31.12.2008 von Falk Madeja
Ach du Schreck! Während ich gerade einen Zug von Berlin nach Amsterdam auf Bahn.de suche und bereits die ersten Silvester-SMS eintreffen, lese ich auf der Website von De Telegraaf von einem drohenden Feuerwerks-Verbot in den Niederlanden. Nicht, dass ich besonders versessen auf die Knallerei bin – sie kann mir eigentlich gestohlen bleiben. Doch ob ich nun in meiner Kindheit und Jugendzeit in Rostock oder später als Erwachsener in Berlin oder Amsterdam war – es hat in der Silvester-Nacht immer ordentlich oder auch unordentlich gerumst.
Also, es wäre schon eine ungewöhnliche Silvester-Nacht ohne Knallerei.
Bei genauerem Hinsehen ist das mit dem Feuerwerks-Verbot in den Niederlanden so. Es gibt in der nordniederländischen Stadt Groningen eine Stiftung “Staakt het Vuren” (Stopt das Feuerwerk), die tatsächlich die Regierung in Den Haag bzw. die lokalen Behörden dazu zwingen will, die… weiter lesen
30.12.2008 von Falk Madeja
Finanzkrise hin oder her – es gibt in den Niederlanden einen Banker, der zum Jahresende noch mal richtig abkassiert! Jan Peter Schmittmann, ehemals Chef der beinahe untergegangenen und nun in Staatshänden befindlichen ABN Amro Bank, kann sich nach seinem Ausscheiden über einen Goldenen Händedruck von 8 Millionen Euro freuen.
Die Bank selbst wollte ihm 2,4 Millionen Euro mitgeben, das war sein Jahresgehalt im Jahr 2007. Schmittmann ging daraufhin zum Kadi und gewann.
Der ab dem 1. Januar antretende neue ABN-Chef, Gerrit Zalm, sagte, er verstehe, dass die Summe zum nötigen Unverständnis führen werde – im kommenden Jahr würden die Gehälter so aussehen, dass sie “in diese Zeit und die neue Bank” passen würden. Das Finanzministerium nannte die Summe “exorbitant”. Allerdings hatte Schmittmann Recht auf 16 Millionen Euro. Banker von ING un Aegon, die ebenfalls wie die ABN Staatshilfe bekamen, hatten ebenso auf… weiter lesen
30.12.2008 von Falk Madeja
Viele Amsterdam-Besucher, vor allem Touristen, können aufatmen! Die Gemeinde Amsterdam schafft die berühmt-berüchtigte gelbe “Wielklem” (Parkkralle) ab. Der zuständige Beigeordnete der Stadt Amsterdam, Tjeerd Herrema, übergab symbolisch “ein letztes Exemplar” dem Polizei-Musuem.
Vor allem Touristen (ja, darunter auch viele Deutsche) hatten das Gefühl, als ob die Parkbehörden es geradezu auf sie abgesehen hatten. Für die Stadt Amsterdam ist die Park-Politik eine wichtige Einnahme-Quelle. Gaben sich andere niederländische Gemeinden damit zufrieden, dass sie mit Park-Gebühren und Bußen plus minus Null spielten, erzielte die Stadt Amsterdam schon mal dutzende Millionen Überschuss.
Ganz verschwinden wird die Parkkralle nicht. Wer mehr als 5 Bußen nicht bezahlt hat, bekommt sie weiterhin. “Das wird dann die Kralle der Schande”, sagte Herrema. 5 Bußen nicht bezahlt? Das wird ja bei Touristen eher nicht vorkommen…
23.12.2008 von Falk Madeja
Gewisse Aufregung in den Niederlanden – macht die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA) nun die Migranten-Rolle rückwärts? PvdA-Vorsitzende Lilianne Ploumen schreibt jedenfalls in der sogenannten “Integratienota” der Partei: “Der Fehler, den wir nie wieder machen dürfen, war ist das Vermeinden von Kritik auf Kulturen oder Religionen unter dem Gesichtspunkt der Toleranz.”
Interessant ist, dass der erste Absatz so ungefähr der Tenor ist, der in der der PvdA nahe stehenden “De Volkskrant” zu lesen ist. Dabei ist viel brisanter, was “De Telegraaf” schreibt. Dass die PvdA nämlich nun gegen die doppelte Staatsbürgerschaft sei. Denn das ist eigentlich die Domain der Parteien des rechten Spektrums, so etwa von PVV-Chef Geert Wilders. Nun sagt aber Frau Ploumen, dass Migranten ihre alte Nationalität aufgeben müssten –… weiter lesen
19.12.2008 von Falk Madeja
Die traditionellen Zeitungsverlage in den Niederlanden kommen von einer Krise in die andere. Beim Verlag “PCM”, Herausgeber der Zeitungen “De Volkskrant”, “Trouw”, NRC Handelsblad und Mehrheitsbesitzer des Algemeen Dagblads, sollen 5 Prozent der 2600 Mitarbeiter gefeuert werden, also 130! Einerseits liegt das an der allgemeinen Krise, andererseits daran, dass mit dem Ein- und Auszug der Beteiligungsgesellschaft “Apax” 300 Millionen Euro in Rauch aufgegangen sind.
