02.07.2009 von ulrich holbein
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Moonwalker, Superstar, King of Pop…

von ulrich holbein

Michael Jackson, Moonwalker, Superstar, King of Pop (geb. 1958): Als Kind Nr. 7 kam er, Sohn eines Kranführers, in Gary/Indiana, zur Welt und trug bald den brüderlichen Spitznamen „Dicknase“. Familiär wurde viel getrommelt & gebluest. Eine erste Band entstand: „The Falcons“. Der Vater (ehrgeizig wie Leopold Mozart, diktatorisch wie Beethovens Vater) trieb seine Wunderkinder mit Schläge zum Ruhm. Die „Jackson 5“: eine erfolgreiche Band der 70er. 1982: absoluter Rekord jeglicher Musikindustrie: 60 Mill. kauften seine Platte „Thriller“. Guinness glühte auf. Noch nie hatte es einen jungen wilden Mann gegeben, der für einen Plattenvertrag 1,8 Mrd. Dollar verlangen konnte. Sein Moonwalk – gleitender Rückwärtsgang mit unverwechsel- wie imitierbarem Scrotum-Griff. In und um seiner Ranch Neverland in Kalifornien, 11 km_, benannt nach Peter Pan, so eine Art privater Streichelzoo, Schlaraffen- und Disneyland, 2 Autostunden nördlich von Los Angeles, 23 Mill. Dollar schwer, sorgten rund um die Uhr 120 Bedienstete (nach anderen… weiter lesen

21.05.2009 von ulrich holbein
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Biogramm als Öko-Dandy.

von ulrich holbein

Dieses Biogramm als Öko-Dandy ist bereits in „Weltverschönerung. Umwege zum Scheinglück“ zu begucken, aber bloß lupenwinzig und schwarzweiß, hier nun erstmals in Farbe. (pdf)

17.04.2009 von ulrich holbein
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Dunkles Bier für helle Köpfe.

von ulrich holbein

Heut mal ein paar Nebenbei-Notate, ohne daß ich Aphoristiker wäre:

In einer TV-Talkshow verkündete der hocheloquente Moderator: Wir
begrüßen Reiner Patze, der seine Schwester bei einem Badeunfall verloren hat und der dennoch bei uns ist.

Erst das Mikroskop machte mich zum Völkermörder bzw. zum 200000köpfigen Selbstmörder (pro Ejakulat).

Mein Sündenfall: erwachende Moral, d.h. einstmals liebte ich absolut alle Tiere, vor allem auch Schlangen und Spinnen, hinterher viele nicht mehr.

Mittelalter, falls nicht ohnedies bruchlos präsent, wird vollrohr in 50 oder 120 Jahren zurückkehren, echte Dinosaurier in ca. 120 Mill. Jahren. Die ersten werden die Letzten sein, also Haie, Seegurken, Bakterien.

Ich rannte und wetzte, glänzte als vertikal verschwitze Speckschwarte, und das als Vegetarier,
eine fast so schwere Zumutung wie neulich mein Nasenbluten.

Ich erschrak zu Tode, als 10 m weiter eine Mutter ganz behutsam auf ihr schüchterndes Kind einredete; meine Übernächtigung ließ mich alle Nebengeräusche, z.B. Händyklingeln, lauter… weiter lesen

31.03.2009 von ulrich holbein
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Arche Noah der VIPs

von ulrich holbein

Lieber Herr Bottrop,

soso, Hominiden mit Neocortex sind also Viechern mit Stammhirn „ebenbürtig“? Dann wär ich ja auch eine Jahrhundertgestalt, was mir nu aber wirklich keiner zubilligen wird, und hätt er auch Jahrtausende hierzu Zeit. Er und ich müssen Sie enttäuschen: wir sind keine Jahrhundertfiguren (einzige Gemeinsamkeit). Gibts überhaupt welche? Klar – Osama & Obama, aber sonst? Clinton, Schumi, Gorbi, Dalai Lama – alles überlebte oder frühpensionierte Wackelkandidaten. Gandhi-Mozart war eine, aber Nehru-Haydn – auch? Kohl kennt jetzt schon keiner mehr (Helmut). Millionen zappen bei Ranicki weg; er kann bloß ein paar mehr oder minder minderbemittelte Tausende erreichen, mehr nicht (auch nicht viel mehr als ich), und kurz danach keinen mehr, und dies auch nur durch Gestikulatio, nie durch Worte. Daß einer ohne druckreifes Talent, Kultur, Sprache, Geist, Esprit so gehandelt wird, als wär er wat Besseres denn ein gekämmter Barbar mit Schlips, ist nur ab dem 20. Jahrhundert möglich,… weiter lesen

