30.09.2008 von Falk Madeja
Die Kicker von Hertha BSC würden wahnsinnig werden, wenn sie eine ähnliche Strafe wie Kollegen vom niederländischen Zweitligisten RBC Roosendaal bekommen würden. Die Herthaner blamieren sich ja Jahr für Jahr im DFB-Pokal, das passierte jetzt auch dem RBC Roosendaal. Obwohl in den Niederlanden der KNVB-Pokal extra so organisiert wird, dass die Amateure praktisch keine Chance haben, liessen sie sich von den Rijnsburgse Boys mit 2:1 ausschalten. Die RBC-Spieler bekamen die vertraglich festgestellte Höchststrafe. Sie müssen in den kommenden Wochen der kommerziellen Abteilung zur Verfügung stehen, um die entgangenen Einkünfte in irgendeiner Weise wieder rein zu holen. Sollten sie in der näheren Zukunft Roosendaal bereisen und in der Innenstadt bettelnde Leute in orangenen Trikots sehen, wissen Sie bescheid.
Beim Ehrendivisionisten De Graafschap ging man etwas milder mit den angestellten Kickern um. Die hatten sich nämlich “nur” beinahe blamiert. Bei… weiter lesen
29.09.2008 von Falk Madeja
Es ist passiert. Bei der vierten niederländischen Gratis-Tageszeitung “Dag” wurde jetzt der Stecker rausgezogen. Heute morgen bekamen die rund 50 Mitarbeiter zu hören, dass die letzte Ausgabe am 1. Oktober erscheinen soll. Der Verlag PCM teilte mit, dass immerhin die Online-Ausgabe weiter existieren soll. Die dort beschäftigten Redakteure beliefern auch ein Portal der niederländischen Telefongesellschaft KPN (in Deutschland mit E-Plus aktiv).
Dag startete im Mai 2007 und hatte so um die 380.000 Exemplare. Es war allerdings die vierte Gratis-Zeitung am Markt, zuvor waren 1999 der schwedische Metro-Verlag und der Telegraaf mit “Spits” gestartet. Also viele Jahre vor dem Start von “Dag”. Der Verlag PCM, hinter dem einige Stiftungen stecken, hatte auf die Entwicklung des Gratis-Zeitungsmarktes lange Zeit aus Arroganz einiger Spitzen-Manager nicht reagiert. Und das, obwohl im mittleren Management etliche Verantwortliche die… weiter lesen
23.09.2008 von Falk Madeja
Haste Fernseh-Töne! John de Mol, TV-Icon, schleppt RTL vor den Richter. Jedenfalls die niederländische Abteilung von RTL, an der er seit geraumer Zeit 26,3 Prozent der Anteile hält. Das ist so, als sein finanziell angeschlagener Sender Talpa in RTL aufging. Nun sind die Resultate seiner Meinung nach nicht so toll und so müssen morgen allerlei Leute wie der Ex-Chef von RTL, Fons van Westerloo, der heutige Chef Bert Habets und der Ex-Reklame-Chef Frank Eijken beim Gericht antanzen. Ja, auch RTL-Europa-Chef Gerhard Zeiler muss vor den Kadi! John de Mol findet, dass die Gewinne nicht so sind, wie prognostiziert und dass er früher darüber hätte informiert werden. Er will wohl eine Entschädigung.
21.09.2008 von Falk Madeja
Klar, auch Pädophile müssen nach der Verbüssung ihrer Strafe irgendwo wohnen – aber muss es gleich das Haus der Opfer sein? In Utrecht ergab es sich, dass in verurteilter Kinderschänder nach der Verbüssung seiner Strafe ganz einfach wieder in seine Mietwohnung zurückkehrte – in dem gleichen zehnstöckigen Hochhaus wohnt allerdings auch sein Opfer, heute 5 Jahre alt. Eigentlich eine Horrorvorstellung.
Im März 2007 vergriff der Mann sich an dem Kind, im September wurde er verurteilt und im Dezember war er schon wieder frei. Seitdem wird um den Fall gestritten. Die Opfer-Familie tauchte zeitweilig bei Freunden unter und die Wohnungsgenossenschaft Bo-Ex bot dem Mann für den Umzug 1000 Euro und eine Mietwohnung in einer Art Altersheim an. Er wollte aber 15.000 Euro.
Nun haben die Bürgermeister der vier grossen Städte Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag dem Justizminister Ernst Hirsch Ballin einen Brief geschickt, in dem sie fordern, dass Pädophile nicht… weiter lesen
20.09.2008 von Falk Madeja
Was in Berlin die U 55 (noch immer nicht fahrende Kanzler-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor, wird in einigen hundert Jahren zum Alex verlängert) ist, heisst in Amsterdam Nord-Süd-Linie. Es handelt sich um zwei U-Bahn-Projekte, die sicher irgendwann einmal fertig sind, aber vorläufig Unmengen an Geld kosten und ziemlich viele Probleme verursachen. In Amsterdam raufen sich die Leute seit ein paar Tagen die Haare. Denn wie es befürchtet worden war, sackten in der Vijzelgracht reihenweise Häuser ein. Die Bewohner sind aus dem Haus geflüchtet und trauen sich nicht mehr zurück. Grund: wegen des sandig-feuchten Untergrundes stehen Amsterdams Häuser auf Pfählen. Wenn man beim Graben und Bohren nicht gut aufpasst, dann sacken die Häuser weg. Wie geschehen.
Die Behörden sind peinlich berührt, denn dieser Vorfall wird die Kosten der Nord-Süd-Linie weiter steigen lassen. Wahrscheinlich müssen die Bewohner finanziell entschädigt werden, und das nicht zu knapp.
