22.06.2011 von Falk Madeja
In Den Haag zeichnet sich nun eine Mehrheit des Verbots des Schächtens ab. Hierbei wird den Tieren die Kehle durchgeschnitten, danach verbluten sie. VVD, PvdA, GrünLinks und D66 haben am Mittwoch abgesprochen, dass sie für ein Verbot sind. Der Antrag wurde ursprünglich von der kleinen Tierpartei eingebracht. Diverse jüdische und islamische Organaisationen hatten vergeblich gegen das Verbot protestiert, Schächten sei eben in der Tradition ihrer Religionen. Weshalb auch die christlichen Parteien, CDA, Christenunion und SGP das Schächten auch nicht verbieten lassen will.
Als Kompromiss bieten die oben genannten Parteien an, dass geschächtet werden kann, wenn nachgewiesen werden könne, dass die Tiere beim Schächten nicht mehr leiden als bei anderen Schlchtmethoden.
Ronnie Eisenmann von der Jüdischen Gemeinschaft Amsterdam ist enttäuscht. Hiermit würde die Wissenschaft stärker bewertet als der Glaube. Das sei ein “enormer Bruch hinsichtlich der Toleranz gegenüber dem Judentum”. Für das Contactorgaan Moslims & Overheid sagte Yusuf Altuntas, dass der Vorschlag ein “suggetiver und voreingenommender”… weiter lesen
07.06.2011 von Falk Madeja
Das war der Tag, an dem sich die niederländische Mittelalter-Partei SGP im Parlament verteidigen musste. Wieder einmal. Die sogenannten “Männer-Brüder” haben als wichtigsten Punkt in ihrem Programm, dass sie Frauen diskriminieren können. Steht in der Bibel, behaupten die Männer-Brüder.
Sie haben zwei von 150 Parlamentssitzen und weil sie keine Moslems sind, dürfen sie halt diskrimieren. Moslems, so die PVV von Geert Wilders, dürfen Frauen nicht diskriminieren. Christen schon.
Aber nun. Die Männer-Brüder sollen VVD (ehemals liberale Partei), PVV (nennt sich Freiheitspartei) und CDA (dort solle man die Bibel auch kennen) helfen, dass die Mehrheit etwas größer ist. Es ist nur so, dass sich viele Menschen in den Niederlanden sehr unbehaglich fühlen, wenn eine extrem-religiöse Splitter-Partei so viel Einfluß hat.
Kees van der Staai, Ober-Männer-Bruder, sagte jetzt, dass seine Frau “Manns genug” sei. Er habe das mit seiner Frau zu Hause besprochen. Ob sie auch etwas… weiter lesen
23.05.2011 von Falk Madeja
Jetzt wird es ein bisschen absurd. Die Haager Regierung ist in der Hand der “Männerbrüder”. Eine evangelische Macho-Sekten-Partei namens SGP, die Frauen-Diskriminierung als Punkt 1 im Programm hat. Frauen dürfen nichts, steht in der Bibel, behaupten sie. Die SGP sorgt dafür, dass die Wilders-Regierung in der Ersten Kammer, dem Senat, auf 38 Sitze kommt. Bei 75 insgesamt. Ohne die “Männerbrüder” gäbe es keine Mehrheit für die Regierung Wilders.
- VVD: 16
- PvdA: 14
- CDA: 11
- PVV: 10
- SP: 8
- D66: 5
- GroenLinks: 5
- ChristenUnie: 2
- SGP: 1
- PvdD: 1
- OSF: 1
- 50PLUS: 1
22.05.2011 von Falk Madeja
Aha, das ist also der Deal der rechtsliberalen Regierungspartei VVD mit der extrem-religiösen Partei SGP! Wie am Wochenende bekannt wurde, zieht die VVD ihre Unterstützung zur Abschaffung des “Gesetzes gegen Gotteslästerung” zurück. Das gab der Abgeordnete Boris van der Ham von der linksliberalen Partei D66 bekannt. Senator Gerrit Holdijk von der SGP gab inzwischen zu, dass er die Regierung unterstützen würde, wenn die VVD diesen Gesetzesvorschlag zurückziehen würde.
