10.12.2009 von Falk Madeja
Vor zwei Wochen fuhr ich in Tilburg vom Bahnhof zur Hochschule mit dem Bus, beim Einsteigen überraschte mich die Fahrerin, weil sie moslemisches Kopftuch trug. Das hatte ich in einem niederländischen Bus noch nie gesehen, aber, nagut, dachte ich, solange sie den Bus ordentlich fährt, kann ich damit leben. Obwohl ich dem moslemischen Kopftuch ansonsten abweisend gegenüberstehe, ich meine, es ist in meinen Augen ein Symbol für die Ungleichheit von Mann und Frau – ich sollte lieber sagen der Ungleichwertigkeit der Frau. Ob in Paris oder Istanbul eine Busfahrerin ein Kopftuch tragen darf? Ich weiss es nicht, aber wohl eher nicht.
Einige Tage später. Im Vorübergehen an einem Zeitungsstand sehe ich auf der Titelseite der Zeitung “De Telegraaf” von einer merkwürdigen Geschichte. Ich überflog ein paar Zeilen und konnte meinen Augen kaum glauben. Es ging um einen Strassenbahnkontrolleur in Amsterdam namens Ezzas Aziz, dem der örtliche… weiter lesen
09.12.2009 von Falk Madeja
Wer in einem Land wie den Niederlanden, einmal richtig in die Schlagzeilen kommen möchte, kann das zum Beispiel so tun, wie Annelies van Rosmalen. Die ist die Kommunikations-Direktorin der Haager Hochschule - und als solche hat sie sich ein kleines multukulturelles Kommunikationsdrama eingebrockt. Indem sie nämlich ganz einfach mal das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes im Atrium der Hochschule verboten hat.
Begründung: der Weihnachtsbaum passe nicht “zum internationalen Charakter” der Hochschule, heisst es in einem internen Bericht, ein Drittel der 19.000 Studenten sind lt. De Volkskrant nämlich von “nicht-westlicher Herkunft”. Eh klar worum es geht, sagten sich grosse Teile der niederländischen Öffentlichkeit, da sind sie also wieder – die Moslems und ihre multikulturellen Beschützer. Und da war ja wohl auch was dran. Allerdings, so wird in De Volkskrant bsw. ein Abdoe Khoulani von den Islam Democraten zitiert, hätte es gar “keine Signale gegeben, dass ein… weiter lesen
03.12.2009 von Falk Madeja
Geert Wilders, Chef der Ein-Mann-Partei PVV, hat der Türkei ein neues EU-Beitrittsszenario gegeben. Die Türkei werde in ungefähr “drei Millionen Jahren” Mitglied der EU werden (wenn überhaupt). Grund: Wilders ist sauer, weil ihn ein türkischer Regierungssprecher ihn vor einem Besuch einer Haager Parlamentsdelegation in der Türkei als “Faschisten und Rassisten” bezeichnet hatte. Kurzum, es lief darauf hinaus, dass in der Türkei niemand mit einer Parlaments-Gruppe sprechen wollte, bei der Geert Wilders dabei ist. Daraufhin sagte die Parlaments-Abordnung aus Den Haag den Besuch aus Solidarität ab. Und Wilders kam mit seinen “drei Millionen Jahren”.
Nach dem erfolgreichen Anti-Minaretten-Referendum in der Schweiz will Wilders eigentlich auch in den Niederlanden so eine Volksabstimmung durchführen. Wie alle Themen rund um den Islam liegen ihm auch die Minarette am Herzen, oder sagen wir er hat wegen den Dingern einen dicken Hals. Es wird aber schwer für ihn, wie die Schweizer SVP so eine solche Umfrage erfolgreich durchzusetzen. Zwar kennt… weiter lesen
02.12.2009 von Falk Madeja
Gute Frage, die Schweizer Volksbefragung zum Thema “Minarette” schlug schon wegen des Anti-Islam-Politikers Geert Wilders in den Niederlanden große Wellen. Alle möglichen Leute meldeten sich zum Thema zu Wort, und wie es beim Meinungsstreit manchmal so ist – die Fakten kümmerten kaum jemanden. Jedenfalls fand ich nirgendwo eine Zahl, die so plastisch wie die in der Schweiz war: dort ging es um gerade mal vier bestehende Minarette und werweisswieviele neue Minarette.