Ich bin ein U-Bahn-Fan, mit Bruno… weiter lesen
20.09.2008 von Falk Madeja
Jedenfalls ab jetzt! Und zwar in den Niederlanden. Die Bürgermeister der vier grössten Städte Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht haben Justizminister Ernst Hirsch Ballin einen Brief geschrieben, dass Männer, die mit mehr als einer Frau verheiratet sind, nicht mehr niederländische Staatsbürger werden dürften. Kaum zu glauben aber wahr: in Amsterdam etwas sind 173 Männer registriert, die mit mehr als einer Frau verheiratet sind. Zwei haben sogar drei Ehefrauen. 31 der polygamen Herren haben sogar die niederländische Staatsbürgerschaft bekommen, obwohl sie offenkundig gegen die Gesetze verstossen. In den Niederlanden darf man nur mit einer Person verheiratet sein. Müssen wir das erwähnen?
Der Brief der Bürgermeister ist die Folge einer Initiative der Amsterdamer Abteilung der liberalen Partei VVD. VVD-Gemeinderatsmitglied Robert Flos sagte: “Es ist doch unglaublich, dass polygame Menschen dennoch Niederländer werden können. Das muss so schnell wie möglich verhindert werden.” Er sei froh, dass… weiter lesen
19.09.2008 von Falk Madeja

Ja, ist denn das zu fassen? Ein 28jähriger Mitarbeiter der Zeitschrift “Voetbal International” sorgte für peinliches Aufsehen, weil er vor einigen Monaten in den Computer des damaligen Präsidenten von Ajax Amsterdam, John Jaakke, eingebrochen hatte.
Hintergrund: seit einigen Jahren wird Ajax Amsterdam nicht mehr Meister, immer wieder ist der PSV Eindhoven besser. Darum beauftragte Ajax eine sogenannte Kommission Coronel (benannt nach Uri Coronel), um herauszufinden, warum das so ist. “Voetbal International” war immer ziemlich gut auf der Höhe der Informationen – und am Ende brach nicht zuletzt die Publizität Jaakke sein Genick. Er und ein paar andere Leute mussten gehen. Nun zeigt sich, dass ein Mitarbeiter der VI-Redaktion regelmässig im Computer von Jaakke drin war.
Johan Derksen, Chef bei Voetbal International, machte das einzig richtige. Er distanzierte von der Aktion und entschuldigte sich bei Jaakke.… weiter lesen
19.09.2008 von Falk Madeja

Im niederländischen Gratis-Zeitungskrieg scheint es nun ein Opfer zu geben. Die Eigentümer der Zeitung “Dag”, herausgegeben vom Verlag PCM (NRC Handelsblad, De Volkskrant, Trouw, Algemeen Dagblad) scheint die anhaltenden Verluste nicht mehr verantworten zu können. Eigentlich sollten noch einmal 7,5 Millionen Euro in das chancenlose Projekt hineingesteckt werden, aber PCM bzw. die dahinter stehenende Stiftungen wollen wohl nicht mehr, schreibt die Website der Journalistengewerkschaft NVJ, Villamedia.
“Dag” war von Anfang an ein wunderliches Projekt. Massgeblich inititiert vom Chefredakteur der Zeitung “De Volkskrant”, Pieter Broertjes. Der Mann, unter dessen Regie die Auflage der Volkskrant dramatisch sank und die heutzutage wegen ihrer moralinsauren Tones auch schon mal “Essig-Bote” genannt wird, hatte sich Ende der 90er wiederholt überheblich über das Phänomen der kostenlosen Zeitungen geäussert.
1998 kam das aus Schweden stammende Zeitungsprojekt “Metro” (in einer schwedisch-niederländisch-deutschen Kooperation) – Metro durfte sich laut Broertjes nicht einmal Zeitung nennen. Viele Jahre später, Metro war… weiter lesen
09.09.2008 von Falk Madeja
Die Fussball-Frauen des niederländischen FC de Rakt haben sich überraschenderweise durchgesetzt! Sie dürfen jetzt Röcke tragen. Die Lösung ist lustig. Die Fussballerinnen bedauern, dass sie von Röcken gesprochen haben und die Funktionäre finden jetzt o.k., dass “Röcke über der Hose” getragen würden.
08.09.2008 von Falk Madeja
Was haben die SPDer Beck, die beiden Stones und Münte mit den niederländischen Sozialdemokraten zu tun? Auf den ersten Blick nichts, aber auch bei unseren Nachbarn ist die sozialdemokratische Kacke am Dampfen. Gäbe es jetzt eine Wahl, so der Meinungsforscher Maurice de Hond, dann würde die PvdA von Finanzminister Wouter Bos gerade mal noch 15 der 150 Parlamentssitze bekommen. Also zehn Prozent. Der Sitze. Wobei die Wahlbeteiligung ständig sinkt, vielleicht ist die Wahlbeteiligung beim nächsten rund um 60 a 50 Prozent. Das heisst dann also, dass weniger als zehn Prozent der Niederländer hinter den Sozialdemokraten stehen.
Wo gehen die Ex-PvdA-Wähler hin?
15 Prozent der PvdA-Wähler von 2006 würden nun die linksliberale Partei D66 wählen, 11 Prozent die postmaoistische SP und 9 Prozent die z. T. exkommunistische Partei GrünLinks. Pest und Cholera, jaja, aber wenigstens D66 ist weder das eine noch das andere, der SP ist das Mao peinlich und GrünLinks… weiter lesen