Die SGP ist eine ganz offen frauenfeindliche Partei. Aufgrund der Bibel meinen sie begründen zu können, dass Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männern zu stehen. Sie hat in der Zweiten Kammer zwei von 150 Sitzen – und diese zwei braucht die Partei von Premier Mark Rutte, um die instabile Mehrheit seine Koalition (unter Duldung von Geert Wilders) auszubauen. Wie sich die Zahl der Sitze in der Ersten Kammer verteilen wird, stellt sich am kommenden Montag heraus, wenn eben diese gewählt wird.… weiter lesen
03.03.2011 von Falk Madeja

Rutte im Kreuz von Geenstijl
“Eigene Fundis erst” – das scheint das neue Motto des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte zu sein. Der ehemals liberale Politiker der VVD wirft sich jetzt den Reli-Fundis von der SGP an den Hals. Grund: bei den Provinzwahlen gestern glückte es den Regierungs-Parteien VVD, CDA und PVV nicht, für den Senat eine Mehrheit zusammen zu bekommen. Jetzt braucht Rutte die Christen-Fundis von der SGP, genauer gesagt deren einen Sitz im Senat.
Wie kurios: Geert Wilders, von dem die Regierung abhängig ist, wettert im “Namen der Freiheit” gegen islamische Fundis, die Frauen und Homos unterdrücken. Doch die SGP ist keinen Deut besser. Sie ist dagegen, daß Frauen etwas in der Politik irgend etwas zu sagen zu haben dürfen. Oder sonst wo im Leben. Frauen müssen Röcke tragen, den Mund halten und sich aus den öffentlichen Angelegenheiten fern halten. Klingt genauso verwerflich wie die das, was… weiter lesen
14.10.2010 von Falk Madeja
Das Urteil wird hart ankommen – bei religiösen Fanatikern auf protestantisch-christlicher und islamischer Seite! Der Hoge Raad (Oberster Gerichtshof) in den Haag hat beschlossen, dass Menschenrechte wichtiger sind als Glaubensfreiheit!
Wie jetzt, Glaubensfreiheit ist doch auch ein Menschenrecht? Ja, eh klar. Obwohl ich Atheist bin, war die Evangelische Kirche für mich in Rostock ein ort der Freiheit, Freitag Abend in Rostock Lichtenhagen Dorf.
Aber manche Hard-Core-Reli Gruppen diskriminieren halt aufgrund irgendwelcher heiliger Schriften konsequent Frauen. Bei Islamisten sind es Kopftuch-, Burka-Zwang etc., auch schon mal ein Ehrenmord, bei niederländischen Protestanten geht es zwar ohne Mord und Totschlag, aber Mädchen und Frauen müssen Röcke tragen, haben kein Mitspracherecht im Alltagsleben und schon gar nicht in der Partei SGP.
Hierbei handelt es sich um eine extrem-religiöse Partei, die seit Jahren verbissen um ihr Recht kämpft, Frauen zu diskriminieren. Zum Beispiel sind die SGP-Männer so was von strikt dagegen, dass Frauen auf den Wahllisten kandidieren, dass sie sich… weiter lesen
16.09.2010 von Falk Madeja
Nicht zu fassen. Die neue Regierung in Den Haag aus Liberalen und Christdemokraten will sich nicht nur von Geert Wilders abhängig machen, sondern auch von der extrem-evangelischen Partei SGP. Den sogenannten Polder-Taliban.
Diese Partei ist so ziemlich das Letzte, was das niederländische Parteien-Spektrum zu bieten hat. Frauen sind in den Augen dieser Männer-Partei minderwertig und deshalb müssen sie unter allen Umständen den Mund halten, und wehe, sie ziehen Hosen an! Die SGP-Ehefrauen und Töchter dürfen nur mit Rock aus dem Haus. Sonntags einkaufen dürfen weder Frauen noch Männer, wenigstens hier gibt es “Geichberechtigung” im Reli-Wahn.
