17.08.2011 von Falk Madeja
Der 40jährige Mann mit dem Namen “Adam”, der im vergangenen Jahr das Totengedenken auf dem Dam in Amsterdam durch Schreie verstörte und deshalb der “Damschreeuwer” (etwa Dam-Schreihals) genannt wird, steht am 22. September vor Gericht. Zunächst war vermutet worden, dass er auch wegen eines Angriffs auf Königin Beatrix, die bei dem Gedenken traditionellerweise anwesend ist, angeklagt werden könne. Dem ist aber nicht so, wie die Nachrichtenagentur Novum berichtet. Es gäbe keine Beweise dafür, dass er dem Staatsoberhaupt sowie Prinz Willem-Alexander und Prinzessin Maxima etwas habe antun wollen.
Nach seinen Schreien war eine Panik ausgebrochen. Dutzende Menschen verletzten sich. Er steht nun wegen Körperverletzung, Unruhe-Stiftung und Laden-Diebstahl vor dem Polizeirichter. Im April war er wegen Ladendiebstahls inhaftiert worden, er musste 90 Tage ins Gefängnis. Im Juni wurde er kurz nach seiner Freilassung neuerlich inhaftiert, diesmal hatte er das Nationaal Monument op de Dam (National-Denkmal auf dem Dam) beschmiert.
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18.06.2011 von Falk Madeja

Satire-Krieg in den Niederlanden
Nein, diese Satiriker. Verursachen jetzt den Satire-Krieg in den Niederlanden. Es fing alles an mit einer Sache rund um Mladic. Der serbische Killer, der minimal 8.000 Menschen in Srebrenica tötete und die Niederlande in Verlegenheit brachte, sitzt ja inzwischen in Den Haag im Gefängnis. Gelegenheit für die TV-Zeitschrift “VARAgids”, um eine satirische Fotomontage aus Ratko Mladic und dem TV-Präsentator Ron Boszhard zu machen. Der Vergleich von Mladic und Boszhard leuchtete bsw. mir nicht so ganz ein, und Ron Boszhard schon gar nicht. Er ging vor den Kadi und gewann.
Damit ist die Sache aber nicht erledigt. Jetzt legte die Website Geenstijl nach. Sie fotomontierte wie verrückt. Boszhard ist hier als Saddam Hussein, Adolf Hitler, Rambo, Napoleon, Osama bin Laden und Herr Flick von der Gestapo aus der Serie ‘Allo ‘Allo. Letztere ist in Deutschland nicht so sehr bekannt, ist aber ganz lustig. Kommt aus… weiter lesen
28.05.2011 von Falk Madeja
Interessant. Die Richter für den Mladic-Prozess stehen fest. Es sind der Niederländer lphons Orie, der Deutsche Christoph Flügge und der Südafrikaner Bakone Justice Moloto. Ich frage mich, ob schon mal ein Deutscher in so einem internationalem Kriegsverbrecher-Prozeß Richter war. Ich frage mich, ob es vernünftig ist, einen Niederländer als Richter zu benennen – das Land ist schließlich in der Srebrenica-Frage stark involviert. Ich frage mich, wer der Südafrikaner ist. Der als Zwischenname “Justice” heisst.
Ich antworte mir: es wird ein spannender Prozeß. Nicht so wegen der Fakten. Die stehen mehr oder weniger fest. Mehr wegen der Emotionen. Und der Frage, ob Mladic möglicherweise körperlich ein Wrack ist. Wie jener John Demjanjuk.
07.02.2011 von Falk Madeja
Jetzt gehts wieder los! In Amsterdam geht der politische Prozess gegen den Anti-Islam-Politiker Geert Wilders weiter. Schon die erste Runde war komisch – denn obwohl die Staatsanwaltschaft Wilders gar nicht anklagen wollte, musste der vor den Kadi. Und dann wurde die ganze Angelegenheit wegen Befangenheit der Richter abgebrochen. Richter Tom Schalken hatte während eines privaten Abendessens probiert, den Zeugen und Arabisten Hans Jansen zu beeinflussen.
07.04.2010 von Falk Madeja
Justizminister Ernst Hirsch Ballin musste eine peinliche Angelegenheit erklären – wie konnte a) Kindermörder Koos H. in seiner Zelle Porno gucken und wie konnte es b) sein, dass in seiner Zelle TV-Aufnahmen stattgefunden haben? Extra-Arbeit für den Minister, schreibt De Telegraaf.
Er musste sich jedenfalls im Parlament diesbezüglichen Fragen stellen. Nun, seit 2005 sollen die Inhaftierten in den Niederlanden nicht mehr Porno gucken dürfen, in einer TBS-Klinik kann das aber anders aussehen. In einer TBS-Klinik werden bestimmte krankhafte Kriminelle sicherheitsbewahrt und, wenn es geht, behandelt. Der Minister findet es jedenfalls nicht gut, wenn solche Leute wie Koos H. in ihrer Zelle Pornos gucken oder sie mit versteckter Kamera gefilmt werden.
However, am Freitag entscheidet ein Gericht, ob Peter R. de Vries noch zwei Folgen über Koos H. aussenden darf.
26.09.2009 von Falk Madeja
Der Fall des 38jährigen Türken Saban Baran erregt weiter die Gemüter in den Niederlanden. Der Mann, ein äusserst brutaler Frauenhändler, hatte um die 100 Frauen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren aus Deutschland, Polen, Tschechien, Litauen und möglicherweise auch aus Rumänien und Bulgarien zur Prostitution gezwungen. Dazu gleich mehr.
