Schwärmerei für den “Führer” – einen Sozi holt die Vergangenheit ein
von Falk MadejaJoop den Uyl, früher Premiermiinister für die sozialdemokratische PvdA in Den Haag, wird von seiner Vergangenenheit eingeholt. Als junger Mann war er nämlich ganz begeistert von Adolf Hiller! Zu Lebzeiten hatte er dieses wohlweislich verschwiegen, aber seine Biographin Annet Bleich berichtet davon jetzt in der Zeitschrift “Vrij Nederland”.
Er schrieb nach einem Aufenthalt in Kiel im Jahre 1939, dass die Deutschen ein „herboren, zelfbewust volk” (wiedergeborenes, selbstbewußtes Volk) seien, dass sich in „eensgezindheid om den Führer (was) geschaard” (in Einigkeit um den Führer gescharrt) habe. Von den Nürnberger Rassengesetzen, der Judenverfolgung und der Kristallnacht hatte er wohl nichts mitbekommen. Erst als die Leute mit ihrem Führer in die Niederlande einfielen, sah er wohl, wie schlecht das Regime von Hitler war. Da schämte er sich wohl und verschwieg seine Hitler-Sympathie lieber.
Er war von 1973 bis 1977 Premierminister, 1987 starb er an einem Gehirntumor. In seiner Regierungszeit wurde die einstige Kolonie Surinam unabhängig (allerdings zog die Hälfte der Bewohner nach Holland um), explodierten die Staatsschulden und gab es einen autofreien Sonntag.
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