Aber wieviele Minarette zählt die Niederlande? Immerhin will ja Geert Wilders um diese Frage einen ordentlichen Kulturkampf entwickeln. Auf der Website der Tageszeitung “Trouw” fand ich nun erstmals eine Zahl. Es ist demnach von “75 bis 100 Minaretten” die Rede. Die Quelle dafür ist eine andere Website, nämlich Moskeewijzer.nl. Es handelt sich hierbei um eine Initiatíve des 26jährigen Nourdeen Wildeman, eines Mannes,… weiter lesen
01.12.2009 von Falk Madeja
Ausgerechnet die SGP, eine streng-protestantische Parlaments-Partei in den Niederlanden, wollte im Haager Parlament jetzt mit einem Antrag im Minarett-Kampf mitmischen. Ausgerechnet diese Partei, weil: sie steht selbst wegen dubioser Auffassungen am Pranger, weil sie Glauben und Politik auf unerquickliche Weise vermischt. Kurz gesagt durften Frauen jahrelang nach Auffassung der SGP-Männer nicht Mitglied in der Partei werden bzw. noch immer kein politisches Amt ausüben oder sich gar zur Wahl stellen, weil die Bibel dieses angeblich Männern vorbehalten würde. Für viele Leute, die den Einfluss der Religion auf die Politik bzw. auf das sonstige Leben etwa von Atheisten zurückdrängen wollen, ist SGP ein Ärgernis.
Die frommen SGP-Männer müssen sich dann auch immer wieder kritisieren lassen, manchmal auch auf europäischer Ebene. Erst dieser Tage wieder tickte ihnen der Procureur-Generaal beim Hoge Raad ihnen auf die Finger, weil sie gesetzlich gesehen eben nicht diskriminieren dürfen. Auf der anderen… weiter lesen
30.11.2009 von Falk Madeja
Bei Geert Wilders dürfte die Entscheidung der Mehrheit der beim Minaretten-Volksentscheid in der Schweiz Freude ausgelöst haben, sogleich will er so etwas auch in den Niederlanden durchsetzen.
Allerdings hat er bereits Gegenwind. Aussenminister Maxim Verhagen, mit dem sich WIlders in letzter Zeit eh viel herumstreitet, hält ein solches Verbot wegen der Verletzung der Gottesdienst-Freiheit für nicht durchsetzbar. Es gäbe auch internationale Verträge, an denen sich auch die Schweiz zu halten habe. Verhagen gehört einer christlichen Partei an, der größten, und die hat es natürlich schwer mit religionseinschränkenden Initiativen. Darüber hinaus greifen Verhagen und Wilders einander in letzter Zeit auch persönlich an, Wilders nannte Verhagen bsw. einen “politischen Nichtsnutz”. Nicht unbedingt eine Bewerbung für ein gemeinsames Kabinett zw. CDA und PVV nach den kommenden Wahlen.
Innenministerin Guusje ter Horst (PvdA) ist sogar froh, dass es in den Niederlanden keine Volksabstimmungen gibt, an deren Ergebnis sich die Regierung letztendlich halten müsse.
03.11.2009 von Falk Madeja
Die Partei von Geert Wilders krabbelt in Sachen Kopftuchsteuer wieder zurück. Zur Erinnerung: das einzige Mitglied und damit logischerweise auch der Chef der PVV, Geert Wilders, wollte moslemische Frauen für das Tragen eines Kopftuches mit einer „Steuer“ genannten Strafe belegen. Von 1000 Euro im Jahr war die Rede, bei 100.000 Frauen mit Kopftuch hätte das dem niederländischen Staat Unmengen an Geld, nämlich um die 100 Millionen Euro, eingebracht.
