09.06.2008 von Falk Madeja
Der niederländische Justizminister Ernst Hirsch Ballin hat das Haager Parlament wissen lassen, dass er keine “aktive Rolle” bei der juristischen Verfolgung und zeitlichen Verhaftung des Karikaturisten Gregorius Nekschot gespielt habe.
Die Staatsanwaltschaft habe ihn regelmässig informiert, er habe habe “keinen Moment lang erwogen, um der Staatsanwaltschaft Anweisungen zu geben”.
Der PvdA-Abgeordnete Ton Heerts hatte um eine schriftliche Erklärung gebeten, weil die Verhaftung von Nekschot den Eindruck einer “politischen Verhaftung” erweckte.
Die VVD-Fraktion fand die Antwort “nebulös”. Die Nekschot-Sache – er hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft 8 umstrittene Zeichnungen fabriziert – ist ein politischer Streit rund um das Thema Meinungsfreiheit geworden.
29.05.2008 von Falk Madeja
Die niederländischen Liberalen, die VVD, werfen sich in ihrer größten Krise der vergangenen 15 Jahre nun für das Thema Meinungsfreiheit in die Bresche. VVD-Chef Mark Rutten muss angesichts eines Absturzes von einst 38 (von 150 Sitzen) im Parlament auf 12 in einer Umfrage (gäbe es heute Wahlen) und den unaufhörlich aufrückenden Ex-VVDern Rita Verdonk und Geert Wilders auch mal was tun.
Die Idee: zwei Künstler, die offensichtlich Probleme mit Staatsanwaltschaft bzw. prüden Behörden haben, können ja auch mal öffentlich unterstützt werden!
Es handelt sich um Gregorius Nekschot, der kürzlich wegen einiger Karikaturen von zehn Polizisten verhaftet wurde und Ellen Vroegh, deren Bilder halbnackter Frauen von der Gemeinde Huizen nach angeblichen Moslem-Protesten abgehängt wurden.
Die VVD will Nekschot einladen, seine Zeichnungen im Haager Parlament aufzuhängen, für Vroegh gilt ein ähnliches Angebot. Eine dritte Künstlerin, Sooreh Hera, die Schwierigkeiten mit Bildern hatte, auf denen homosexuelle Männer mit Mohammed-Masken zu sehen sind, wurde… weiter lesen
19.05.2008 von Falk Madeja
Der Niederländer, der unter dem Pseudonym Gregorius Nekschot nach Meinung der Amsterdamer Staatsanwaltschaft politisch und gesetzlich unkorrekte Zeichnungen publizierte und deshalb mehr als einen Tag in die Zelle musste, will einfach weiter machen. Er hoffe, Anfang der Woche von der Polizei seinen Computer zurückzubekommen und dann wolle er weiter auf seiner Website publizieren.
Die Staatsanwaltschaft sprach davon, dass 8 Zeichnungen entweder diskriminierend seien oder zu Hass und Gewalt aufrufen würden. Im Jahr 2005 hatte sich ein Imman beleidigt gefühlt und Nekschot darum angezeigt.
16.05.2008 von Falk Madeja
In den Niederlanden sorgt eine bizarre Aktion der niederländischen Justiz für Aufsehen. Die Polizei verhaftete nämlich einen Karikaturisten namens Gregorius Nekschot.
Er wurde auf dem Polizeibüro Amsterdam Buitenveldert verhört und dann eine Nacht lang in Amsterdam Zuid-Oost eingesperrt. Nach seinen Angaben seien die Polizisten gleich mit zehn Mann angerückt, hätten alles mögliche fotografiert und auch Computer, USB-Sticks, Handys etc. mitgenommen.
Grund: er habe im Jahr 2005 Karikaturen über Moslems und farbige Einwanderer gemacht, die in gewisser Weise noch weiter gehen, als die einst so weltweit umstrittenen “dänischen Moslem-Karikaturen”. Er hatte damals ein Buch herausgebracht, dass allerdings bei weitem nicht die Aufregung verursachte, die wir von den Mohammed-Karikaturen oder dem Film von Geert Wilders kennen. Genauer genommen rauschten seine Provokationen am poltisch-korrekten Mainstream global-politisch gesehen wirkungslos vorbei.
Der Karikaturist hat nun große Angst – wenn ihn schon die Justiz als gefährlich ansehen würde, wie wird dann der eine… weiter lesen