Archive for the ‘Christenunie’ Category

08.12.2009 von Falk Madeja
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Gläubiges Regierungsmitglied: Freiheit Schuld an sexuellem Mißbrauch

von Falk Madeja

Das hat den Liberalen in den Niederlanden gerade noch gefehlt. Familienminister Andre Rouvoet von der ChristenUnion hat sich bei einer Rede in Brüssel zum Thema “Freiheit” ganz übel an liberalen Grundwerten vergangen. So behauptete er ganz einfach mal, dass die große Freiheit der jugend dazu geführt habe, dass ein Viertel der niederländischen Mädchen zwischen 15 und 24 jahren Opfer sexuellen Missbrauchs geworden seien. Auch dass 22 Prozent der Jugendlichen problematisches Trinkverhalten hätten, habe mit zu viel Freiheit zu tun. Individuelle Freiheiten würden “übertrieben” eingefordert, wobei Freiheit doch erst durch Grenzen realisiert werden könne.

In “De Volkskrant” lesen wir, dass dieser Angriff auf freiheitliche Werte bei den liberalen Politikern des Landes gar nicht ankam. Der VVD-Abgeordnete Atzo Nicolai sagte demnach: “Der Minister kreiert ein Spukbild. Als ob Freiheit in direkter Linie mit Vergewaltigungen steht.” D66-Chef Alexander Pechtold meinte: “Die Sittenmeister sind zurück. So was macht Menschen… weiter lesen

04.02.2009 von Falk Madeja
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Banken nicht am Sonntag retten

von Falk Madeja

Nein, es geht hier nicht noch um einen katholischen Geistlichen, der die Gaskammern von Auschwitz abstreitet oder noch einen Moslem-Prediger, der Homosexuelle kopfüber aus dem Fenster schmeissen will – diesmal müssen wir uns den Protestanten widmen. Den von der allerhärtesten Sorte. In Europa wohnen die vor allem in den Niederlanden.

Und da geht es nun um die Sonntagsruhe. Die niederländischen Extrem-Protestanten haben das Land zuletzt damit gequält, dass Mädchen auch bei eisiger Kälte auf dem Fahrradweg zur Schule nicht mit Hosen fahren durften (oder nur heimlich, denn Protestantinnen sollen in Röcken laufen oder fahren) – nur am Sonntag haben die Mädchen Winter-”Glück”, denn da dürfen die frommen Leute eh nicht Fahrrad fahren und Schule ist auch nicht. “Banken retten lieber nicht am Sonntag”, titelt “De Telegraaf” leicht zynisch.

Worum gehts? Es gibt ja bekanntlich die Finanzkrise – und in den Niederlanden musste u.a.… weiter lesen

17.01.2009 von Falk Madeja
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Fluchen verboten!

von Falk Madeja

Ermelo verbietet FluchenAlso doch! Der Gemeinderat in der niederländischen Stadt Ermelo (Provinz Gelderland) hat das Fluchen wieder verboten. Zeitweise war es in Ermelo möglich, um ein herzliches Gottverdammt auszurufen- der Bürgermeister und die Beigeordneten hatten ein früher schon mal geltendes Fluchverbot wieder aus der Polizeiverordnung, der Algemene Plaatselijke Verordening (APV), gestrichen. Zu unpraktisch erschien ihnen das Verbot der Gotteslästerung – die Polizei muss ja erst mal Diebe und Verkehrssünder jagen.

Doch die christlichen Parteien (CDA, SGP, Christenunie) in Ermelo (27.000 Einwohner) liessen das nicht auf sich sitzen. Sie gewannen eine Abstimmung zum Thema Fluchverbot doch glatt mit 11 zu 9! Ein Fluchverbot gilt in 17 Gemeinden: Barneveld, Bodegraven, Elburg, Ermelo, Goedereede, Graafstroom, Krimpen aan den IJssel, Nieuw-Lekkerland, Nijkerk, Nunspeet, Putten, Reimerswaal, Rijssen-Holten, Staphorst, Tholen, Urk, Zaltbommel. Wie hoch die Strafe für eventuelles Fluchen ist, war auf die Schnelle nicht zu ermitteln. Es dürfte eine Geldstrafe sein…

06.12.2007 von Falk Madeja
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Subventionen für die Anti-Frauen-Partei

von Falk Madeja

Die niederländische Anti-Frauen-Partei SGP hat sich vor Gericht das Recht auf Subventionen zurück erkämpft. Die waren ihr aberkannt worden, weil die Männer in der SGP es Frauen verbieten, Mitglied zu werden. Diese Geschichte spielt zwar schon seit Jahren, aber im Jahr 2005 drehte der damalige Innenminister Johan Remkes der SGP nach einer Gerichts-Prozedur von Frauenbewegungen gegen die SGP den Subventions-Geldkran zu.

