23.12.2010 von Falk Madeja

WNL ist Katastrophen-TV
Das gibt es wirklich nur in den Niederlanden. Wer einen öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben will, braucht nur genügend Unterschriften zu sammeln und los gehts. Und zwar wird dann Sendezeit für Radio und TV zugeteilt – und eben auch Geld aus dem Staatshaushalt. Die Niederlande zählt auf diese Weise inzwischen 23 solcher Sender, die Regierung will diese Zahl irgendwie auf acht herunter bringen.
Der Telegraaf-Konzern (TMG) hat sich gleich zwei solcher Sender zugelegt – WNL (Wakker) und PowNed. Wobei PowNed wiederum der Telegraaf-Tochter Geenstijl (einem deftigen Blog mit lustig geschriebenen Texten – gegen alles was Links ist) zugeordnet ist.
Beide Sender sollten nun bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gegen die traditionell eher linke Redaktionen gerichtet einen rechten Wind blasen – doch bei WNL klappt das nicht. Das liegt schon mal daran, dass die bei WNL eingestellten Leute nicht so viel Ahnung vom Fernsehmachen haben. Bsw. hat WNL das… weiter lesen
18.05.2009 von Falk Madeja
Klang vielleich ganz gut – der niederländische “Medien-Minister” Ronald Plasterk will acht Millionen Euro zur Verfügung stellen, mit denen die Gehälter von 60 jungen Journalisten finanziert werden sollen. Diese würden in der jetzigen Krise entweder als erstes gekündigt oder gar nicht erst eingestellt. Das Haager Parlament muss aber erst mal zustimmen. Inzwischen, so berichtet die Website der niederländischen Journalistengewerkschaft NVJ, hat allerdings bereits die erste Zeitung die Finanzierung von “Staats-Journalisten” abgelehnt. Der Chefredakteur der Zeitung “Trouw”, Willem Schouten, Dabei muss die Zeitung wohl sechs Redakteure entlassen.
Trouw gehört zum Zeitungskonzern PCM – und da geht es momentan chaotisch zu. Zunächst einmal wird PCM zu 50,1 Prozent vom belgischen Zeitungs-Mann Christian Van Thillo (De… weiter lesen
13.03.2009 von Falk Madeja
Die niederländische Firma “Telegraaf Media Groep” (TMG) meldete für das Jahr 2008 einen Mega-Verlust von 360,8 Millionen Euro. Hauptsächlicher Grund: TMG muss 295 Millionen Euro auf seine Anteile bei ProSiebenSat1 abschreiben.
TMG hat seit vergangenem Jahr sechs Prozent an ProSiebenSat1, die Anteile sind wegen der enormen Schuldenlast von ProSiebenSat1 immer weniger wert. Ausserdem muss TMG Geld zur Seite legen, weil man 500 Leute entlassen will.
Im Jahr 2007 hatte TMG noch einen Gewinn von 399 Millionen Euro gemeldet, das Ergebnis kam vor allem wegen des Verkaufs von Anteilen an der TV-Gruppe SBS (an ProSiebenSat1!) und Wegener (Mecom!) zustande.
18.02.2009 von Falk Madeja
Wäre das vorstellbar? Die Bild-Zeitung erhebt den Anspruch, genau wie NDR oder WDR einen Sender – sagen wir als “Drittes Programm” plus Zulieferung für die ARD – sein zu können? Mit Anspruch auf Gebührengeld? Wohl nicht.
Genau das aber plant jetzt die Telegraaf Media Group, Herausgeber der landesweit größten Zeitung “De Telegraaf”, in den Niederlanden. Das geht natürlich nur, weil das öffentlich-rechtliche System dortzulande etwas anders eingerichtet ist, als in Deutschland. Zunächst einmal bekommen die 22 öffentlich-rechtlichen Sender ihr Geld nicht mehr aus Gebühren sondern aus dem Steuersäckel. Wer bis zu einem bestimmten Stichtag, in diesem Jahr ist es der 1. April, 50.000 sogenannte Mitglieder hat, die auch noch 5,72 Euro überwiesen haben, dann bekommt man eben steuerfinanzierte Sendezeit zugeteilt. 100 Stunden Fernsehen, 450 Stunden Radio im Jahr.
Genau das, so hat der Telegraaf-Konzern jetzt überraschend mitgeteilt,… weiter lesen
16.02.2009 von Falk Madeja
In den Niederlanden gibt es bei den Zeitungen gerade Massenentlassungen. Hier eine Übersicht:
Die TMG (Telegraaf Media Group, Miteigentümer von ProSiebenSat1 und Herausgeber von De Telegraaf und Spits) will 500 der ca. 3600 Jobs streichen, davon 160 Redakteure.
