22.08.2008 von Falk Madeja
Die Polizei im niederländischen Groningen hat lt. “De Telegraaf” die “Jagd auf Studentenzimmer in Groningen” eröffnet – weil die Studenten wie verrückt Verkehrsschilder bunkern. Die Ordnungshüter vermuten, dass 100e der Schilder als Tische dienen oder sonstwie verwendet werden. Vor allem das rot-weisse Stoppschild soll bei den Studenten in der nordniederländischen Stadt rasend populär sein.
Die Studenten können die Schilde vom 1. September bis zum 1. Oktober noch straffrei abliefern (EInkaufswagen nebenbei gesagt auch), danach gibt es Besuche durch die Polizei – und Strafen bis zu 200 Euro. Die Ordnungshüter drohen, dass sie auch von Aussen sehen würden, ob da im Studentenhaus ein Verkehrsschild hängen würde. Es könne auch Hausdurchsuchungen gäben, bei Verdacht auf großen Mengen an Klau-Schildern.
So ein Schild würde die Gemeinde bis zu 45 Euro pro Stück kosten. In letzter Zeit seien bereits 45 Schilder beschlagnahmt worden.
22.08.2008 von Falk Madeja
Ja, ist denn das zu glauben! Ein 35jähriger Mann und eine 22jährige Frau wurden auf der Autobahn A28 bei Zwolle von der Polizei erwischt, als sie auf dem Standstreifen splitterfasernackt den Autofahrern zu winkten. Wobei der Mann wie ein drittklassiger Pornodarsteller noch Schuhe und Socken an hatte, ob die weiss waren, wissen wir nicht.
Dem Algemeen Dagblad zufolge hatten die zwei Autobahn-Nudisten einen in der Krone, aber betrunken sollen sie nicht gewesen sein. Sie hatten nur den lange unerfüllt gebliebenen Wunsch, einmal nackt auf der Autobahn anderen Leuten zuzuwinken. In ihrem Eifer hatten sie übersehen, dass ein Wagen der Autobahn-Polizei zufällig in der Nähe war. Wie in einem Derrik-Film wurden sie gebeten, ins “Präsidium” mitzukommen. Dort gab es eine Strafe, denn sie hatten ja den Autobahnverkehr behindert und nicht mal einen Ausweis dabei. Das ist seit einiger Zeit in den Niederlanden strafbar. Schliesslich waren… weiter lesen
19.08.2008 von Falk Madeja
Die Polen gehen, die Deutschen kommen! So ist ein bisschen der Tenor auf dem niederländischen Arbeitsmarkt. Jedenfalls wenn es um Bau und Technik geht. In den Niederlanden gibt es einen enormen Bedarf an Fachkräften, in den letzten Jahren wurden auf vielen Baustellen Polen eingesetzt. Ja, es gab nach meinem Augenschein in Amsterdam kaum noch eine Baustelle, vor der nicht ein polnisches Auto geparkt stand.
Jetzt aber boomt der Wohnungsbau auch in Polen – Aufholebedarf und wachsender Wohlstand – und die polnischen Bauarbeiter haben mehr und mehr Arbeit im eigenen Land. Also brauchen die Niederländer neue Bauarbeiter – und die wollen sie aus Deutschland holen! Laut der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) gelten die deutschen Bauarbeiter als “vertrauenswürdig, pünktlich und gut ausgebildet”. Nach einer Weile, so berichteten niederländischen Zeitungen am Wochenende, würden die Deutschen auch die niederländischen Witze verstehen, wie “Gib das Fahrrad zurück”. (Im Zweiten Weltkrieg hatten die deutschen Besatzer in den Niederlanden… weiter lesen
16.08.2008 von Falk Madeja
Samstag-Abend, Nova, Tagesthemen aus Hilversum. Da sitzt also ein Mann gefühlte 100 Minuten in einem Interview zu erklären, warum er denn nun in einer Kolumne dazu aufgerufen hatte, das Haus der Chefin von GrünLinks, Femke Halsema, anzuzünden.
Die hat Kinder, Familie usw. – und inzwischen Anzeige erstattet und steht unter Polzeischutz. Was aber sagt dieser Mann in Nova? Es sei ja alles nur Satire gewesen!
Der Mann heisst übrigens Riktus Spithorst, schrieb seine Mordskolumne unter Pseudonym auf der Website Fok.nl. Er habe, so seine Verteidigung, Femke Halsema nur einen Spiegel vorhalten wollen, nachdem diese ihren gerade zurückgetretenen Fraktionskollegen und ehemaligen Einbrecher Wijnand Duyvendak “integer” genannt habe. Nun hat es sich Spithorst mit allerlei Leuten verdorben. Mit seiner eigenen Partei “PvdA”, denn die will ihn nicht mehr für die Website der PvdA Amsterdam schreiben lassen. Mit Rover, der Vereiningung niederländischer Reisender im öffentlichen Nahverkehr – hier ist er bislang Sprecher und… weiter lesen
16.08.2008 von Falk Madeja
Die Übernahme von 12 Prozent am TV-Konzern Pro7Sat1 durch den niederländischen Konzern “Telegraaf Media Group” (TMG) kennt einen großen Verlierer: das Personal. 425 der 3600 Beschäftigten werden auf die Straße gesetzt. Das sind 12 Prozent des Personals.
Auf einen Umsatz von 360 Millionen Euro wurde ein Verlust von 175,5 Millionen Euro verbucht. Grund dafür ist eine Abschreibung von 185 Millionen Euro auf den Wert der Pro7Sat1-Beteiligung.
Die Entlassungs-Pläne sind vor allem bei der Redaktion der Boulevard-Zeitung “De Telegraaf” hart angekommen. Chefredakteur Eef Bos sagte, es hänge eine “dunkle Wolke über dem Basisweg”, der Adresse des Konzerns in Amsterdam. Auch die Journalistengewerkschaft NVJ zeigte sich besorgt.
