taz.meinland Sommerfest: Zu Gast in Grimma

Vergangenes Wochenende war das taz.meinland-Team zu Gast in Grimma zum großen Sommerfestival. Wir besuchten das Dorf der Jugend in der Alten Spitzenfabrik, das von Panter-Preis-Gewinner Tobias Burdukat geleitet wird. Unterstützt wurde das meinland-Team auch durch die taz-Werbeabteilung, sodass auch ich als Werbepraktikant einmal ins meinland schnuppern konnte.

Die Wochen vor dem Festival waren bestimmt von zahlreichen Stunden des Planens, Organisierens und deshalb nicht immer stressfrei. Wir haben quasi bis zur letzten Minute vor der Abfahrt noch gepackt und die unterschiedlichen Programmpunkte aufeinander abgestimmt und verfeinert. Als wir dann endlich im Sprinter Richtung Grimma saßen, konnten auch wir uns auf das Wochenende freuen.

 

Waterkant – hier waren wir zu GastDas Gelände: Überall gibt es etwas zu entdecken

In Grimma angekommen, wurden wir herzlich von dem Team vor Ort empfangen und herumgeführt. Das Gelände um die Alte Spitzenfabrik ist seit Nutzungsbeginn zu einem Abenteuerspielplatz für die Jugendlichen vor Ort geworden. An fast jeder Ecke gibt es zum Teil wirklich tolles Graffiti zu bestaunen und selbstgebaute Möbel laden zum Verweilen ein. Die eigentliche Fabrik ist noch nicht wirklich für die Öffentlichkeit nutz- und begehbar, aber es gibt auf jeden Fall schon entsprechende Pläne für die Zukunft – so ein Projekt ist vermutlich wohl nie abgeschlossen und es gibt immer etwas zu tun.

Am Rand des Geländes, das direkt an einem Radweg an der Mulde liegt, gibt es ein Container-Café, das an Wochenendtagen nicht nur für Radler*innen geöffnet hat, sondern auch maßgeblich für unsere Verpflegung zwischendurch verantwortlich war. Diesen Dienst konnten wir jedoch erst etwas später in Anspruch nehmen, denn zunächst musste das Gelände entsprechend hergerichtet werden. Einige Großzelte warteten noch auf die Anlieferung und auch die runden Tische mussten noch aufgebaut werden. Selbstverständlich wurde das gesamte Gelände mit taz-Bannern und Postern ausgestattet (und hoffentlich auch mit dem ein oder anderen Sticker).

Gegen Abend war der Aufbau zum größten Teil abgeschlossen und wir wollten unbedingt noch die Innenstadt Grimmas unsicher machen, schließlich kehrten wir beim örtlichen Griechen ein. Wir freuten uns sehr, unser meinland-Plakat im städtischen Veranstaltungsglaskasten zu finden, wie viel Aufmerksamkeit zogen wir bei dieser Freude wohl auf uns?

Samstag: Das Festival beginnt

Nach einer kurzen und harten Nacht im Zelt ging es am nächsten Morgen nach einer Runde Krümelkaffee und Müsli gleich weiter mit dem Aufbauen – Endspurt! Um 12 Uhr erwarteten wir die ersten Gäste. Heute war auch das Wetter auf unserer Seite, blauer Himmel, Sonnenschein und eine frische Brise – für alle Allergiker*innen unter uns etwas ungünstig, für das Festival aber grandios.

Das sind nur die Team-ZelteFestivalbeginn! Langsam strömten die ersten Menschen aufs Gelände und wurden von uns mit Info-Material versorgt, erste Fragen wurden beantwortet. Es folgte die offizielle Eröffnung bei mittlerweile knapp 30°C und praller Sonne. Der erste runde Tisch wurde gleich in den Schatten verlegt. Und so nahm das kleine Festival seinen Lauf: nach und nach spielten die lokalen Bands (richtig tolle Schulband-Atmosphäre!), der Improvisationstheater- und der Hula-Hoop-Workshop fanden statt und auch die Märchenerzählerin erzählte ihre Geschichten vor Jung und Alt.

Sehr schön war der Kontakt mit den Besucher*innen in Grimma, die gefühlt größtenteils aus dem Raum Leipzig und Dresden kamen, wenn sie nicht aus Grimma anreisten – es gab aber zum Beispiel auch Gäste aus München und natürlich aus Berlin. Auch über die runden Tische hinaus wurde sich an allen Ecken intensiv unterhalten, zur Musik getanzt oder einfach nur entspannt.

Nachdem am späten Abend auch für mich endlich so etwas wie Feierabend eingekehrt war, konnte ich mich noch ein wenig mit den Jugendlichen vor Ort unterhalten, indem ich die Gartenbar belagerte. Da ich selbst aus einer ländlichen Gegend komme und in meiner Jugend auch Teil einer ähnlich tollen Gruppe war, habe ich mich in der Spitzenfabrik gleich „zu Hause“ gefühlt. Der Zusammenhalt der Gruppe scheint wirklich großartig zu funktionieren und es ist toll, dass die Jugendlichen einen Ort in ihrem Grimma erschaffen, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und gleichzeitig auch ein Zeichen setzt gegen die Dinge, die schief laufen in Sachsen. Nicht ohne Stolz, aber auf jeden Fall ohne überheblich zu wirken, erzählten mir einige von ihrer Spitzenfabrik und den Projekten, die dort noch anstehen.

Raus aus der eigenen Blase?

Das offizielle Waterkant-Gang-SignNatürlich ist nicht alles schlecht in Sachsen und der rationale Teil meines linksgrün-versifften Verstands weiß das auch, aber manchmal muss man auch einfach mal vor Ort sein und die guten Dinge mit eigenen Augen sehen, um sie zu begreifen. Und das ist doch auch eins der Ziele der taz.meinland-Tour: Die eigenen Augen öffnen und mich aus der eigenen Blase ein Stück weit herausholen.

Nach der zweiten kurzen und nicht minder unbequemen Nacht mussten wir am Sonntag natürlich noch den Rest abbauen, das Team war inzwischen deutlich weniger motiviert – es wurde nicht mehr viel gesprochen, bis endlich die Busse mit Material und Menschen beladen waren. Dabei war der Start in den Tag mit Yoga für die eine und Mettbrötchen für die zweite Hälfte der Besucher*innen und der Crew eigentlich gar nicht so schlecht – ein Festival aufzubauen und dann auch noch daran teilzunehmen schlaucht am Ende dann doch.

Müde, aber glücklich kamen wir dann am späten Sonntag Nachmittag in Berlin an, das Team zusammengeschweißt und irgendwie ein bisschen verliebt in die Alte Spitzenfabrik.

HEYE JENSEN, taz Werbung

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