Porno im Staatsfernsehen: ob Beten hilft?
von Falk MadejaPorno im niederländischen Staatsfernsehen! Wenn es nach den Steuer-TV-Machern VPRO und BNN geht, dann wird am kommenden Samstag kräftig gestöhnt. Die Leute von den TV-Sendern, die aus allgemeinen Steuergeldern finanziert werden, wollen endlich mit einem Tabu brechen: dem Porno-Verbot. Deshalb wird der ominöse Porno-Streifen „Deep Throat“ zur besten Sendezeit über den holländischen Äther gehen. Dieser Fall hat bis hin in Regierungskreis Diskussionen ausgelöst, wieder einmal ist das Wort „Verbot“ gefallen.
Es wird aber auch gebetet. Und zwar am Ort des Schreckens, in Hilversum. Dort gibt es nun täglich Gebete, organisiert von der protestantischen Stiftung „Schreeuw im leven“ (Schrei nach Leben), einer Anti-Abtreibungs-Organisation. Der Ex-Chef des einflussreichen und von Steuergeldern finanzierten Senders EO (Evangelischer Sender), Bert Dorenbos, will am Fuße des Fernseh-Turms solange beten, bis die Porno-Sendung doch noch verhindert wird. „Ich bin Gott nicht, aber ich weiß dass er das nicht will,“ sagte er der Zeitung „De Dag“. Im Lichte ihrer Handy-Displays lesen die Anti-Porno-Christen in der Dunkelheit der Hilversumer Abende sich Gebete vor.
Irgendein Berichterstatter konfrontiert Dorenbos mit den Worten „Penis“, „Vagina“, „Orgasmus“ und „erogene Zone“. Da hört der Spass auf, er dreht sich um, die Kamera bekommt ihn nicht in das Gesicht. Er hofft, dass sich im Laufe der Woche wenigstens die feministische Lobby meldet, um die Ausstrahlung des Films zu verhindern.
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