnmobile zu kaufen! Mit eventuell verheerenden Folgen für die Deutschen und Belgier, die so gern Witze über Holländer im Wohnwagen machen. Ihnen dürfte über kurz oder lang der Stoff für die Caravan-Scherze ausgehen. Die Zahlen sind deutlich: im Jahr 2003 legten sich noch 25.000 Niederländer ein auf Rädern bewegliches zweites Zuhause zu, im Jahr 2006 waren es nur noch 18.000! In der gleichen Zeit sank auch der Verkauf von Second-Hand-Wohnwagen von 5000 auf 1700. Ja, man könnte jetzt wohl schon den Tag ausrechnen, wann die Niederländer überhaupt keine Caravans mehr kaufen.
Was für ein Verlust! Millionen Deutscher wissen auf Parties nicht mehr, womit sie die dann unsinnigen Holland-Wohnwagen-Witze durch andere… weiter lesen
20.02.2007 von Falk Madeja
Jemals in Ihrem Leben von dem Ort Nieuwschans gehört? Ich schon. Der befindet sich an der Grenze zu Deutschland an der Bahnstrecke ins ostfriesische Leer. Ich bin da einmal gestrandet, weil ich mich auf dem Weg von Amsterdam nach Leer auf dem Bahnhof Amersfoort vertan hatte. Hier werden die langen gelben niederländischen Intercity-Züge geteilt, eine Hälfte fährt nach Groningen, die andere nach Leeuwarden. Ich wollte nach Groningen, weil da ab und zu ein Zug nach Leer fährt – über Nieuweschans. Weil ich aber nicht aufpasste, gondelte ich nach Leeuwarden… Von dort fuhr ich dann wiederum nach Groningen, wo der Anschlusszug gen Leer aber schon längst weg war. Immerhin fährt jede Stunde ein Bummelzug bis Nieuwschans, dem letzten Ort vor der deutschen Grenze…
Ich stieg aus. Menschenleere. Nieuweschans sieht wirklich aus wie ein Ort aus einem Westernfilm. Ein paar Häuser, heute leben hier 1.670 Menschenseelen. Ich suchte nach einem Taxi, am Bahnhof stand keins. Ich… weiter lesen