12.03.2010 von Falk Madeja
“Harare an der Maas” – ja es gab schon reichlich Spott über die Stadt Rotterdam, in der bei den Gemeindewahlen angeblich afrikanische Zustände geherrscht haben sollen. Die lokale und dem Populismus nicht abgeneigte Partei Leefbaar Rotterdam forderte, dass die Stimmen noch einmal ausgezählt werden. Seine Partei hatte nur 650 Stimmen weniger als die PvdA, Leefbaar-Chef Marco Pastors hoffte, dass nach Nachzählen seine Partei doch größer sein würde als die PvdA und das Initiativrecht auf Bildung der Gemeinde-Koalition bekäme.
Bürgemeister Ahmed Aboutaleb (selbst PvdA) konnte gar nicht anders, als die Nachzählung anzordnen. Hätte er es nicht getan, hätte Leefbaar Rotterdam (die ihn weghaben will) ihn lange Zeit am Nasenring durch die politische Arena gezogen.
Die Nachzähl-Operation finde ich doch beeindruckend. 600 Leute zählten die 220.000 Stimmen in einer Turnhalle der Erasmus-Uni noch einmal nach. Demnach hat die PvdA also 64.401 und Leefbaar Rotterdam 63.647 Stimmen bekommen. Also ist der Unterschied etwas größer… weiter lesen
26.02.2010 von Falk Madeja
Jedenfalls in Rotterdam! Vor den Gemeinderatswahlen in der Stadt an der Maas kommt jetzt die lokale Partei “Leefbaar Rotterdam” mit einem kuriosen klingenden Vorschlag.
Künftig solle es verboten werden, hinter Frauen hinteher zu preifen oder zu zischen. Damit solle sich die Sicherheit in der Stadt erhöhen, erklärte Leefbaar-Mann Marco Pastors. Er sei sich bewusst, dass andere Menschen Diebstahl schlimmer finden würden, er sehe das aber anders. Frauen sollten respektvoll behandelt werden. Die Polizeit sollte notfalls “Lock-Agenten” einsetzen, um die Herumpfeifer zu erwischen. Auf welche Bevölkwerungsgruppe dieser Vorschlag abzielt ist kar, wir tippen mal auf nordafrikanische junge Männer..
Leefbaar Rotterdam hat gute Chancen, die meisten Stimmen zu holen. Einst hatte sich der dann ermordete Politiker Pim Fortuyn an de Leefbaaren verbunden. Geert Wilders, dessen Partei in Rotterdam nicht antritt, hat Anhängern empfohlen, die Leefbaren zu wählen.
Pastors hatte daraufhin in einem Interview erklärt, dass Leefbaar im Gegensatz zu Wilders gegen die Kopftuchsteuer,… weiter lesen
12.01.2010 von Falk Madeja
Das geht in Rotterdam! Ein 28 Ordnungshüter aus dem Korps Rotterdam-Rijnmond hat seit dem Jahr 2006 darum gekämpft, dass er mit einem drei Zentimeter “Hahnenkamm” eben die Ordnung hüten kann. Nee, sagten seine Vorgesetzten, wir finden, dass das rechtsradikal aussieht – und du deshalb lieber im “Präsidium” hinter dem Computer arbeiten solltest. Der Centraale Raad van Beroep gab ihm jetzt aber dennoch Recht, meldet die niederländische Polizeigewerkschaft und das wiederum dann De Telegraaf.
18.03.2009 von Falk Madeja
Eine Erbsensuppen-Affäre! Das kann dem besten Bürgermeister passieren, allerdings handelt es sich um den aus Rotterdam und der steht rechts von der Mitte eh schon unter Feuer – denn er heisst Ahmed Aboutaleb, ist als erster Einwanderer Bürgermeister einer großen Stadt, hat noch eine zweite Staatsbürgerschaft (die von Marokko) und muss sich ständig bestimmter Vorurteile erwehren.