Die Zeitung “De Volkskrant” verichtete, dass einige Aktionäre (darunter TV-Ikone John de Mol, der 10,3 Prozent in Händen hat) über die Ergebnisse unzufrieden gewesen seien. Wichtigster Grund für die Entlassungen dürfte wohl sein, dass TMG die Anteile an Pro7Sat1 eben viel zu teuer eingekauft hat.
TMG… weiter lesen
14.08.2008 von Falk Madeja
Er hat es getan! Wijnand Duyvendak, Abgeordneter der niederländischen Parlamentspartei GrünLinks, ist nach massivem öffentlichen Druck zurückgetreten. Ihm wurde seine Vergangenheit als Einbrecher zum Verhängnis. Der Ex-Chef der Organisation Millieudefensie war 1985 Teil einer Bande von Kriminellen, die in das Wirtschaftsministerium in Den Haag eingebrochen hatten. Sie stahlen Dokumente rund um eventuell geplante Atomkraftwerke. Jahrelang hatte er darüber gelogen, jetzt kam die Wahrheit ans Licht. Nämlich durch ihn selbst. Er will dieser Tage ein Buch vorstellen, in dem er ein bissel über seine Einbrecher-Erfahrungen prahlen wollte. Aber die Sache entglitt ihm total.
Fraktionschefin Femke Halsema hatte erklärt, dass Duyvendak seiner Partei großen Schaden zugefügt habe. (Allerdings wußte die Partei intern schon lange von der Angelegenheit.) Duyendak sass sechs Jahre im Parlament. Er gab eine emotionelle Pressekonferenz – und klang aufrecht und überzeugend.
Alles, was nicht Links ist in den Niederlanden, hatte an der Affäre natürlich seinen Spass.… weiter lesen
14.08.2008 von Falk Madeja
Dann wollen sie ihr Geld zurück! Ok., die Fans in Halle, Leipzig und Dresden wollen sich immer gleich prügeln, wenn sie ein bisschen sauer sind, in Amsterdam schreiben sie halt einen Brief. Ajax-Fan Lucas Böke will sage und schreibe 110 Euro von Ajax, weil Ajax-Trainer Marco van Basten im Freundschafts-Spiel gegen Inter Mailand nur eine “C-11″ aufgestellt hatte. Das geschah beim jährlichen “Amsterdam Tournament”, einem dieser sommerlichen Vorbereitungs-Turniere.
Van Basten hatte gesagt, dass er seine besten Jungs nicht zwei Tage hintereinander habe aufstellen können. Ajax-Fan Böke stank die Sache enorm. Der einzige Grund, warum Inter nicht 10:0 gewonnen habe, sei gewesen, dass die Italiener sich über das Niveau von Ajax kaputt gelachen hätten. Und er musste für sich selbst und seine Tochter Gitta jeweils 55 Euro blechen. Das sei so, als ob er das Concertgebouworkest gebucht und dafür die Bauernkapelle aus Tytsjerksteradiel bekommen hätte.
Ajax bestätigte den Eingang des Briefes – und… weiter lesen
12.08.2008 von Falk Madeja
Bei einem Bombardement der georgischen Stadt Gori durch wahrscheinlich russische Truppen ist in der vergangenen Nacht der 39jährige Kamera-Mann des niederländischen RTL-Senders, Stan Storimans, getötet worden. RTL-Korrespondent Jeroen Akkermans, der normalerweise von Berlin aus auch Ost- und Mitteleuropa bearbeitet, wurde verletzt. Er soll sich im Schockzustand befinden.
Storimans hinterlässt Frau und zwei Kinder. Aussenminister Maxim Verhagen nannte ihn einen ”hart arbeitenden Profi” und einen “besonders symphatischen Mann”. Er hatte sich mit Storimans erst kürzlich bei einem Besuch in Afganistan persönlich unterhalten. Verhagen bestellte den russischen Botschafter ein.
Die genauen Umstände müssen allerdings noch geklärt werden.
12.08.2008 von Falk Madeja
Schiedsrichter gibts in den Niederlanden! Der KNVB (Königlich Niederländische Fußballverband) bestrafte Schieri Jack van Hulten mit einer Sperre von drei Spielen, weil er den Spieler des PSV Eindhoven Ibrahim Afellay in einem Freundschaftsspiel gegen VVV Venlo mit den Worten “Typushond” (Typhus-Hund, Mix aus Krankheit Typhus und eben Hund) beleidigt haben soll. Die Sperre gilt ab kommenden Wochenende für die sogenannte Jupiler-League (Jupiler ist eine Biermarke aus Belgien und Sponsor der zweiten Profi-Division).
Jack van Hulten bestreitet die Vorwürfe, er habe den PSV-Spieler lediglich “naar typetje” (das Wort “naar” bedeutet je nach dem übler oder dummer oder unheimlicher oder widerwärtiger oder ekliger Typ also, sucht Euch was aus) genannt. Der Linienrichter konnte es nicht richtig hören, ein Spieler von VVV bestätigte aber die Version des PSV-Mannes.
12.08.2008 von Falk Madeja
In den Niederlanden hat sich ein bizarrer Unfall ereignet. Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Breda und Gilze-Rijen knallte ein Intercity Richtung Tilburg gegen ein Auto – und schleppte es 300 Meter mit. So weit, schon tragisch genug. Dann aber kam der Zug aus der Gegenrichtung – und schleppte das Auto wieder zurück! Das spielte sich beim bewachten Bahnübergang an der Baarschotsestraat in Dorst ab.
Das Auto war völlig demoliert – der Fahrer überlebte das alles und kam schwer verletzt ins Krankenhaus.