Bei der Zeitung “De Telegraaf” geht es auch rund. Dort brennt es an allen Ecken und Enden. Distributionszentren werden geschlossen, die Redaktion sieht sich erhöhtem Spardruck ausgesetzt und kam darum mit einem ungewöhnlichen Plan. Man wolle untersuchen, ob und wie die Zeitung “De Telegraaf” unabhängig von der Mutter-Gesellschaft “TMG” weiter machen könnte. Direktor Frank Volmer erteilte dem prompt im Gewerkschaftsblatt “De Journalist” eine Absage. Die Zeitung sei das Schanier, um… weiter lesen
18.12.2008 von Falk Madeja
Mario Barth würde jetzt umfallen vor Lachen und gleich eine Art Witz über seine Freundin erzählen, die ihre Tage hat und eine Handtasche kaufen will. Eine Handtasche! Während ihrer Tage! Aber wir kommen hier doch zu einer ernsthaften Angelegenheit. Der Gynäkologe Pieter Hompes vom VU Medisch Centrum in Amsterdam sagt nämlich, dass die moderne Frau viel zu oft ihre Tage bekommt. “Unsere (Vor)Mütter hatten 50 bis 60 mal in ihrem Leben eine Menstruation, nun haben westliche Frauen 500 bis 600 mal im Leben eine Menstruation.”
Jetzt wird das weniger lustig. Denn das erhöhte im Laufe der Generationen die Gefahr auf Unfruchtbarkeit. Genauer gesagt auf die Krankheit “Endometriose”. Es wird davon ausgegangen, dass während der Menstruation Blut über die Eileiter in die Bauchhöhle kommt und Gebärmutterschleim Organe und Gewebe verklebt. Das tut im Laufe der Zeit nicht nur weh, auch werden Spermien und sogar Eizellen durch ein überaktives Immunsystem angegriffen. Kurz… weiter lesen
17.12.2008 von Falk Madeja
Aufregung um ein Foto von Geert Wilders im Leichensack! Jedenfalls war er so auf einem Foto der niederländischen Zeitschrift “Revu” zu sehen – das allerdings vom Mutter-Verlag “Sanoma” vor der Publikation zurückgezogen wurde. Der Anti-Islam-Politiker Geert Wilders guckt lächelnd aus einem noch offenen Leichensack.
Der Verlag zog das Bild also zurück, dennoch tauchte das Cover wieder auf. Die Zeitung “Spits” publizierte die Abbildung und nun stellt sich die Frage, was in den Köpfen der Macher bei “Revu” so vor sich ging. Das werden wir in den kommenden Tagen hören. Oder Stunden.
Zumal das Bild dann irgendwie doch wieder in der Weihnachtsausgabe der “Revu” erschien.
17.12.2008 von Falk Madeja
Das ging ganz schnell! Den halben Tag hatten die niederländischen Zeitungen und viele Websites über die Privat-Fehde des prominenten Bloggers und Kommentators des NRC Handelsblads, Frank Vermeulen, mit dem Anti-Islam-Politiker Geert Wilders berichtet, am Ende des Tages war der Mann seinen Job los. Jedenfalls den als Kommentators und Bloggers. (Ob er weiter für das NRC arbeitet ist unklar.)
Was war passiert? Nun, das Wochenmagazin HP/de Tijd brachte in der laufenden Ausgabe ein Interview mit Geert Wilders – und der nutzte die Gelegenheit, mit Vermeulen abzurechnen. Hatte Vermeulen ihn nicht kürzlich in einer Kolumne als “scheinheilig” und “hetzerisch” bezeichnet. Wilders sagte, er habe da in Sachen Vermeulen noch eine Geschichte auf Lager. Der habe vor Monaten nämlich mit Tränen in den Augen in seinem Büro gebettelt, ob Wilders nicht… weiter lesen
17.12.2008 von Falk Madeja
Schon ein besonderes Schiff, das da gerade im deutschen Wilhelmshaven vor Anker: die SS Rotterdam. Das größte jemals in den Niederlanden gebaute – und mit Sicherheit wohl das teuerste. Kürzlich noch verlor Wohnungsministerin Ella Vogelaar ihren Job – denn sie hat bei der Aufsicht des Umbaus des Schiffs zu einem Zentrum aus Läden, einem Museum und einem Hotel jämmerlich versagt.
Haltet Euch jetzt mal fest: der Umbau sollte sechs Millionen Euro kosten, am Ende wurden es 200 (in Worten zweihundert) Millionen Euro.
Das zeichnete sich schon im Jahr 2006 ab, aber die Sache lief sozusagen völlig aus dem Ruder. Komischerweise war letztendlich die Wooncorporatie Woonbron für das Projekt verantwortlich, als ob es da von Fachleuten für den Umbau von Schiffen nur so wimmelte. Tja, am Ende war halt das böse Asbest mal wieder schuld. Kuriositäten ohne Ende. Im Jahr 2006 lag das… weiter lesen
17.12.2008 von Falk Madeja
Geert Wilders, der momentan in Israel seinen Film “Fitna” zeigt, wird nach seiner Rückkehr regelrecht aufheulen. Er zeigte sich in einer Debatte um die doppelte Nationalität zweier Regierungsmitglieder nämlich ziemlich unversöhnlich als Gegner des doppelten Passes.
Auch wenn er jemals in die Regierung kommen sollte (was sehr unwahrscheinlich ist) – den Prozess wird er kaum zurückdrehen können. Inzwischen, so teilten die zentralen Statistik-Behörden (CBS) dieser Tage mit, haben nämlich mehr als eine Millionen Niederländer einen zweiten Pass. Seit 1995 hat sich die Zahl verdreifacht. 500.000 Niederländer haben demnach auch einen türkischen oder einen marokkanischen Pass. Im Jahr 2007 kamen 22.000 Doppelpass-Niederländer dazu, darunter 6.000 Kinder durch Geburt.