Eine ebenso beliebte wie dumme Floskel in Debatten über den Holocaust lautet, man solle endlich mal einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen. Dumm unter anderem deshalb, weil die Vergangenheit noch heute weit in die Gegenwart hineinreicht. Mal eben den Massenmord zu vergessen, kann eben nur der dreist fordern, dessen Onkel, Tanten, Großeltern nicht im Konzentrationslager umgekommen sind.
Ein emotional aufwühlendes Aufleben der Geschichte ist am Samstag in Amersfoort geschehen. Da übergab
en zwei Mitarbeiter der Stichting Oktober 44 das Eigentum von 35 im KZ Neuengamme ermordeten Niederländern an ihre Verwandten. Gefunden hatten sie vor allem Brieftaschen, Fotos, mutmachende Briefen von Kindern der Toten und weitere Dokumente, wie jetzt unter anderem das NRC Handelsblad berichtete. Und zwar im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen, das nach langem Hickhack erst seit gerade gut zwei Jahren für Forschung… weiter lesen