26.01.2012 von Falk Madeja
Die Regierung in Den Haag will das Leugnen von Völkermord nicht verbieten - interessant in einer Zeit, wo in Frankreich verboten wurde abzustreiten, dass es in der Türkei einen Genozid an den Armeniern gab. Wie De Telegraaf schreibt, findet die Regierung die Meinungsfreiheit wichtiger als eine Strafe für die Holocaust-Lüge.
Joël Voordewind von der Christenunion (kleine christliche Partei) hatte einen Gesetzes-Vorschlag eingebracht, wonach das Leugnen von Völkermord künftig mit einem Jahr Gefängnis oder maximal 7600 Euro bestraft werden könne. Sein Motiv war die wachsende Zahl antisemitischer Sprüche im Internet. Premier Mark Rutte war von Anfang an gegen Strafen für derlei Äußerungen, die PVV von Geert Wilders wollte die Täter lieber zum Psychiater schicken.
Übrigens können die Völkermord-Lügner nach anderen Paragraphen bestraft werden, bsw. wg. sogenannter “Gruppen-Beleidigung”.
27.11.2011 von Falk Madeja

Cruijff ist für die Jugend
In der Soap bei Ajax Amsterdam könnte am Montag Abend eine wichtige Entscheidung fallen. Dann kommt nämlich der Mitgliederrat zusammen – und der wird direkt oder indirekt entscheiden, ob es eine Zukunft mit Louis van Gaal oder Johan Cruijff gibt. Beide können nicht zusammen arbeiten, sie mögen sich persönlich nicht und außerdem ist ihre Vision auf die Zukunft von Ajax unterschiedlich. Van Gaal setzt mehr auf ein gutes Kollektiv, Cruijff mehr auf gute Einzelspieler.
Hintergrund: Johan Cruijff, wohnhaft hauptsächlich in Barcelona und dann auch noch in Amsterdam, will seinen alten Klub wieder in die europäische Elite führen. Sein Plan sieht kurz zusammengefaßt vor, das ehemalige Ajax-Stars wie Dennis Bergkamp, Wim Jonk, Ronald de Boer u.a. andere die Jugend besser ausbilden.
Es gibt einen Aufsichtsrat, der aus Steven ten Have,… weiter lesen
03.01.2011 von Falk Madeja
Das neue Jahr beginnt aus Sicht des niederländischen Königshaus gleich mal mit einer Ungeheuerlichkeit. Die Nieuw Republikeins Genootschap (NRG) will, dass der Name von Prinz Bernhard von den Straßenschildern verschwindet. Sowohl die Gemeinde Leiden als auch die Stadt Rotterdam erhielt ein derartiges Schreiben. Sowieso habe ich mich immer gewundert, dass in den Niederlanden gefühlt 75 Prozent aller Straßennahmen in irgendeiner Weise mit dem Königshaus zu tun hat. Die Oranjes müssen ganz schön eitel sein – es erinnert mich an die Lenin-, Karl-Marx-, Ernst-Thälmann-Straßen in er DDR. Manche hängen noch immer dort, am Wochenende habe ich in Groß Schönebeck (bei Berlin) eine Ernst-Thälmann-Straße gesehen.
Nun gut. Kommen wir zu Prinz Bernhard. Der hat Millionen vom US-Flugzeugbauer Lockheed angenommen, in der halben Welt seine Frau und damalige Königin Juliana betrogen und Kinder hinterlassen und angeblich soll er auch gern noch ein bisschen mit Waffeln gehandelt haben. Die NRG sagt, er habe die… weiter lesen
23.12.2010 von Falk Madeja

WNL ist Katastrophen-TV
Das gibt es wirklich nur in den Niederlanden. Wer einen öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben will, braucht nur genügend Unterschriften zu sammeln und los gehts. Und zwar wird dann Sendezeit für Radio und TV zugeteilt – und eben auch Geld aus dem Staatshaushalt. Die Niederlande zählt auf diese Weise inzwischen 23 solcher Sender, die Regierung will diese Zahl irgendwie auf acht herunter bringen.
Der Telegraaf-Konzern (TMG) hat sich gleich zwei solcher Sender zugelegt – WNL (Wakker) und PowNed. Wobei PowNed wiederum der Telegraaf-Tochter Geenstijl (einem deftigen Blog mit lustig geschriebenen Texten – gegen alles was Links ist) zugeordnet ist.
Beide Sender sollten nun bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gegen die traditionell eher linke Redaktionen gerichtet einen rechten Wind blasen – doch bei WNL klappt das nicht. Das liegt schon mal daran, dass die bei WNL eingestellten Leute nicht so viel Ahnung vom Fernsehmachen haben. Bsw. hat WNL das… weiter lesen
01.11.2010 von Falk Madeja

