18.05.2009 von Falk Madeja
Klang vielleich ganz gut – der niederländische “Medien-Minister” Ronald Plasterk will acht Millionen Euro zur Verfügung stellen, mit denen die Gehälter von 60 jungen Journalisten finanziert werden sollen. Diese würden in der jetzigen Krise entweder als erstes gekündigt oder gar nicht erst eingestellt. Das Haager Parlament muss aber erst mal zustimmen. Inzwischen, so berichtet die Website der niederländischen Journalistengewerkschaft NVJ, hat allerdings bereits die erste Zeitung die Finanzierung von “Staats-Journalisten” abgelehnt. Der Chefredakteur der Zeitung “Trouw”, Willem Schouten, Dabei muss die Zeitung wohl sechs Redakteure entlassen.
Trouw gehört zum Zeitungskonzern PCM – und da geht es momentan chaotisch zu. Zunächst einmal wird PCM zu 50,1 Prozent vom belgischen Zeitungs-Mann Christian Van Thillo (De… weiter lesen
16.02.2009 von Falk Madeja
In den Niederlanden gibt es bei den Zeitungen gerade Massenentlassungen. Hier eine Übersicht:
Die TMG (Telegraaf Media Group, Miteigentümer von ProSiebenSat1 und Herausgeber von De Telegraaf und Spits) will 500 der ca. 3600 Jobs streichen, davon 160 Redakteure.
PCM (u.a. NRC Handelsblad, De Volkskrant, Trouw) will fünf Prozent der 2600 Mitarbeiter, also 130, loswerden.
Wegener (gehört noch zu Mecrom, u.a. De Gelderlander) 395 und 465 Mitarbeiter (von einst 4000) zum Verlassen der Firma bewegen.
Bei der NDC Mediagroep (Dagblad van het Noorden, Groningen) geht es um 120 Jobs, die Zahl der verbleibenden Mitarbeiter wird unter 700 sinken.
Und bei der FD Mediagroep (Het Financieele Dagblad, BNR Nieuwsradio und Z24) geht es um ein Fünftel der Jobs, knapp 50.
20.01.2009 von Falk Madeja
In den letzten Tagen schien es so, als ob Mecom-Chef David Montgomery “der Entmachtung” entgehen würde. Meldete ja auch die “taz”. Er verkaufte die Zeitungen in Deutschland, Berliner Zeitung & Co, für 152 Millionen Euro an DuMont Schauberg, löst damit einen Teil der 600 Millionen Euro Schulden ab und dann konnte er noch eine Revolte abwenden. Eine Aufsichtsrat-Mehrheit wollte ihn loswerden, aber die Investoren hielten ihm die Stange.
Alle Investoren? Nein, nicht alle. Da haben wir nämlich Jan Houwert, ehemals Chef und Miteigentümer von Wegener, einem Verlag mit regionalen Zeitungen in den Niederlanden. Der sah mit müden Augen an, wie seine Anteile an Mecom – er tauschte Anteile Wegener gegen Anteile Mecom – um 98 Prozent an Wert verloren. Das bedeutet, so berichten Medien in den Niederlanden, dass er einen Wert von 100 Millionen Euro auf 2 Millionen Euro verdampfen sah. 98 Millionen… weiter lesen
12.12.2008 von Falk Madeja
Um es kurz zu machen: den Mecom-Zeitungen geht es auch in den Niederlanden schlecht. Sehr schlecht. Mecom besitzt hier die regionale Zeitungsgruppe “Wegener”, es handelt sich um sieben regionale Tageszeitungen und viele Anzeigenblätter. Ohnehin schon gab es eine Sanierungsrunde, in der 80 Millionen Euro eingespart und 425 von ca. 4000 Mitarbeitern entlassen werden sollten. Die Redaktionen konnten immerhin erreichen, dass sie von den Entlassungen nicht betroffen waren. Nun, Ende des Jahres 2008, scheint alles noch viel schlimmer. Jetzt, nach dem der Anzeigenmarkt weiter eingebrochen ist, müssen noch einmal 25 Millionen Euro eingespart werden. Wahrscheinlich werden die Redaktionen nun doch dran glauben müssen.
Alex Engbers, Chefredakteur der Zeitung “De Stentor”, sagte, dass die Redaktionen bis zum 1. Januar mit Vorschlägen kommen müssten. Ansonsten würde alles nur noch schlimmer.
Unterdessen spielt noch mehr. Wegener/Mecom besitzt etwas mehr als ein… weiter lesen
05.07.2008 von Falk Madeja
Bei der Mecom-Beteiligung in den Niederlanden, dem Regional-Zeitungsverlag Wegener, wurde am Freitag für ab Montag geplante Streiks nach Gesprächen zwischen der Direktion und der Journalisten-Gewerkschaftsbund NVJ noch eine Lösung gefunden.
