04.03.2010 von Christine Steinhäuser
Seit gestern ist Geert (‚Der mit der Karnevalsperücke‘) stärkste politische Kraft in der Satelliten-Schlafstadt Almere und zweitstärkste in der taffen Regierungsstadt Den Haag. Allerdings trat er auch nur in diesen zwei Gemeinden an, weil er im Rest des Landes keine Leute fand, die seinen Job auf Lokalebene machen wollten. –
Wäre man trotzdem gewillt, die Wahlergebnisse dieser 2 aus 394 Gemeinden ernst zu nehmen, dann drehten sich die Rollen von holzschuhtragenden Ureinwohnern und kopftuchfreundlichen Zugezogenen gerade völlig um: während ein Teil der Holzschuhträger seine bodenständige und tolerante Identität einem Rechtspopulisten unter die Perücke schmeißt, legen die meisten Zugezogenen statt vermeintlicher moslemischer Engstirnigkeit genau jene politische Besonnenheit an den Tag, für die die Niederlande schon vor Jahrhunderten berühmt waren.
Statt sich von Wilder’s Partij voor de Vrijheid (PVV) provozieren zu lassen und etwa massiv die Nederlandse Moslim Partij (NMP) zu wählen, die vor kurzem mit dem Ziel gegründet wurde,… weiter lesen
17.02.2010 von Falk Madeja

PvdA biedert sich an
Seltsame Wahlen, da in unserem Nachbarland. 3. März, Gemeinderatswahlen. Die im Volk so populäre Anti-Islam-Partei von Geert Wilders, die PVV, tritt nur Den Haag und Almere an – die sonst bei lokalen Wahlen immer große PvdA wirkt verwirrt. Sie bietet reihenweise Wahlplakate in fremden Sprachen an, obwohl die Beherrschung des Landessprache “niederländisch” auch von ihrem eigenen Einwanderungsminister Eberhard van der Laan als für eine erfolgreiche Integration wesentlich genannt wird.
PvdA bedeutet – Partei der Arbeit, nun wird sie auf dem populären Weblog “Geenstijl” als Partei der Araber verhöhnt.
Und das sonstige Volk? Hat keinen Bock mehr auf solche Wahlen. Die Wahlbeteiligung, so lesen wir auf Joop.nl, soll auf dramatische 49 Prozent fallen. 2006 waren es 58 und davor noch 80 Prozent. In einigen Jahren können sich die Niederländer ihre Wahlen also sparen…
01.02.2010 von Falk Madeja
Da lachen ja die nicht-sozialdemokratischen Hühner! Die niederländische Regierungspartei PvdA bzw. die PvdA-Abgeordneten Pierre Heijnen und Paul Kalma haben ernsthaft in einem Brief die Regierung gefragt, ob die Gemeinderats-Wahlen vom 3. März nicht verschoben werden könnten. Grund: es ist ihnen persönlich bzw. ihrer Partei einfach zu kalt für den Wahlkampf!
Sie meinen den Straßenwahlkampf, aber Beobachter – wie wir – denken, dass sie eher Angst vor dem eiskalten Atem des Wählers an der Urne haben. Schaffte die PvdA bei den letzten Gemeinderats-Wahlen noch 23 Prozent, könnte es diesmal vielleicht die Hälfte sein. Bei landesweiten Umfragen liegen die PvdA-Leute bei etwas mehr als zen Prozent, also in etwa so wie die sächsische SPD. Wenn wir das schon mal mit Deutschland vergleichen: sicher, die niederländische Eisenbahn hat auch heuer wieder ihr Winter-Chaos, aber mit Schneemassen wie in Mecklenburg-Vorpommern haben sie an der Nordsee definitiv nicht zu kämpuch nicht der Kälte.
Was soll die… weiter lesen