Höchstwahrscheinlich wären mit der Kopftuchsteuer sämtliche Haushaltsprobleme des niederländischen Staates im Handumdrehen gelöst. Angesichts dieser Perspektiven waren manche Abgeordnete des Haager Parlamentes doch erstaunt, dass die PVV bei der Finanz- Debatte für das Jahr 2010 ihren genialen Plan nicht in die Diskusssion einbrachte. Der Abgeordnete der postmaoistischen Sozialistischen Partei, Farshad Bashir, fragte den PVV-Kollegen Teun van Dijk, wo denn nun der konkrete Plan für die Kopftuchsteuer sei.
Van Dijk eierte… weiter lesen
13.08.2009 von Falk Madeja
Fatima Elatik ist District Mayor Amsterdam Zeeburg for the social democrats PvdA, trägt ein Kopftuch und kennt keine Gnade. Sie vergleicht den Anti-Moslem-Politiker Geert Wilders mit Adolf Hitler. Natürlich, bei der NPD in Thüringen werden sie Polonaise tanzen. Ist doch der olle Führer wieder da!
Aber ob Wilders tatsächlich die Reinkarnation von Adolf Hitler ist? Hat er die Einrichtung von Konzentrationslagern vorgeschlagen? Gaskammern geplant? Irgendeinen Krieg initiert?
Die sozialdemokratische Kopftuchdame scheint komplett verwirrt zu sein. Also schrieb sie auf Twitter:
“Nog even en ze gaan ons DNA analyseren om aan te tonen dat we niet deugen. Volgens mij was er een andere politicus in Europa zo’n 60 jaar geleden die dat ook deed bij een ander semitisch volk”.
Übersetzt ungefähr: “Bald werden sie unsere DNA analysieren um zu zeigen, dass wir nicht taugen. Vor 60 Jahren gab es schon mal einen Politiker, der ähnliches… weiter lesen
04.06.2009 von Falk Madeja
Im Amsterdamer Stadtteil “De Baarsjes” gibt es eine Initiative, jungen Mädchen vor dem Urlaub eine Erklärung unterzeichnen zu lassen, dass sie in den Ferien nicht heiraten wollen. Dahinter steht die PvdA-Politikerin Bianca Driessen aus dem Stadtteilrat “De Baarsjes”. Ihrer Meinung nach habe die Polizei jetzt keine Möglichkeiten einem Mädchen zu helfen, wenn es in den Ferien im Ausland bzw. im Herkunftsland ihrer Eltern gegen ihren Willen verheiratet werde und dann nicht zur Schule zurückkehren könne. In Rotterdam gibt es seit einem Monat eine entsprechende Initiative, aber weil die Sommerferien ja erst noch kommen müssen, sind keine Resultate bekannt.
Allerdings gibt es in dem von vielen Einwanderern aus Marokko und der Türkei bewohnten Stadtteil eigentlich nur Grundschulen, die Kinder dort gehen so in etwa bis zum 12. Lebensjahr in die Grundschulen. So junge Mädchen zwangszuverheiraten… Eh, manchmal liest man so was über Pakistan oder… weiter lesen
13.01.2009 von Falk Madeja
Bizarre Aktion einer unbekannten Moslem-Gruppe in den Niederlanden. Dort wohnende Moslems erhielten in den vergangenen Tagen eine SMS mit folgendem Text: “Vandaag geen boodschappen doen bij Aldi en Lidl. De hele omzet van 10 januari 2009 gaat naar Israël.” Kurz zusammengefasst: die Neder-Moslems sollten bei den deutschen Supermarktketten Aldi und Lidl keine Einkäufe tätigen, weil die Händler den Umsatz des 10. Januars dem israelischen Staat überweisen würden. Die Moslems wurden ermuntert, die SMS dann ihrerseits an Bekannte, Familie und Freunde weiter zu verbreiten. Und das taten sie dann auch.
Die Discounter dementierten zwar, schreibt De Volkskrant, aber das Gerücht habe sich unter den Moslems wie ein Lauffeuer verbreitet. Ob es diesen Boykott am Samstag tatsächlich gab, ist nicht festzustellen. Ich kam am Samstag in Amsterdam an… weiter lesen