Die Wegener-Direktion streicht aus den Plänen für die Erhöhung der Gewinne die Zahl angestrebter Enlassungen (bis zu 465 auf eine Belegschaft von 4000) vorerst einmal heraus. Bis zum 1. September soll gemeinsam überlegt werden, wie in irgendeiner Weise der Gewinn erhöht werden.
In den letzten Tagen drohte der Streit zwischen den Profit-Ideen der von David Montgomery geführten Zeitungs-Beteiligungsgesellschaft Mecom und den Mitarbeitern bei Wegener zu eskalieren. Das Problem für Mecom ist, dass die meisten Beteilungen zu einem Zeitpunkt gekauft worden sind, als sie relativ viel wert waren. Inzwischen sind die Kapitalmärkte gegenüber den Zukunftschancen von Zeitungsverlagen skeptisch und der Börsenkurs von Mecom sank.
03.07.2008 von Falk Madeja
Auch die Redaktionen der Zeitungen BN/De Stem, Brabants Dagblad, Tubantia und des Eindhovens Dagblad wollen zu Arbeitskämpfen übergehen, falls der Haupteigentümer des Wegener-Konzerns, Mecom, die geplanten Entlassungen von bis zu 465 Mitarbeitern (von ca. 4000) nicht zurücknehmen werde. Mecom-Boss David Montgomery sollte bei einem geplanten Besuch bei der Zeitung BN/De Stem in Beda ein leeres Haus vorfinden.
Unterdessen hat die Gemeinde Apeldoorn, in dr Wegener den Hauptsitz hat, die von den Einsparungen betroffenen Gemeinden Arnheim, Nimegen, Deventer, Zutphen, Zwolle, Enschede, Hengelo, Almelo, Doetinchem, Ede, Wageningen, Eindhoven, Den Bosch, Breda, Tilburg, Vlissingen und Middelburg dazu aufgerufen, sich aus Sorge um die regionale Nachrichten-Qualität gemeinsam zu engagieren.
02.07.2008 von Falk Madeja
Zuspitzung bei Mecom Niederlande bzw. Wegener. Die Redaktionen der Titel Dagblad De Gelderlander und des Brabants Dagblad wollen kommende Woche streiken, bei der Zeitung De Stentor werden auch Aktionen vorbereitet. Grund: bis zu 465 der insgesamt 4000 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Die Mitarbeiter wollen, dass Mecom-Chef David Montgomery seine umstrittenen Pläne zurück nimmt.
28.06.2008 von Falk Madeja
Beim Zeitungskonzern Mecom, der in den Niederlanden zu 87 Prozent Eigentümer des Wegener-Konzerns (7 regionale Zeitungen, 100e Anzeigenblätter) ist, bricht das Chaos aus. Innerhalb weniger Tage trat bei Wegener der komplette Aufsichtsrat zurück, es wird bis zu 465 Entlassungen geben (4000 Mitarbeiter). Die Chefredakteure rebellieren, es gibt ein Führungschacos.
26.06.2008 von Falk Madeja
Der großteils zu Mecom gehörende Wegener-Verlag will zwischen 395 und 465 Arbeitsplätze einsparen, heute gibt es rund 4000. Damit sollen 32 und 37 Millionen Euro eingespart werden. In den Redaktionen der Lokalzeitungen in Arnheim, Breda, Apeldoorn etc. sollen 75 bis 85 Redakteure entlassen werden. In der Abteilung Kommerz und Auflage sollen gar 190 bis 220 Mitarbeiter weg.
Thomas Bruning, Sekretär der Journalistengewerkschaft NVJ, sprach sinngemäß von einem “kalten Profitdenken” seitens Mecom. Joop Atsma, Mediensprecher der regierenden Partei CDA von Ministerpräsident Jan-Balkenende von einem “Schlag ins Gesicht für die regionale Nachrichtenversorgung”.
17.06.2008 von Falk Madeja
Bei den niederländischen Zeitungen des Mecom-Konzerns (David Montgomery), der in Deutschland die Berliner Zeitung, den Berliner Kurier, die Hamburger Morgenpost und die Netzeitung besitzt, droht eine Reorganisation mit dem Verlust von 400 bis 800 Arbeitsplätzen. Momentan arbeiten bei Wegener in Apeldoorn und den verschiedenen Töchtern rund 4000 Mitarbeiter.
Mecom besitzt 87 Prozent des Wegener-Konzerns, der in den Niederlanden vor allem regionale Zeitungen wie Brabants Dagblad, Eindhovens Dagblad, BN/DeStem (Breda), de Stentor und De Gelderlander (Arnheim) besitzt Gesamtauflage 800.000 plus 225 Anzeigenblätter mit wöchtentlich 8,6 Millionen Exemplaren). Grund für die Reorganisation sollen enttäuschende Umsätze bei Personalanzeigen sein.
Außerdem besitzt Mecom in den Niederlanden die Titel Dagblad De Limburger/Limburgs Dagblad im Süden der Niederlande.