18.03.2009 von ulrich holbein
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Das Mahabharata strandet an seiner Uferlosigkeit.

von ulrich holbein

Die Werke von Alonso Lobo sind laut Alfred Baumgartner „klanglich etwas matt, aber durchaus sorgfältig gearbeitet.“ (aber!)
Die Werke von Allessandro Orologio sind laut Alfred Baumgartner „konservativ, aber auf breite Klangwirkung angelegt.“ (aber!)
Über die Werke von Giovanni Matteo Asola heißt es bei Alfred Baumgartner: „Daß ihre Fülle eine gewisse Gleichartigkeit zur Folge hatte, lag in der Natur der Sache.“
Über die Werke von Giovanni Andrea Dragoni heißt es bei Alfred Baumgartner: „Sie wirken etwas steif, sind aber durchaus nicht ohne künstlerischen Wert.“
Auch die Werke von Pietro Taglia „wirken etwas steif, bringen aber doch fallweise Wendungen von künstlerischem Schwung.“ (aber!)
Die Werke von David Wolkenstein gönnen der Musik sehr wenig Entfaltungsraum.
Über Jean-Babtiste Lully heißt es bei Romain Rolland: „Seine Ouvertüren muten uns schwerfällig und steif an.“
Über Johannes de Fossa heißt es bei Alfred Baumgartner: „Sein Stil ist völlig von Lasso… weiter lesen

06.03.2009 von ulrich holbein
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Kunstrichter, Bücherpapst, Giftzwerg.

von ulrich holbein

Marcel Reich-Ranicki, Kunstrichter, Bücherpapst, Giftzwerg (geb. 1921): Von frühauf kam es ihm vor, als lese er gern. Er las tatsächlich gern. Im Warschauer Ghetto erschien ihm Musik und Literatur als Gegenwelt. Er wußte hierbei stets genau, was ihm gefiel (Verdi, Puccini) und was ihm nicht gefiel (Grieg, Rimskij-Korsakow). Er wär gern Dirigent geworden (und sein Landsmann Woytila gern Schauspieler) und wurde es. Er blieb seiner kaufmännisch-rabbinischen Herkunft treu, prüfte, wog, wägte, verschacherte Dichter, als wenns Ladenhüter und Qualitätswaren wären, und Bücherherbst und Sommerschlußverkauf derselbe Vorgang. 1935 war er von Hesses Steppenwolf entzückt, 1955 enttäuscht, 1965 entsetzt. Sobald er 1955 im Strandkob von Ustka (vormals: Stolpmünde) saß und von Thomas Manns Tod erfuhr, notierte er nachträglich: „Das Wetter war plötzlich umgeschlagen, von der See kam ein rauher Wind. Es schien mir, als sei es unvermittelt etwas kühler geworden.“ Die Gruppe 47 nahm den konstitutionell Schlechtgelaunten, der so amusisch wie möglich auf… weiter lesen

25.02.2009 von ulrich holbein
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Ein Narr

von ulrich holbein

Hier noch ein betont unheiliger Narr, der sich dem Narratorium entzog:

Schamsuddin von Täbriz, Goldsticker, Provokateur, Wanderderwisch, um 1248 :

Bereits als Kind sah er Allah und alle Engel und wunderte sich, daß es anderen anders ging.„Warum bist du so traurig? Willst du ein besseres Kleid?“ Er: „Weder ein besseres noch auch dieses schlechte.“ Sein Vater, ein Tuchhändler, warf ihm vor: „Du bist zwar nicht verrückt, aber du bist mir ein Rätsel.“ Er: „Du und ich sind Enteneier, die man einem Huhn untergeschoben hat. Ich sehe das Meer, es ist mein Pferd geworden, mein Inneres und Äußeres, du aber bleibst am Ufer – dann renn‘ halt den Hühnern nach!“ Sein Vater und er: die alte archetypische Konstellation: Geschäftstüchtiger Realist (à la Tuchhändler Giovanni Bernadone oder Hermann Kafka) zeugt Taugenichts mit höheren Interessen (à la –> Franz von Assisi oder –> Kafka). Als Zaduzi (Goldsticker) wanderte er analphabetisch, um so beredter,… weiter lesen