Jedenfalls haben sechs Richter aus Arnheim dem Mann einen Hafturlaub genehmigt. Er wollte angeblich nur seine Frau Stephanie und sein Kind besuchen – die Frau, so die Zeitung Trouw, gehört eigentlich auch zu seinen Opfern. “Während des Prozesses im vergangenen Jahr sass sie in der ersten Reihe. Sie warf ihm Kusshändchen zu, als ob nichts geschehen wäre,”, schreibt Trouw.
Der äusserst gewaltige Kriminelle war von den sechs Richtern zu einigen Tagen Hafturlaub entlassen worden. In diesem “Urlaub” bedrohte er eines seiner Opfer auf der Strasse, schreibt Trouw. Er musste sich täglich bei der Polizei melden. An… weiter lesen
22.09.2009 von Falk Madeja
Jetzt reicht es aber, findet der Kriminelle Saban Baran. Schlimm genug, dass er anders als früher im Gefängnis nicht ständig Frauen zur Prostitution zwingen, als seinen Besitz tätowieren oder mit Baseball-Schläger foltern kann. Schliesslich sitzt er in einem Männer-Knast – besser gesagt sass, denn sechs naive Richter in Arnheim genehmigten ihm einen Hafturlaub und da nahm er die Beine in die Hand.
Er, so sagen seine Anwälte Gerard Spong und Jan Hein van Dijk, sieht lt. De Telegraaf noch ein ganz anderes Problem. Seine Privatsphäre!
Ein flüchtiger Krimneller, der zig Frauen misshandelt hat und noch 19 Millionen Euro Strafe bezahlen muss, hat Angst um seine Privatsphäre? Ja, es ist komisch, aber wahr. Baran, der wahrscheinlich alle möglichen Rekorde in Sachen Frauenmisshandlung gebrochen hat, will nicht, dass “die Medien” weiterhin Fotos von seiner Hochzeit im Knast verbreiten.
Ich weiss nicht, ob die Polizei noch mit Steckbriefen agiert,… weiter lesen
18.06.2009 von Falk Madeja
Staatsgeheime Dokumente! Danach war heute morgen die niederländische Polizei auf Suche – in der Wohnung der Journalistin Jolande van der Graaf. Sie arbeitet für die Zeitung “De Telegraaf”, nun drohen ihr anscheinend bis zu sechs Jahren Gefängnis.
Ihr Vergehen: sie hatte – offenbar gespeist durch Quellen rund um den Geheimdienst AIVD – zwei aufsehenerregende Stories zusammengetragen und die landeten dann auf der Titelseite der Amsterdamer Zeitung. In der einen Geschichte ging es um die Rolle des AIVD vor dem Irak-Krieg, in der anderen um die Sicherheits-Vorkehrungen beim Besuch des Dalai Lamas. Das gefiel den Schlapphüten aber gar nicht. Sie suchten das “Leck”, und nun wurden die mutmasslichen Quellen der Journalistin, ein ehemaliger und eine heutige Mitarbeiter(in) des AIVD (die zusammen leben), eingesperrt.
Telegraaf-Chefredakteur Sjuul Paradijs sprach von dem “soundsovielsten Angriff auf die Pressefreiheit” (im Jahr 2006 kamen zwei Telegraaf-Journalisten in Geiselhaft, weil sie den Behörden Informanten nicht verraten… weiter lesen
28.04.2009 von Falk Madeja
Ein 56jähriger Krimineller, der aus irgendeinem Grund für die deutsche Botschaft in Den Haag arbeiten durfte, hat rund 480.000 Euro entfremdet. Und das in der Zeit zwischen November 2005 bis Juli 2007. Er hat um die 600 mal das Botschaftskonto geplündert.
Grund: Spielsucht. Er steht in Berlin vor dem Kadi. Es ist ihm selbst ein Rätsel, warum ihm niemand auf die Schliche kam.
12.01.2009 von Falk Madeja
Merkwürdiger Vorgang im Gericht im niederländischen Haarlem. Dort wurde nämlich Richter dabei “erwischt”, wie er heimlich auf seinem Dienst-Computer auf Porno-Seiten herumsurfte. Nicht durch Kollegen, nicht durch Vorgesetze – nicht einmal durch die Putzfrau. Es handelte sich um eine Art Bürger-Reporter, der den Richter von Außen (möglicherweise aus einem gegenüberliegenden Hotel) in seinem Dienst-Büro fotografierte. Auf dem Foto unverkennbar – der Richter schaut sich auf dem Bildschirm gerade Porno-Bilder an.
Das Haarlems Dagblad bekam die Bilder zugespielt – und verzichtete auf eine Veröffentlichung. Die Zeitungsleute dachten sich, der Richter schaue sich die heiklen Bilder wohl in Zusammenhang mit einem Strafdossier rund um ein Sitten-Delikt an und schickten das Material darum postwendend zum Gericht.
So einen Vorgang gab es aber nicht. Die Konsequenzen: Gerichts-Präsident Herman van der Meer führte ein “korrigierendes Gespräch” mit dem frivolen Richter – und die Fenster wurden mit einer Folie beklebt, so dass die eifrigen Bürger-Reporter nicht… weiter lesen