02.08.2007 von Falk Madeja
Die Betuwelijn, die neue, teure und irgendwie traurige Güterbahn-Strecke zwischen Rotterdam und Deutschland kommt schon seit Tagen nicht mehr aus dem Schlagzeilen. Die Route, die Königin Beatrix am 15. Juni diesen Jahres öffnete, wird so gut wie nicht benutzt. Erst hiess es, „die Deutschen“ würden nicht richtig mitarbeiten bzw. immer noch bauarbeiten, dann waren auf einmal die Sicherheitssysteme zwischen Lokomotiven und Bahnstrecke an dem Elend Schuld.
Nun haben die niederländischen Zeitungen etwas Erstaunliches herausgefunden. „Das Schicksal der Betuwelijn liegt in deutschen Händen“, heisst in grossen Buchstaben in „De Volkskrant“. Was haben die Kollegen herausgefunden? Kurz gesagt, das: wenn eine Bahnstrecke Gebiete aus zwei (oder mehr) Ländern verbinden soll, dann muss hinter der Grenze auch ein Anschluss sein! Den, leider leider, gibt es aber bei Emmerich nicht. Oder genauer gesagt – es gibt ihn, aber die Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen ist „schlecht“. Das weiss zwar jeder, der da mal gefahren… weiter lesen
24.07.2007 von Falk Madeja
Nun gut, die haben in den Niederlanden kein Vattenfall – aber müssen deshalb gleich Kernkraftwerke gebaut werden? Das Haager Kabinett will untersuchen lassen, ob bei den folgenden 5 Orten neue KKW’s gebaut werden können: Eemshaven (ziemlich dicht bei Deutschland), Maasvlakte (bei Rotterdam), Moerdijk (auch bei Rotterdam), Borssele (da steht schon so’n Ding) und beim Westelijke Noordoostpolderdijk (Ijsselmeer). Diese Orte tauchten schon mal in den 80ern als mögliche Kernkraftwerk-Locations auf, aber dann kam Tschernobyl und die Negativ-Publizität vereiltelte alle Atom-Kraft-Pläne.
Zwei Kriterien bestimmen die Eignung der genannten Ort: relativ dünn bevölkerte Umgebung, Anwesenheit von reichlich viel Kühlwasser. Die Untersuchung bedeutet übrigens nicht, dass der Bau eines Kernkraftwerkes die logische Folge wäre. Sowohl Umwelt- als auch Wirtschaftsministerium müssen aus formellen Gründen die Untersuchung durchführen.
Übrigens: Kernkraftwerk bedeutet ganz einfach Atomkraftwerk…
16.06.2007 von Falk Madeja
Heute ist es dann so weit. In den Niederlanden wird durch Königin Beatrix eine Bahnstrecke eröffnet, die wir von Meine Güte mit einigem Recht als umstritten bezeichnen können: die Betuweroute! Rund 160 Kilometer von Rotterdam gen Ruhrgebiet, Kostenpunkt 4,7 Milliarden Euro. 5 Tunnel, 130 Brücken und Viadukte, zig Schallschutz-Wände etc.
Umstritten war diese Bahnstrecke von Anfang. Wir von Meine Güte wurden einmal in einer Diskussion am Rande einer Hochzeitsfeier mordmässig mit Beleidigungen eingedeckt, weil der Gegenüber die Position der Regierung verteidigte – und wir halt die der Kritiker. Die hatten nämlich befürchtet, dass die Bahnstrecke einmal bis zu 20 Milliarden Euro kosten könnte – am Ende hielten sich übrigens die Kostensteigerungen in Grenzen. Der dänische Hochlehrer Bent Flyvbjerg bezeichnet die Kostensteiergung mit am Ende 3 Prozent oder 127 Millionen Euro noch ein Beispiel dafür, dass Kostensteigerungen beherrschbar sind. Er hat dazu 60 internationale Bauprojekte untersucht. Dennoch: als 1990 von der Betuweroute gesprochen… weiter lesen