15.01.2008 von Falk Madeja
Die Niederländer staunen über den 45jährigen Jilt Postma. Der Mann aus dem friesischen Leeuwarden hat es doch tatsächlich geschafft, nach 22 Jahren Sozialhilfe-Bezug eine Arbeit aufzunehmen. Seit dieser Woche hat er einen Job, bei dem er Medikamente, Schokolade und Zeitschriften verpackt. “Es fühlt sich lecker an, um mal was anderes zu tun, als zu Hause zu sitzen.” Postma gehörte zu den Niederländern, die am längsten arbeitslos gewesen sind.
Krankheit ist nicht der Grund, dass er solange arbeitslos war. “Ich war 19 Jahre alt, als ich aus dem Arbeitsprozess ausschied. Ich hatte keine Ausbildung, dann wird man bei den Zeitarbeitsbüros weggeschickt.” Er lebte von monatlich 760 Sozialhilfe. “Ich konnte keine verrückten Sachen machen. Ein Urlaub nach Terschelling (niederl. Insel, Anm. MG) war nicht drin, aber ich konnte davon leben.” Er machte den Haushalt und vergnügte sich mit seinem Hund Rambo.
Die Gemeinde Leeuwarden hat nun eine “Re-Integrations-Firma”, die sich seiner annahm.… weiter lesen
27.06.2007 von Falk Madeja
In den Niederlanden dürfen Frauen mit Burka jetzt die Sozialhilfe gekürzt werden – das beschloss das Parlament in Den Haag auf Antrag Hans Spekman (PvdA, sozialdemokratisch) und Atzo Nikolai (VVD, liberal). Wieviel weniger Sozialhilfe es gibt, sollen offenbar die Gemeinden selbst entscheiden.
Hintergrund ist der Fall einer Frau aus Diemen (nahe Amsterdam), die dreimal wegen ihrer Burka bei einer Bewerbungsrunde durchgeflogen war und einen vierten ihr angebotenen Job nicht annehmen wollte. Sie hätte bei letzterem Job von zu Hause aus arbeiten können. Das war ihr aber nicht Recht, weil sie für ein Callcenter Lose hätte verkaufen sollen und das wollte sie aus Glaubensgründen nicht. Die Gemeinde wollte ihr daraufhin für drei Monate die Sozialhilfe streichen. Allerdings gab ein Gericht der Burka-Frau im Mai wiederum Recht.
Nunmehr kann die Gemeinde Diemen also der Burka-Frau die Sozialhilfe wieder kürzen, wenn sie ganzkörperverhüllt zum Bewerbungsgespräch geht und dann deshalb abgelehnt wird. Übrigens will die Regierung zumindestens… weiter lesen