Anlass war ein Prozess in Den Haag, den Frauenorganisationen gegen die SGP beginnen hatten. Ihrer Meinung hatte die SGP im Gegensatz zu einem internationalen Frauenvertrag Frauen mit dem Partei-Ausschluss diskriminiert. Dass einer Partei Subventionen entzogen wurde, hatte es in den Niederlanden noch nie gegeben. In den Jahren 2006 und 2007 gab es also keine Staatskohle für die Anti-Frauen-Partei.

Die SGP ist eine orthodox-christliche Partei, 1918 gegründet und damit die älteste Partei der Niederlande. Sie haben zwei Leute im Parlament, natürlich Männer. Denn Frauen dürfen verkürzt gesagt nicht Mitglied werden,… weiter lesen

03.11.2007 von Falk Madeja
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Christlicher Vize-Premier: keine Diskriminierung von Homos!

von Falk Madeja

Am Freitag, nach der Sitzung des Ministerrates, kam Familien-Minister und Parteichef der christlich-orthodoxen Partei Christenunie Andre Rouvoet mit den erlösenden Worten. Wie Meine Güte ja berichtete, hatte die Amsterdamer Lokal-Politikerin Yvette Lont in einem Rundschreiben die Parteimitglieder aufgefordert, am 17. November bei einem Partei-Kongress dafür zu stimmen, dass Homosexuelle in der Partei keine Führungs-Rollen bekommen dürften.

Andre Rouvoet sagte erst mal nichts – und promt hagelte es Rücktrittsforderungen von der Opposition. Als Regierungs-Mitglied dürfe er keine Diskrimierung dulden.

Jetzt aber erklärte er sich. Seine Partei dürfe keineswegs Homosexuelle von Führungspositionen ausschliessen. Denn das wäre Diskriminierung. Auf weitere Fragen ging er praktisch nicht ein, denn er wolle die Diskussion nicht vorwegnehmen und “an einem Hype mitmachen”. Auf dem Kongress soll darüber debattiert werden, wie die Funktionäre eine christliche Lebensweise führen könnten…

 

02.11.2007 von Falk Madeja
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Homo-Dilemma des christlichen Vize-Premier

von Falk Madeja

Der niederländische Jugend- und Familien-Minister Andre Rouvoet steht vor einem teuflischen Dilemma. Dieses könnte ihm sogar seinen Job kosten, jedenfalls setzt ihm die oppositionelle Liberalen-Partei VVD nun unter Druck. Grund: Rouvoet ist ja Vorsitzender der Partei Christenunie – und die ist jetzt auf dem Anti-Homo-Kurs!

Die Amsterdamer Gemeinrats-Abgeordnete seiner Partei, Yvette Lont, schickte nämlich eine E-Mail herum, in dem sie dazu aufrief, Homosexuelle von der Partei fern zu halten. Am 17. November ist ein Partei-Kongress der Christenunie, wo sie einen dementsprechenden Antrag einbringen will. Promt handelte sie, die früher als Prostituierte arbeitete, sich von der Amsterdamer Abteilung der VVD eine Strafanzeige wegen Diskriminierung ein.

Nun wird dieser Fall Landespolitik. Die Opposition fordert Rouvoet auf, sich von der Anti-Homo-Aktion zu distanzieren – oder eben abzutreten.… weiter lesen

28.09.2007 von Falk Madeja
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Lesbisch? Abtreten!

von Falk Madeja

In den Niederlanden musste ein Gemeinderatsmitglied abtreten, weil sie eine lesbische Beziehung hat. Es handelt sich um Monique Heger, bislang Abgeordnete der Partei “Christunie” (Christenunion). Diese Partei findet ihre Wähler im Millieu sehr streng bibelgläubiger Protestanten – und ist sogar an der Regierung!

Monique Heger war bislang die einzige Abgeordnete der Christenunie in der Universitäts-Stadt Wageningen. Sie fragte unter den Partei-Funktionären, was die denn von ihrer homosexuellen Beziehung halten würden. Nicht viel! Darum beschloss sie, von selbst zurück zu treten. Das teilte sie Bürgermeister Geert van Rumund mit.

“Ich verstehe den Standpunkt einiger (Parteikollegen, Anm. Meine Güte). Ich sitze im Gemeinderat nicht für mich selbst, sondern für die Standpunkte der Christenunie.”

Eigentlich ist der Fall eine Schande.