Weil es innerhalb der Christdemokraten sogenannte “Dissidenten” gibt, also Leute, die gegen eine Wilders-Regierung sind, passen die zwei SGP-Sitze ins Beute-Schema der Regierung aus VVD und CDA. Eine Umfrage unter 235 SGP-Leuten ergab, dass die Mehrheit der SGP-Leute für eine Regierung Wilders ist.
12.09.2010 von Falk Madeja
Wie tief können die niederländischen Christdemokraten noch sinken? Die Antwort ist: jede Woche etwas tiefer. Die neuste Umfrage des Meinungsforschers Maurice de Hond gibt ihnen nur noch 14 Sitze, 150 sind es im Parlament in Den Haag. Das heißt, sie sacken unter zehn Prozent!
Geert Wilders – so die vor seiner New-York-Rede erstellte Umfrage – käme auf 34 Sitze. Heute sind es 24. Die VVD bekäme 28 Sitze. Zusammen kommen die drei Parteien also immer noch auf 76 Sitze, einen mehr als die Mehrheit.
Die extrem-religiöse Partei SGP will vielleicht auch mitmischen, wenns an Regieren geht. Kees van der Staaij, Chef der evangelischen Anti-Frauen-Partei, hat im Grunde nur drei Bedingungen, um die zwei SGP-Sitze einzubringen: die Niederländer sollen Sonntag nicht einkaufen gehen, es soll keine Liberalisierung in Sachen Abtreibung und Sterbehilfe gibt und Schulen sollen weiterhin staatlich unabhängig sein. Die SGP-Männer wollen, dass Mädchen immer im Rock zur Schule… weiter lesen
07.09.2010 von Falk Madeja

Geert, der Wendehals
Schwuppdiwupp – Geert Wilders dreht sich wieder ein. Nachdem Ab Klink, CDA-Verhandlungs-Sekundant, aus der christdemokratischen Fraktion ausgestiegen ist, will er plötzlich doch wieder mit VVD und CDA in See! Ab Klink – Geert hat einen Dissidenten weniger.
Die Website “Geenstijl.nl” wählte nebenstehende grafische Lösung der wilderschen Gedankengänge und Handlungsprozesse.
Ja, und Geenstijl denkt, dass das Problem mit den zwei übrig gebliebenen Dissidenten beim CDA durch eine Zusammenarbeit mit den “christlichen Männerbrüdern” von der SGP gelöst werden könnte. Die SGP-Männer sollen mit ihren zwei Sitzen die Regierung stützen, dann können die zwei CDA-Dissidenten schon mal ab und zu gegen irgendwas stimmen.
UPDATE: Inzwischen läuft eine Parlaments-Debatte zum Thema. Mark Rutte und Geert Wilders bügeln die Einwände gegen die wieder aufgenommenen Gespräche routiniert ab, Maxime Verhagen wehrt sich mit gequältem Gesicht.
03.09.2010 von Falk Madeja
Jetzt kommt also auch noch die SGP ins Spiel. Eine kleine extreme Protestanten-Partei, die u.a. gegen die Gleichberechtigung von Frauen ist. Jahrelang durften Frauen nicht einmal Mitglied werden, erst auf gerichtlichem Wege wurde die Öffnung der SGP erzwungen. Die SGP hat meist, so auch jetzt, zwei Abgeordnete im Parlament. Und diese zwei Abgeordneten sollen die Regierung aus VVD, CDA und PVV etwas stabiler machen – man hätte dann zusammen 78 statt 76 der 150 Sitze hinter sich.
Kurioserweise würde dann das aus VVD und CDA gebildete Kabinett von einer extrem religiösen Partei wie der SGP und einer total antireligiösen Partei wie der PVV unterstützt. Wobei die SGP sich an getroffene Absprachen halten würde – zum Beispiel soll die VVD einer Erweiterung des Sterbehilfe-Gesetzes verhindern. Es gibt eine entsprechende Initiative, die übrigens von VVD-Promi Frits Bolkestein unterstützt wird.
Doch es gärt bei den verschiedenen Parteien. Nehmen wir die VVD. Dort hat… weiter lesen