Meiner Meinung nicht zu Recht, denn er hat bislang keine dummen Dinge gesagt, gilt als integer und gegen zwei Staatsbürgerschaften habe ich nun überhaupt nichts. Allerdings schon dagegen, dass in den Niederlanden Bürgermeister nicht vom Volk gewählt werden können – und das hat ja Ahmed Aboutaleb sich nicht so ausgedacht. Es ist allerdings Mitglied der Partei, der sozialdemokratischen PvdA, die viele Jahre am meisten von der Kungelei rund um die Ernennung von Bürgermeistern profitiert hat (offiziell werden die von der Königin ernannt, in Wahrheit in Hinterzimmern von den Vertretern… weiter lesen
07.03.2009 von Falk Madeja
Im kommenden Jah gibt es in den Niederlanden Kommunalwahlen – und weil die Partei von Geert Wilders, die PVV momentan in Umfragen landesweit zeitweise die größte Partei war, soll sie jetzt auch auf kommunaler Ebene antreten. Problem: die PVV hat praktisch keine lokalen Ableger. Die sollen nun in einigen Städten wie Den Haag, Venlo und Rotterdam gegründet werden.
Wie stehts aber mit dem Programm? Schwierig, erst einmal müssten ja die lokalen Abteilungen entstehen – denn mit ideologisch-antiislamischen Standpunkten wird man in der Lokal-Politik kaum ankommen. Höchstens, wenn es um den Bau einer Moschee geht, das kennen wir ja.
In Rotterdam wird die PVV es besonders schwer haben, denn da gibt es bereits die Partei Leefbaar Rotterdam. Die hat 14 von 45 Sitzen im Gemeinderat (nur die PvdA ist größer). Die Partei des im Jahr 2002 ermordeten Pim Fortuyn “kümmert” sich im… weiter lesen
28.10.2008 von Falk Madeja
Mit einem cleveren Trick haben die Ordnungshüter im niederländischen Rotterdam im Nieuwe Binnenweg (Delfshaven) bislang verhindert, dass die Gegend ein neues Zentrum für Strassen-Prostitution wird. Mit einer sogenannten “Lock-Hure” wurden 37 potentielle Freier aus dem Verkehr gezogen, bevor sie sozusagen am Verkehr teilnehmen konnten.
Es handelt sich bei der Lock-Hure um eine weibliche Polizistin, die keineswegs anders als “normal” gekleidet sei. Polizeisprecher Huub Veeneman sagte dem Algemeen Dagblad: “Sie hat keinen superkurzen Rock an oder so, dass wäre Anstiftung zu einer Straftat.” Naja, sie würde dann halt von Männern aus vorbeifahrenden Autos angesprochen. Dann schnappt die Falle zu!
Die Möchtegern-Freier bekommen eine Geldstrafe und einige Tage später flattert ihnen auch noch ein Brief vom Bürgermeister ins Haus. Da wird sich die Familie aber freuen!
20.10.2008 von Falk Madeja
Wow, die wahrscheinliche Ernennung des Marokkaners Ahmed Aboutaleb zum Bürgermeister von Rotterdam schlägt doch Wellen. Der Sozialdemokrat, der jetzt noch Staatssekretär im Sozialministerium ist, wird im NRC Handelsblad als der “Rotterdamer Barack Obama” betitelt, von der lokalen Protestpartei “Leefbaar Rotterdam” als die Rache der PvdA” (also den Sozialdemokraten) an Rotterdam als Zentrum der u.a. rund um den ermordeten Spasspolitikern und Dandy Pim Foryun besonders starken Protestbewegung gegen die etablierten Parteien bezeichnet. Politisch korrekte Kommentaroren wie der Kultur-Unternehmer Ted Langenbach sagen, dass nur eine Lesbe besser für Roterdam gewesen wäre. Irgendjemand sagt im NRC Handelsblad auch noch, der Untergang Rotterdams stehe nun bevor.
Warum das alles?
