Homo-Dilemma des christlichen Vize-Premier
von Falk MadejaDer niederländische Jugend- und Familien-Minister Andre Rouvoet steht vor einem teuflischen Dilemma. Dieses könnte ihm sogar seinen Job kosten, jedenfalls setzt ihm die oppositionelle Liberalen-Partei VVD nun unter Druck. Grund: Rouvoet ist ja Vorsitzender der Partei Christenunie – und die ist jetzt auf dem Anti-Homo-Kurs!
Die Amsterdamer Gemeinrats-Abgeordnete seiner Partei, Yvette Lont, schickte nämlich eine E-Mail herum, in dem sie dazu aufrief, Homosexuelle von der Partei fern zu halten. Am 17. November ist ein Partei-Kongress der Christenunie, wo sie einen dementsprechenden Antrag einbringen will. Promt handelte sie, die früher als Prostituierte arbeitete, sich von der Amsterdamer Abteilung der VVD eine Strafanzeige wegen Diskriminierung ein.
Nun wird dieser Fall Landespolitik. Die Opposition fordert Rouvoet auf, sich von der Anti-Homo-Aktion zu distanzieren – oder eben abzutreten. Er als Vize-Regierungschef könne ja wohl nicht gegen das Grundgesetz verstossen, in dem es verboten sei, irgendwelche Minderheiten zu diskrimieren, sagte VVD-Abgeordnete Anouchka van Miltenburg zur Website Elsevier.nl.
Eine Umfrage ergab, dass zwei Drittel aller Mitglieder der Christenunie gegen Homos sind. Minister Rouvoet traute sich bis Donnerstag nicht, um seine Meinung zum Thema mit zu teilen. Die liberalen Parteien VVD und D66 waren sauer.
Parlaments-Mitglöied Boris van der Ham (D66) hat inzwischen eine parlamentarische Frage gan PvdA-Minister Guusje ter Horst (Innenministerin) gestellt, ob der Christenunie nicht die Subventions-Zahlungen eingestellt werden sollten, falls die Anti-Homo-Initiative von Frau Lont vom Parteitag der Christenunie angenommen werde… Jetzt hat der Familien-Minister Rouvoet sein teuflisches Dilemma. Entweder er dem politischen Willen seiner Partei-Mitglieder – aber dann müsste er wohl zurücktreten. Oder bleibt Minister – und stellt sich gegen seine Partei!
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