Breda: Löffelweise in die Freiheit

von Falk Madeja

YouTube Preview ImageBreda! Im Herbst vergangenen Jahres sprach eine Frau dort eindringlich und fast mit Erfolg auf mich ein, ich sollte mich in dieser Stadt in Brabant ansiedeln. In der Nähe von ihr natürlich.

Breda ist in meinen Augen so eine Stadt wie meine Geburtststadt Rostock, also eine Provinz-Stadt, aus der man als junger Mensch fliehen sollte und es als älterer Mensch gut aushalten kann. Es gibt gibt bsw. in diesen zwei zauberhaften Provinz-Städten immer noch ein Kino, in dem man sinnlose französische Filme sehen kann. Wenn man verliebt ist, und das war ich in beiden Städten, ist das neben einer wunderbaren Frau eine sehr romantische Angelegenheit. Händchenhalten im Kino und so. In Breda, genauer bei Breda, hätte mich persönlich allerdings so eine Art privates Gefängnis erwartet. Reisen nach Berlin wären immer eine Frage der Reisefreiheit gewesen.

Es gibt da in Breda auch ein richtiges und sogar berühmtes Gefängnis, und manche dort wollen ungeachtet ihres Alters auch fliehen, Reisefreiheit erzwingen. Wie jene 35jährige Frau, die am Sonntag nach monatelangen Grabungen mit einem Löffel die Freiheit erreichte. In dem von ihr gegrabenen Tunnel wurden Reste von Kerzen und Essen gefunden, klingt alles wie aus einem Film.

Sie hatte 2006 versucht, ihre Schwägerin zu töten und dafür acht Jahre Gefängnis bekommen, in 1,5 bis 2 Jahren wären sie freigekommen. Sie wollte ihren Löffel bis dahin aber nicht abgeben.

Ich habe meine Freiheit an einem Dezember-Samstag mit dem Zug ab Breda erreicht, wie hat die Frau das angestellt? Wo ist sie bloß?


2 Kommentare zu "Breda: Löffelweise in die Freiheit"

  1. Ach ja, Tunnels buddeln. Am liebsten unter der Mauer durch. War ja eine unserer leichtesten Übungen im Osten. Oder wie war das noch gleich..?

  2. Ja, aber im Osten ging es um die Freheit aller und heutzutage um die Freiheit des Einzelnen. Einen Tunnel zu buddeln war auch nicht die leichteste Übung, sonst hätten wir da alle getan. Und wohin hättest Du aus Greifswald einen Tunnel gegraben? Nach Schweden? Wir standen in Warnemünde an der Mole und schauten den Fährschiffen nach Gedser hinterher und wenn wir Glück hatten, dann konnten wir unsere Liebe an dem Leuchtturm küssen..

Kommentar Schreiben

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*


*