3000 Friesen bauen Papierboot
von Falk Madeja
Filme, wie “Fitzccaraldo” von Werner Herzog, können wahr werden. Ich erinnere mich noch so gut an den Film, in dem er ein wahnsinniger Klaus Kinsky mit einem Schiff im brasilianischen Dschungel fährt, Gramophon auf dem Dach. Ein paar Flussbiegungen später muss das Schiff dann über einen Berg zu einem anderen Flußarm gezogen werden – hunderte Indianer helfen.
Was die Indianer können, können die Friesen auch. 3000 Friesen haben zwei Jahre daran gearbeitet, um aus Papier ein 20 Meter langes, vier Meter breites und 4,5 Meter hohes Boot aus Papier zu bauen – am Sonntag soll es in Leeuwarden zu Wasser gelassen werden, berichtet das Algemeen Dagblad.
Künstler Marten Winters sagt, er habe sich von dem Fritzgeraldo-Film inspirieren lassen. Das Schiff ist auf dem Innenhof des ehemaligen Gefängnisses gebaut worden, zu breit für die Ausgangspforte! Es muss also erst noch über die Gefängnismauern gehoben werden. Das Boot besteht aus Zeitungen, dem Leeuwarder Courant. Hunderte Packungen Leim. Die Haut des Schiffes besteht aus Zeichnungen, Texten und Bildern von Menschen, die etwas über sich selbst erzählen.
Der Künstler weiß noch nicht, ob das Boot überhaupt im Wasser treiben wird. Vielleicht löst es sich auf. Da muss ich an ein anderes Schiff denken, die Vasa in Stockholm. Sank bei der Jungfernfahrt und steht heute in einem gigantischen Museum in Stockholm…
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