05.07.2007 von Falk Madeja
Die Wehrpflicht gibt es in den Niederlanden seit vielen Jahren nicht mehr – logischerweise gibt es also weder Wehrpflichtige oder Zivis. Dennoch: das Land kennt trotzdem Total-Verweigerer, genau genommen einen einzigen. Der 42jährige Bart ten Oever aus Amersfoort soll jetzt auch noch bestraft werden. Ihm droht ein Monat elektronischer Hausarrest.
Er hatte ab 1983 das Antreten der Wehrpflicht oder des Zivildienstes immer wieder hinausschieben können. 1994 bekam er dann eine 7monatige Gefängnisstrafe, die in der Berufung zu 6 Monaten weniger und 240 Stunden Sozialarbeit umgewandelt wurden, die er auch ableistete. Blieb der eine Monat Gefängnis. Anders als Paris Hilton hat er aber einen Job (er ist Anzeigenverkäufer) – und sieht er es eigentlich nicht ein, dass Jahre nach Abschaffung der Wehrpflicht doch noch in das Gefängnis einrücken soll.
Ein Angebot, diesen Monat mit 10.000 Euro Busse abzugelten, wies er zurück. „Sie messen mit zweierlei Mass. Wenn man überlegt, wie viele Menschen in der Vergangenheit sich… weiter lesen
04.07.2007 von Falk Madeja
In den Niederlanden beginnt nun der Prozess gegen mutmasslichen Mörder des Nimweger Hausbesetzer-Aktivisten Louis Seveke. Der 1964 im Süden des Landes, Venray, geborene Louis Seveke wurde mutmasslicherweise vom 38jährigen Marcel T. am 15. November 2005 beim Krakers-Bollwerk „De Grote Broek“ (Die Grosse Hose) mit zwei Kugeln erschossen.
Die Medien spekulieren, dass es sich wahrscheinlich um einen Racheakt gehandelt habe. Marcel T. gehörte in den 90ern selbst zur Hausbesetzer-Szene. (Hausbesetzer werden in den Niederlanden Kraker genannt.) Als einziger Kraker wollte er bei der geplanten Räumung eines besetzten Hauses von dem Hauseigentümer eine “Wir-gehen-auch-so-Geldprämie” von 12.000 Gulden akzeptieren, weshalb er sich in der Szene unmöglich gemacht haben soll. Das Geld bekam er nicht einmal. Ausserdem verdächtigten ihn die Kraker, dass er Agent des Geheimdienstes BVD sein solle. Von einem auf den anderen Tag verschwand er. Um eine Spur des Verbrechens durch das Land zu ziehen (siehe unten).
Die Polizei investierte viel, um… weiter lesen