PCM (u.a. NRC Handelsblad, De Volkskrant, Trouw) will fünf Prozent der 2600 Mitarbeiter, also 130, loswerden.
Wegener (gehört noch zu Mecrom, u.a. De Gelderlander) 395 und 465 Mitarbeiter (von einst 4000) zum Verlassen der Firma bewegen.
Bei der NDC Mediagroep (Dagblad van het Noorden, Groningen) geht es um 120 Jobs, die Zahl der verbleibenden Mitarbeiter wird unter 700 sinken.
Und bei der FD Mediagroep (Het Financieele Dagblad, BNR Nieuwsradio und Z24) geht es um ein Fünftel der Jobs, knapp 50.
03.02.2009 von Falk Madeja
Ausverkauf? Jedenfalls muss der Mehrheitseigentümer der niederländischen Zeitungsgruppe PCM (NRC Handelsblad, De Volkskrant, Trouw und Miteigentümer des Algemeen Dagblad) dringend seine finanzielle Situation verbessern. Der Mehrheitseigentümer (90 Prozent) ist “SDM”, die Stiftung für Demokratie und Medien.
Die hat in den Jahren 2004 bis 2007 so um die 300 Millionen Euro verpulvert – u.a. stieg die Beteiligungsgesellschaft APAX ein und wieder aus und dann hatte SDM eben Schulden, so um die 150 Millionen Euro. Nun will SDM eine “Mehrheit” an PCM verkaufen – die Rede ist von einem Preis von 100 Millionen Euro.
Es gibt bzw. gab drei Bewerber. Die TMG, Telegraaf Media Gruppe (u.a. beteiligt an ProSiebenSat1) hakt jetzt aber ab. Anders gesagt wurde ihr Angebot, um über die Übernahme zu sprechen, rüde zurückgewiesen. Die HAL (Investitionsgesellschaft Holland Amerika Linie, heute Eigentümer von Het financieele Dagblad) hätte wohl gern das NRC Handelsblad übernommen, aber einen Teilverkauf wollte PCM nicht. Bleibt… weiter lesen
01.08.2008 von Falk Madeja
Die Telegraaf Media Groep (TMG) hat sich tatsächlich ein ProSiebenSat1-Desaster aufgehalst. Wie am Freitag Abend bekannt gegeben wurde, zwingen die Finanzinvestoren KKR und Pemira die Niederländer, die u.a. die noch auflagenstärkste Tageszeitung “De Telegraaf” herausgeben, zu Übernahme von 12 Prozent an ProSiebenSat1.
Übernahme-Betrag: 377 Millionen Euro! Dazu muss man wissen, was TMG pro Aktie bezahlen muss – 28,71 Euro – der aktuelle Wert liegt bei 5,50 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen.
Hintergrund: im vergangenen Jahr übernahmen KKR und Pemira von TMG 20 Prozent der Anteile an der TV-Gruppe SBS, TMG bekam dafür 433 Millionen Euro. Und die Möglichkeit, um später 12 Prozent an ProSiebenSat! übernehmen zu können. Im Juni verwarf TMG die Option, um die 12 Prozent für 455 Millionen Euro (also 34,71 Euro pro Aktie) übernehmen zu können, nun werden sie zur Übernahme gezwungen.
TMG verliert 150 bis 200 Millionen Euro. Es wird wohl Entlassungen… weiter lesen
01.08.2008 von Falk Madeja
Der niederländischen Telegraaf Media Groep (TMG) droht einem Bericht der Wirtschaftszeitung Het financieele Dagblad ein “Rekord-Verlust”. Grund sind u.a. Aktivitäten in Deutschland. So kann die TMG durch die Private Equity-Fondsen KKR und Permira innerhalb der kommenden zwei Wochen gewzungen werden, um für 377 Millionen Euro Anteile an der Senderkette ProSiebenSat1 zu kaufen – obwohl die Anteile momentan nun 275 Millionen Euro weniger wert sind!
Die Verpflichtung ergibt sich aus dem Verkauf von Anteilen an der TV-Gruppe SBS im Jahr 2007. SBS wurde dann wiederum mit ProSiebenSat1 zusammengefügt. TMG hat eine Option auf 12 Prozent der Anteile von ProSiebenSat1. Der Analyst Michel Veul von der Bank SNS Securities rechnet laut Het Financieele Dagblad damit, dass TMG kaufen werden muss.