Aussenminister Verhagen: Wilders kontraproduktiv
von Falk MadejaDer niederländische Aussenminister Maxime Verhagen hat Geert Wilders deutlich kritisiert. Die Art und Weise, wie der die Publizität in der Angelegenheit des gegen in Jordanien begonnenden Prozesses gesucht habe und der Ton, den er dabei angeschlagen habe, wirken kontraproduktiv.
Wilders hatte gesagt, dass der König Jordaniens ein Despot sei, Jordaniens demokratisches Niveau weit unter das der Niederlande sei und das niederländische Königshaus die freundschaftlichen Bande mit dem jordanischen Königshaus brechen sollte.
Verhagen schrieb jetzt in einem Brief an das Haager Parlament, dass es nun möglicherweise Schwierigkeiten dabei geben könnte, von anderen Ländern Garantieen dafür zu bekommen, dass Wilders nicht ausgeliefert werde, falls es nach einem Prozess und einer Verurteilung zu einem internationalen Haftbefehl kommen würde.
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Seit Geert Wilders vor einer Woche seinen Film „Fitna“ ins Netz gestellt hat, hagelt es Tadel und Distanzierungen von westlichen Institutionen. Die niederländische Regierung verurteilte den Film postwendend, alle 27 Eu-Außenminister schlossen sich an. UN-Generalsekretär Ban-Ki-moon forderte die Verbreitung des Films zu verbieten, und auch die UNESCO hat sich empört. Dabei hat Wilders lediglich bekannte Bilder von bekannten Tatsachen aneinandergereiht. Er zeigt die Opfer der Anschläge von New York, Madrid und London. Die Verstümmelung von Mädchen, die Steinigung von Ehebrecherinnen und das Aufhängen von Homosexuellen in islamischen Ländern.
Doch, so argumentieren die Gegner des Films, dass explizite zur Schau stellen religiös motivierter Gräueltaten sei Hetzte gegen den Islam. Über 1,3 Milliarden Gläubige würden pauschal mit Hasspredigern, Folterern, Henkern und Terroristen in einen Topf gesteckt.
Als Wilders Film im Internet auftauchte, wurden in fast allen großen Medien Europas ziemlich blutige Bilder aus einem nicht muslimischen Teil der Welt veröffentlicht: Kanadische Fischer bei der Robbenjagd. In Berlin kleben Plakate einer großen Tierrechtsorganisation auf denen gehäutete Robben zu sehen sind, als Monster dargestellte Fischer, jede Menge Blut und der Spruch „Die Kanadier killen Robben.“ Die Pauschalisierung „die Kanadier“ wirft knapp 33 Millionen Menschen in einen Topf. Aber von solcher Polemik distanziert sich kein EU-Außenminister.
Seit über vierzig Jahren werden die Methoden mit denen kanadische Fischer Robben töten öffentlich gezeigt und angeprangert. Popstars lassen sich für ihren Mut feiern, wenn sie gegen Robbenjagd protestieren. Das ist Teil der westlichen Freiheit. Vor den Kanadiern hat niemand Angst. Niemand befürchtet, dass die Fischer aus Neufundland, Quebec oder Labrador sich Sprengstoffgürtel umschnallen, um die Robbenfreunde in Europa und USA in Fetzen zu sprengen.
Was aber würde passieren, wenn eine Menschenrechtsgruppe solche drastischen Plakate zum Thema Mädchenverstümmelung im Sudan oder Steinigungen im Iran geklebt hätte? Mullahs oder Imame, als Monster karikiert, durchs Blut ihrer Opfer watend. Und oben drüber eine Schlagzeile wie: „Moslems verstümmeln Kinder“ oder „Moslems quälen Frauen zu Tode“. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich die Folgen auszumalen.
Dokumentarfilme aller Art, die Brutalität und Unmenschlichkeit zeigen und anprangern, sind seit gut einem Jahrhundert Teil unserer Kultur. Auch dass in solchen Filmen ganzen Ländern und Kulturkreisen angeklagt werden, ist absolut üblich – meisten ist es Amerika. Ungewöhnlich an Wilders Film ist einzig, das in diesem Fall einmal Gräueltaten vorgeführt werden, die mit dem Koran gerechtfertigt wurden. Die ANGST vor denen, die solche Taten begehen – den Islam-Faschisten – oder gut finden, ist die Ursache der hektischen Distanzierungen – sonst nichts.