AFCA-Fans wollen Cruijff als Ajax-Retter
Ein offener Brief an Ajax-Legende Johan Cruijff – die Fans von Ajax Amsterdam wollen, dass Cruijff ihren Verein rettet. Hatte Cruijff nicht auch den FC Barcelona gerettet? Im Jahr 2003 hatte Cruijff die Oppositionsgruppe “Blauer Elefant” angeführt, die letztendlich dem katastrophalen Management der Herren Lluis Nunez und Joan Gaspart ein Ende bereitete. Die Ajax-Fans, genauer gesagt die von AFCA, wollen einen “Rot-weiß-roten Elefant”, und dieser soll die heutige Vereinsführung aus dem Amt kippen. Und danach Johan Cruijff den Laden neu ordnen.
Was ist los mit Ajax? Nun, seit gefühlten Lichtjahren keine Meisterschaft mehr, im vergangenen Jahr satte 22 Millionen Verlust oder wie die Fans sagen: “Ein fassungslos schlecht geleitete Firma”, “Direkteure, die sich mit einem fetten Gehalt berreichern”, “Einheitswürste in der Mannschaft” und “ein eigener Nachwuchs, der nicht dem genügt, was wir sehen wollen.” Kurzum, die Direktion mit u.a. Rik van der Bog… weiter lesen
21.09.2010 von Falk Madeja
Die Frage ist die: ist Ajax Amsterdam heute wirklich schlechter als 1965. Das, so berichteten wir, behauptete Johan Cruijff. Und die Ajax-Legende forderte gleich mal, dass bsw. Ajax-Direktor Rik van den Boog und Trainer Martin Jol abtreten sollten.
Die angesprochenen Männer schlugen gleich wieder zurück. “Traurig, ich kann ihn beinahe nicht mehr seriös nehmen”, konterte Rik van den Boog. Ihn stört vor allem, dass Cruijff nicht direkt mit der Direktion kommuniziert sondern über seine Kolumne in De Telegraaf. Martin Jol sagte, ja, es sei wahr, dass es momentan bei Ajax keine Aussenspieler gibt – aber man versuche, das irgendwie anders aufzufangen. “Ich denke, dass unser Publikum einigermaßen zufrieden ist.”
Interessant ist es, um sich mal die Zahlen anzuschauen. Jm Jahr 1965 wurde Ajax 13., vergangenes Jahr Zweiter und momentan steht Ajax auf Platz 1. 1965 verlor Ajax in Rotterdam beim späteren Meister Feyenoord 9:4 (!), am vergangenen Wochenende gewann Ajax… weiter lesen
04.08.2010 von Falk Madeja
Wie sieht ein Lock-Homo aus? Was ist eigentlich ein Lock-Homo? Wir kennen bereits Lock-Juden, und wir haben darüber geschrieben, zum Beispiel zieht der Schriftsteller Arnon Grunberg mit seinem riesigen beschnittenen Geschlechtsteil durch Amsterdam, in der Hoffnung, dass er Juden-Hasser anlocken kann. Ob er auch Homo ist, keine Ahnung, aber locken muss doch möglich sein. Homos können also genauso gut Lock-Homos sein.
Entweder als Homo oder als Jude oder als homosexueller Jude. Oder jüdischer Homo. Für gewisse Moslems ein gefundenes Fressen. Nun laufen die Homos und die Juden und die Moslems frei durch das einst tolerante Amsterdam und um die nicht-toleranten Leute Amsterdams aufzuspüren will das Cafe ‘t Mandje am Freitag den Lock-Homo des Jahres wählen lassen.
Eine gewisse Dolly Bellefleur soll die Veranstaltung präsentieren, sie fragt sich allerdings selbst, ob Lock-Homos ein “wünschenswertes Bekämpfungsmittel” sein… weiter lesen
28.07.2010 von Falk Madeja

Telegraaf und die rechte Regierung
Worauf läuft es hinaus? Regierung, Den Haag. Muss ja irgendwann kommen. Geert Wilders an die Macht? Wohl nicht direkt. Jetzt sieht es so aus, als ob seine Fraktion die VVD und den CDA tolerieren soll.
Sehr lustig. Eine nicht-tolerante Partei soll tolerieren.
Immerhin bliebe der niederländischen Poklitik die Frage erspart, welche Leute die Ein-Mann-Partei von Geert Wilders als Minister vorschlagen würde. Wir schätzen, dass er keine Kandidaten hat, die Minister sein könnten.
Wenn es also diese VVD/CDA-Regierung gibt… Wann gibt es dann Neu-Wahlen?
06.07.2010 von Falk Madeja
Ich kann daran natürlich nicht vorbei gehen. Die WM-Halbfinal-Spiele stehen an, und so ist die Niederlande vor dem Spiel gegen Uruguay Oranje gefärbt. Ich laufe zum Bahnhof in Maastricht, fische die Titelseite der Zeitung Metro aus der Box, die ist titelseitig komplett apfelsinenfarben und ich denke, hübsche Idee, und lese: “Noch vier Tage”, und dann dämmert mir, dass sie damit weder das Spiel um den dritten als auch um den ersten Platz meinen können. Es ist also eine Anzeige, und zwar von der Staatsloterij, Jackpot 27,5 Millionen, die Ziehung ist in vier Tagen.
Drinnen wird Joachim Löw “Holländer” genannt, Bastian Schweinsteiger dankt Louis van Gaal und im Algemeen Dagblad fordern republikanische Leser die Abschaffung der Nationalhymne, da die niederländischen Spieler eh nicht mitsingen würden. Die ING Bank, Sponsor der Nationalmannschaft legt in einer Anzeige im AD zwei Löwen den Text in den Mund, dass “Uruguay ein schönes Land zu… weiter lesen
05.06.2010 von Falk Madeja

Smalhout als Waffennarr
Professor und Dr. Bob Smalhout prügelte jeden Samstag auf die Niederlande ein. Kommentare über Politik, Prozesse, Medizin. Gesunder Menschenverstand und so, Kolumne in De Telegraaf.
Der 82jährige hat nun ein Problem. Und darum fühlt er sich ,,diep beledigd, bezoedeld en vernederd’ (also “tief beleidigt, besudelt und erniedrigt”). Und das alles nur, weil die Polizei neun Handfeuerwaffen in seinem Haus gefunden hat, für die er keine Genehmigung hatte!
Naja, die Sache nahm ihren Lauf im Haus seines Schwiegersohnes. Der hatte gleich 20 Waffen an Bord. Schließlich kam Bob auch dran, wegen zu hohen Blutdrucks kam er dann frei.
Und jetzt? Keine Ahnung.