20.01.2009 von Falk Madeja
In den letzten Tagen schien es so, als ob Mecom-Chef David Montgomery “der Entmachtung” entgehen würde. Meldete ja auch die “taz”. Er verkaufte die Zeitungen in Deutschland, Berliner Zeitung & Co, für 152 Millionen Euro an DuMont Schauberg, löst damit einen Teil der 600 Millionen Euro Schulden ab und dann konnte er noch eine Revolte abwenden. Eine Aufsichtsrat-Mehrheit wollte ihn loswerden, aber die Investoren hielten ihm die Stange.
Alle Investoren? Nein, nicht alle. Da haben wir nämlich Jan Houwert, ehemals Chef und Miteigentümer von Wegener, einem Verlag mit regionalen Zeitungen in den Niederlanden. Der sah mit müden Augen an, wie seine Anteile an Mecom – er tauschte Anteile Wegener gegen Anteile Mecom – um 98 Prozent an Wert verloren. Das bedeutet, so berichten Medien in den Niederlanden, dass er einen Wert von 100 Millionen Euro auf 2 Millionen Euro verdampfen sah. 98 Millionen… weiter lesen
12.12.2008 von Falk Madeja
Um es kurz zu machen: den Mecom-Zeitungen geht es auch in den Niederlanden schlecht. Sehr schlecht. Mecom besitzt hier die regionale Zeitungsgruppe “Wegener”, es handelt sich um sieben regionale Tageszeitungen und viele Anzeigenblätter. Ohnehin schon gab es eine Sanierungsrunde, in der 80 Millionen Euro eingespart und 425 von ca. 4000 Mitarbeitern entlassen werden sollten. Die Redaktionen konnten immerhin erreichen, dass sie von den Entlassungen nicht betroffen waren. Nun, Ende des Jahres 2008, scheint alles noch viel schlimmer. Jetzt, nach dem der Anzeigenmarkt weiter eingebrochen ist, müssen noch einmal 25 Millionen Euro eingespart werden. Wahrscheinlich werden die Redaktionen nun doch dran glauben müssen.
Alex Engbers, Chefredakteur der Zeitung “De Stentor”, sagte, dass die Redaktionen bis zum 1. Januar mit Vorschlägen kommen müssten. Ansonsten würde alles nur noch schlimmer.
Unterdessen spielt noch mehr. Wegener/Mecom besitzt etwas mehr als ein… weiter lesen
01.08.2008 von Falk Madeja
Die Telegraaf Media Groep (TMG) hat sich tatsächlich ein ProSiebenSat1-Desaster aufgehalst. Wie am Freitag Abend bekannt gegeben wurde, zwingen die Finanzinvestoren KKR und Pemira die Niederländer, die u.a. die noch auflagenstärkste Tageszeitung “De Telegraaf” herausgeben, zu Übernahme von 12 Prozent an ProSiebenSat1.
Übernahme-Betrag: 377 Millionen Euro! Dazu muss man wissen, was TMG pro Aktie bezahlen muss – 28,71 Euro – der aktuelle Wert liegt bei 5,50 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen.
Hintergrund: im vergangenen Jahr übernahmen KKR und Pemira von TMG 20 Prozent der Anteile an der TV-Gruppe SBS, TMG bekam dafür 433 Millionen Euro. Und die Möglichkeit, um später 12 Prozent an ProSiebenSat! übernehmen zu können. Im Juni verwarf TMG die Option, um die 12 Prozent für 455 Millionen Euro (also 34,71 Euro pro Aktie) übernehmen zu können, nun werden sie zur Übernahme gezwungen.
TMG verliert 150 bis 200 Millionen Euro. Es wird wohl Entlassungen… weiter lesen
01.08.2008 von Falk Madeja
Der niederländischen Telegraaf Media Groep (TMG) droht einem Bericht der Wirtschaftszeitung Het financieele Dagblad ein “Rekord-Verlust”. Grund sind u.a. Aktivitäten in Deutschland. So kann die TMG durch die Private Equity-Fondsen KKR und Permira innerhalb der kommenden zwei Wochen gewzungen werden, um für 377 Millionen Euro Anteile an der Senderkette ProSiebenSat1 zu kaufen – obwohl die Anteile momentan nun 275 Millionen Euro weniger wert sind!
Die Verpflichtung ergibt sich aus dem Verkauf von Anteilen an der TV-Gruppe SBS im Jahr 2007. SBS wurde dann wiederum mit ProSiebenSat1 zusammengefügt. TMG hat eine Option auf 12 Prozent der Anteile von ProSiebenSat1. Der Analyst Michel Veul von der Bank SNS Securities rechnet laut Het Financieele Dagblad damit, dass TMG kaufen werden muss.