Prinz Willem-Alexander mit “schlaflosen Nächten”
von Falk MadejaJa, die Diskussionen rund um die von Kronprinz Willem-Alexander geplante Luxus-Villa im afrikanischen Mosambique wollen einfach kein Ende nehmen. Am Montag morgen meldet die Tageszeitung “Metro”, dass 57 Prozent von 1263 befragten Niederländern findet, der künftige König habe die Monarchie mit seinem Plan vom teuren Urlaubshaus in dem armen Land die Monarchie beschädigt habe. 51 Prozent wollen, dass er und seine Gattin Maxima den Bau sofort stoppen.
Was ist da los, werden sich die Oranjes nun fragen? Haben sie nicht in den Samstag-Zeitungen eine Art Offensive gestartet, um dem Volk deutlich zu machen, dass sie ihnen das Haus zusteht? Ja, gab der Prinz zu, er habe “schlaflose Nächte” gehabt – treuherzig sagte er, dass seine Arbeit für das Land natürlich immer Vorrang habe. Gut, werden sich viele Niederländer gesagt haben, dafür bekommt er ja auch reichlich Geld. Der niederländische Sender RTL hatte allerdings gemeldet, er habe zu seiner Mutter beinahe rotzfrech gesagt: “Ich darf nichts und das werde ich ganz einfach tun.”
Natürlich hatte der Kronprinz keine Pressekonferenz gegeben. Es gab wieder einmal eines jener seltenen Hintergrundgespräch für die Presse, diesmal beim Staatsbesuch in Mexico. Die Journalisten dürfen daraus nicht wortwörtlich zitieren, dennoch waren einige Aussagen aufschlussreich. So hat Königin Beatrix wohl gesagt, dass sie die Kritik der letzten Wochen “getroffen” habe. Mal abgesehen von dem Urlaubshaus in Mosambique ging es um Fragen wie Luxus-Shopping-Reisen von Mitgliedern des Königshauses und auch um so eine Kleinigkeit wie die Meldung von RTL, dass Königin Beatrix eigentlich gegen das Urlaubshaus des Kronprinzen gewesen sei. Sie soll gesagt haben, drei jahre länger auf dem Thron zu bleiben, um ihren Sohn vor der Kritim zu bewahren. Dem widersprach, so lesen wir im Algemeen Dagblad, bei dem Hintergrundgespräch nicht, sie äusserte stattdessen Verständnis, dass ihr Sohn und die Schwiegertochter auch mal ungestört Urlaub machen wollten, so wie sie einst mit ihrem Mann Claus in Italien.
Wie nun weiter? Formell gesehen sind die Oranjes fein raus. Weitere Fragen müssen sie nicht beantworten, dafür ist verfassungsrechtlich Ministerpräisdent Jan-Peter Balkenende verantwortlich. Allerdings wird es in Zukunft noch einige Debatten um Einsparungen in Zeiten der finanziellen Krise gehen. So sollen alle Ministerien im Prinzip 20 Prozent einsparen (insgesamt 35 Milliarden Euro) – nur das Königshaus nicht, Die Oranjes, die in den vergangenen Tagen einem von der Zeitschrift “Quote” geschätzten Vermögen von 800 Millionen Euros nicht widersprachen, werden weiter unter Feuer stehen. Und sei es, weil das leidige Urlaubshaus in Mosambique aus allerlei Gründen sehr hohe Sicherheitskosten haben soll.
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Natürlich ist der Bau eines Ferienhauses keine Systemfrage. Und klar, ich finde Moçambique auch nicht gerade ein ideales Land für eine Villa am Meer, aber mal ehrlich, was soll denn der Hinweis auf das Privatvermögen des Hauses Oranje-Nassau (“geschätzt”)? Bei keinem Präsidenten wird sein Selbsterspartes (oder auch Selbstergaunertes) in den Bericht über seine Amtsführung oder sein Privatleben eingebaut. Hätte denn George W. Bush jemals sein auf zweifelhafte Weise erworbenes Geld in die Repräsentationsaufgaben des Staatschefs einfließen lassen sollen? Weder die niederländische noch die britische Monarchin, um ein weiteres beliebtes Beispiel zu wählen, bekommen ein Monatssalär, wie etwa unser Bundeshotte und ALLE seine noch lebenden Vorgänger. Den Monarchinnen wird lediglich eine Kostenerstattung für die Aufgaben des Staatsoberhaupts gewährt. Und wenn man sich die Budgets dafür in Republiken und Monarchien ansieht, stellt man gar keine großen Unterschiede fest, in den meisten Fällen schneiden Monarchien sogar günstiger ab. Trotz alles Glitz und Glamours, den wir alle so lieben.
Ist der Kommentar wirklich ernst gemeint oder verkannte Satire?