vontaz.meinland 03.08.2017

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Flammender Sonnenschein und schweißtreibende Hitze – für das taz.meinland-Team kein Grund, um auf einen kollektiven Ausflug zum Werbellinsee zu verzichten.

Schon erstaunlich, wie schnell man nach der Umrundung der typischen Berliner Baustellen und des zähen Nachmittagsverkehrs das Gefühl von Ferne spürt. Obwohl es lediglich 60 km sind – eigentlich eine unserer kürzesten Fahrten.

Unser Ziel ist die „Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte“ (EJB) am Werbellinsee, die ehemalige „Pionierrepublik Wilhelm Pieck“ der DDR. Ruhig und idyllisch erstreckt sich das riesige Gelände entlang des glasklaren Sees inmitten der Schorfheide. Für einige von uns vielleicht ein wenig zu malerisch und besinnlich. Mit Disko, Speisesaal und den immer gleichen beige gestrichenen Häusern ist der Jugendherbergscharme hier allgegenwärtig.

Ein längerer Fußmarsch und Bekanntschaften mit zahlreichen Wespen, dann finden wir unseren Veranstaltungsort direkt am See. Hier werden wir am 9. September mit den Freiwilligen der deutschen UNESCO-Kommission über die Frage „Was ist deutsch?“ diskutieren. Jedes Jahr kommen die 18- bis 25-jährigen „kulturweit“-Neulinge am Werbellinsee zusammen, bevor sie zur Mitarbeit in Schulen oder an Kulturprojekten des Goethe-Instituts in alle Ecken der
Welt ausschwärmen. Auf ihren Blick über den Tellerrand werden sie in Seminaren vorbereitet, hier reflektieren sie ihre bisherigen Ansichten und Meinungen über die Welt kritisch. Wer, wenn nicht diese Repräsentanten „deutscher Kultur“ im Ausland, sollten sich fragen, was „Deutschsein“ ausmacht?

Unsere Vorfreude auf den 9. September und die hoffentlich vielfältigen Meinungen der Freiwilligen ist riesengroß. Die auf den Sprung ins Wasser danach aber auch!

ANNIKA MARETZKI, Redakteurin taz.meinland

 

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