22.09.2007 von Falk Madeja
Wir kennen das ja aus Deutschland auch: Soldaten-Pfarrer. Die niederländische Armee hat so 150 Geistliche für Protestanten, Katholiken, Juden etc. – aber einer für eine immer wichtigere Reli-Zielgruppe fehlt noch: ein Imman! Schliesslich drängen seit einigen Jahren mehr und mehr junge Niederländer in die Berufsarmee, die Familien-Bande etwa mit der Türkei oder Marokko haben. Sie sind Moslems.
Wie die Tageszeitung „De Volkskrant“ berichtet, tut sich das niederländische Verteidigungsministerium ziemlich schwer mit dieser Frage. Scheint uns auch logisch. Man will ja schliesslich niemand haben, der den in der Armee dienenden Frauen ein Kopftuch statt eines Stahlhelmes aufschwatzen will, oder jemand der mal aus der Nähe bestimmte Waffentechniken begutacht, weil er sie mal in einer U-Bahn anwenden will oder etwa den Soldaten in Afganistan von der Aufgabe ihres Kampfauftrages überzeugen will.
Andererseits klagen Hollands Moslem-Soldaten, dass sie Essensrationen mit Schweinefleisch bekommen, mit niemand beten könnten oder gar zu einem Pfarrer oder einem… weiter lesen
09.08.2007 von Falk Madeja
Der Aufruf zum Verbot des Koran hat dem niederländischen Politiker Geert Wilders jede Menge Schlagzeilen eingebracht – viel mehr aber auch nicht.
In scharfen Worten wies die Regierung seinen Vorschlag ab. Die Ministerin für Integration, Ella Vogelaar, sagte, so ein Verbot komme nicht in Frage. Aussenminister Maxim Verhagen meinte, dass Wilders hiermit die Grenzen des Anstands überschritten habe.
Wilders hatte den Koran mit Hitlers “Mein Kampf” verglichen und ein Verbot des Korans gefordert – sowohl in der Moschee als auch privat. Selten haben wir von Meine Güte unrealistischere Forderungen gehört. Wie hätte das in der Praxis aussehen sollen? Niederländische Polizei und Armee kontrollieren mit dem Gewehr in Einwanderungs-Stadtteilen wie die US-Armee im Irak, ob jemand einen Koran im Haus hat?
Abdeljamid Khairoun vom niederländischen Moslemrat zufolge leidet Wilders an einem “Religions-Syndrom”. Derf katholische Kardinal Simonis nannte Wilders Idee “verrückt”. Selbst Filip Dewinter, Chef der rechtsextremen Partei “Vlaams Belang” in Belgien, distanzierte… weiter lesen
19.06.2007 von Falk Madeja
Die niederländische Öffentlichkeit war Ende 2006 schockiert, als die renommierte Amsterdamer Zeitung “De Volkskrant” von einem Folterskandal der im Irak stationierten Truppen sprach – der niederländischen wohlgemerkt. Daraufhin wurde eine Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen Abgeordneten Koos van den Berg von der streng-christlichen Partei SGP (Frauen ist Mitgliedschaft verboten!) eingesetzt. Die hat nun die Vorfälle untersucht – und zur Erleichterung der Regierung eigentlich nicht viel finden können. So sei lediglich zu beanstanden gewesen, dass Gefangene während der Verhöre auch schon mal mit “Wasser über den Kopf giessen” wach gehalten wurden, mussten Gefangene Skibrillen tragen (damit sie ihre Bewacher später nicht erkennen konnten) und wurden bestimmte Gefangene mit lauter Musik aus dem Radio genervt. Von Elktro-Shocks, herumhängenden Folter-Drähten etc. könne keine Rede sein. Da wäre höchstens noch diese eine Strom-Stock, der gefunden worden ist. Die Soldaten sagten, dass sie damit herumstreunende Hunde verjagd hätten. Um sicher zu gehen, wird diese Frage… weiter lesen