Hollands Armee in Geldnot
von Falk MadejaIn diesem Moment ist die Mission der niederländischen Armee im afganischen Uruzgan innenpolitisch schwer umstritten. Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop vergaloppierte sich in der vergangenen Woche, weil er in einem Interview vorsichtig davon sprach, dass die Mission trotz aller Probleme fortgesetzt werden solle.
Die Probleme sind heftig. Die niederländischen Truppen werden, wie etwa im vergangenen Monat beim Örtchen Chora, in gefährliche Kampfeinsätze mit den Taliban verwickelt. Neben sehr vielen (100en?) toten Taliban starben auch Zivilisten und 2 niederländische Soldaten. Es gibt inzwischen bei der niederländischen Armee einen ernsthaften Mangel an Fliegern und Technikern, denn die finden in der Zivilwirtschaft einfach einen zudem ungefährlichen Job. Das vorhandene Personal muss darum immer häufiger ausgesonden werden.
Zudem: Die Kosten laufen komplett aus dem Rude. Waren für zwei Jahre 380 Millionen Euro eingeplant – wurden schon im ersten Jahr allein 600 Millionen Euro ausgegeben. Ingesamt fehlen dem Verteidigungsminister 1 Milliarde Euro. Ein Grund ist wohl, dass das Material aus Europa unter den erschwerten Umständen in Afganistan viel schneller verschleisst.
Der Verteidigungsminister kündigte darum drastische Sparmassnahmen an. Die Zahl der Leopard-Panzer wird von 88 auf 60 reduziert, die Zahl der Panzerhaubitzen von 36 auf 24 und die Zahl der F-16-Flieger von 90 nach 72. Ausserdem wird der geplante Ankauf von 30 Tomahawk storniert.
Die Soldaten-Gewerkschaften sind schockiert. “Unsere Verteidigung ist ein sinkendes Schiff”, hiess es bei der Gewerkschaft CNV.
Meine Güte denkt: die niederländische Regierung wird bei kommenden UN-Friedensmissionen oder NATO-Einsätzen sehr zurückhaltend sein, wenn es um die eigene Teilnahme geht…
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