Peinlicher Anbiederungsanfall

von Falk Madeja

Wir von Meine Güte weilten dieser Tage in der Tschechischen Republik – und da gingen die Wogen rund um den Besuch des amerikanischen Präsidenten George Bush auch ziemlich hoch her. Bekanntlich will Bush dortzulande ja ein paar Radaranlagen für ein geplantes Raketen-Abwehsystem aufstellen. Es gibt aber Probleme: die Anwohner der für die Stationierung vorgesehenen Dörfer machten flugs eine Selbst-Volksbefragung – und lehnten die ganze Sache ab. Dann wird in Prag herumdemonstriert, 80 Prozent aller Tschechen sind eh dagegen. Zeitschriften verspotteten Bush, Präsident Vaclav Klaus & Co mit einer Fotomontage, wo die Gesichter in die Körper der Teletubbies hineinmontiert sind. Wie die bei Kleinkindern beliebten BBC-Figuren krähen sie fröhlich “Radar!, Radar!”.

Doch es sollte noch peinlicher kommen. Die christdemokratische Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova hat sich George W. Bush auf unfassbar kriecherische Weise angebiedert. Um dem Präsidenten Honig ums Maul zu schmieren, nahm sie eine CD auf – in der sie wie einst die Prager Beton-Kommunisten in Moskau sich bei dem Gast aus Washington einzuschmeicheln versuchte. Mit dem “Talent einer Bar-Sängerin” (wie Oppositionelle meinten) hatte sie ein unfassbares Lied verzapft: ”Guten Tag, Flagge mit Sternen und Streifen. Du hast dich schon über uns entrollt…”, singt Parkanova auf der CD. “Guten Tag, Radar, einfach Welcome! Endlich haben wir dich erlebt (…) Guten Tag, Radar, ich applaudiere dir”, heißt es weiters in dem Text. Von US-Seite war zunächst keine Reaktion auf den Song, für den die Melodie eines Jubel-Liedes für den sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin aus dem Jahr 1961 verwendet wurde, zu hören. Im eigenen Land – und auch bei uns, bei Meine Güte - macht sie sich damit zum Gespött. Aber die “Krönung” war, dass sie dann auch noch diesen Kommentar abgab: “Ich fühle mich weder peinlich noch servil.” Sie habe den Text schliesslich nicht geschrieben. Wir wissen bescheid: Und Bill Clinton hatte weder inhaliert noch “Sex mit dieser Frau”, in diesem Fall Frau Parkanova…

In Zusammenarbeit mit www.allaboutroyals.com


2 Kommentare zu "Peinlicher Anbiederungsanfall"

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  2. Mal abgesehen davon, dass es nicht “der Pole” oder “der Tscheche” heissen sollte (das war der Jargon in Diktatur Nummer 1) – es war tatsächlich so, dass die Sowjetunion in Polen, der DDR, der CSSR etc. ein Unterdrückungs-Regime installiert hatte. Das Gerede von den “brüderlichen Beziehungen” der Länder hinter dem Eisernen Vorhang war alles Propaganda.

    Wenn jetzt also Polen und Tschechien bei einem Raketen-Abwehr-System mit den USA zusammen arbeiten wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Allerdings sollte in dieser heiklen Raketen-Frage die Bevölkerung auch dahinter stehen, und das tut sie meiner Meinung in der Tschechischen Republik nicht.

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