Drogenpolitik bringt Steuer-Millionen

von Falk Madeja

Wer sich fragt, warum die niederländische Drogenpolitik so ist, wie sie ist, findet vielleicht auch hier eine Antwort:

Sie bringt dem Staat jährlich mindestens 400 Millionen Euro an Steuern ein. Das hat die TV-Sendung “Reporter” des Senders KRO herausgefunden. Demnach verkaufen die 730 Coffeeshops jährlich 265.000 sogenannte Softdrugs, setzen ca. 2 Milliarden Euro um und zahlen eben auch 400 Millionen Euro Steuern. Die Coffeeshops brauchen übrigens keine Mehrwertsteuer zu berappen, die Steuern werden über die Einkommenssteuern abgerechnet. Der Fiskus geht dabei davon aus, dass der Verkaufpreis von Hasch doppelt so hoch ist wie der Einkaufspreis. In Amsterdam, wo viele ausländische Touristen Kunden sind die nicht so preisbewußt sind, hantiert der Fiskus einen Brutto-Gewinn von 150 bis 180 Prozent.

Dennoch bleibt die niederländische Drogenpolitik komisch und widersprüchlich. Züchter mit mehr als 4 Planzen sind illegal und werden verfolgt – wieso die ersten 4 legal sind und die anderen nicht ist unplausibel. Coffeeshop-Betreiber dürfen nur 500 Gramm im Haus haben, obwohl sie mehrere Kilo am Tag verkaufen.

60 Prozent der in den Niederlanden gezüchteten weichen Drogen werden exportiert, vor allem nach Deutschland und Großbritannien. Hier erhebt der niederländische Fiskus keine Steuern. Ein Polizei-Kommissar namens Max Daniels sagt, dass das sogenannte “Nederwiet” nach Tomaten und Gurken auf dem zweiten oder dritten Platz in der Exportstatistik stehen müsste.  

 


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