Nun, Ahmed Aboutaleb ist der erste Einwanderer, der in den Niederlanden eine grosse Stadt regieren wird. Das klingt ungefähr so absurd, wie ein indischer Bürgermeister im Land Brandenburg, ist es aber viel leicht noch viel mehr. Denn während es im Land Brandenburg kaum Einwanderer gibt… weiter lesen
18.01.2008 von Falk Madeja
Es hätte so spannend sein können, der Besuch des Rotterdamer Oberbürgermeisters Ivo Opstelten in Berlin, in der Niederländischen Botschaft. Immerhin ist Rotterdam (600.000 Einwohner, 174 Nationalitäten, 46 Prozent Migranten) die niederländische Stadt, in der sich spätestens seit Anfang 2000 die Gemüter besonders über Einwanderung erregen.
2002 besuchte ich noch Wochen vor dem Tod eine Pressekonferenz mit Pim Fortuyn für ausländische Journalisten (und weil Fortuyn schon als Mussolini galt, kamen etliche), der Wochen später schon tot in seinem Blut lag, erschossen von einem Tierschützer namens Volkert van der G. Die Debatte wogte damals hoch, und dann wurde später noch jemand ermordet Theo van Gogh, Filmemacher und Kolumnist. Ayaan Hirsi Ali musste nach Amerika flüchten. So weit, wo bekannt. Und stehen wir möglicherweise am Vorabend möglicher neuer Unruhen, da doch Geert Wilders in den nächsten Tagen mit seinem Anti-Koran-Film ein ordentliches Fass Öl aufs Feuer gießen will?
Opstelten, Mitglied der heutzutage in… weiter lesen
07.01.2008 von Falk Madeja
Am 24. Januar werden die Postboten in Rotterdam in die Briefkästen von 250.000 Haushalten ein ganz besonderes Buch einwerfen. Es soll an die Juden-Verfolgung im Zweiten Weltkrieg erinnern.
Das Buch heisst “Onbestelbaar”, wir übersetzen es mal mit “Unzustellbar”. Isaac Lipschits schrieb einen Brief in Buchform, einen Brief gerichtet an seine Mutter. Darin enthalten seine Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Nur sein Bruder und er selbst überlebten diesen Krieg. Die anderen Familien-Mitglieder wurden ermordet.
Der Verlag “Verbum” und das Nederlands Auschwitz Comité wollen mit der Aktion die Rotterdamer animieren, um die 76 Seiten zu lesen und über Antisemitismus und Diskriminierung nachzudenken. Rotterdams Bürgemeister Ivo Opstelten übergibt am 23. Januar im Rathaus dem Autor das erste Exemplar.
30.12.2007 von Falk Madeja
Rechtzeitig vor dem Jahreswechsel schlägt ein Vorschlag der niederländischen Partei “GrünLinks” wie eine Bombe ein. Genauer gesagt kommt die Idee vom Rotterdamer Gemeinderats-Mitglied Arno Bonte. Der 27jährige will seinen Landsleuten privates Feuerwerk zu Silvester verbieten! Nun, wir von Meine Güte wissen, dass bei den Niederländern privates Herumknallen noch etwas populärer ist, als in Deutschland. Kurzum: Bonte hat es ziemlich bunt gemacht.
Sein Spielverderber-Plan sieht so aus. Schon im kommenden Jahr soll es verboten werden, dass Privat-Personen mit Raketen und Böllern sich einen schönen Silvester-Abend machen. Dafür solle die Gemeinde Rotterdam dann auf der Erasmusbrücke ein Feuerwerk veranstalten! Grund: die Luftverschmutzung sei an diesem einen Abend so gross wie sonst in einer Woche. Ausserdem könnten sich die Einwohner seiner Stadt dann auch nicht mehr verletzten, wenn so eine Rakete statt in den Himmel bsw. in die Jack des Nachbarn fliegt. Im kommenden Jahr soll es… weiter lesen