Per Anhalter Zweinull
von Schöne Neue Welt
Benjamin Kirschner, 25, Mitgründer von "flinc", wünscht sich eine "Mitnehm- und Mitfahrkultur" (Foto: Thomas Strothjohann)
Mitfahrzentralen sind nichts für mich. Ich will nicht Tage im Voraus planen mit wem ich wann wohin fahre. Aber es gibt bald eine Alternative, entwickelt von Darmstädter Studenten. Es ist eine Smartphone-App, die Autofahrer und Mitfahrer in Echtzeit verbindet.
Die App heißt „flinc“ und ihr Name ist Programm: Wenn ich den Bus verpasse kann ich per Smartphone angeben, wo ich bin und wohin ich will. Wenn ein flinc-User mit seinem Auto in der Nähe unterwegs ist, sieht er, dass ich ihn brauche. „Flinc“ zeigt ihm an, wer ich bin, wie lange der Umweg dauern würde und was er mit dem Taxi-Trip verdienen kann. Der Fahrer verdient, der Mitfahrer spart und die Umwelt wird geschont.
„Flinc“ soll noch dieses Jahr starten. Das Projekt wird aber nur funktionieren, wenn viele die App benutzen. Dieses Problem teilt “flinc” mit seinem Konkurrenten “caribo”, der schon in Apples App-Store verfügbar ist. Die “caribo”-Bewertungen dort zeigen aber, dass es bisher kaum Nutzer und daher auch kaum Mitfahrgelegenheiten gibt. “Flinc” will es besser machen: Es soll zunächst geballt in einer Region starten. Auf flinc.mobi könnt ihr abstimmen, in welcher.
Text: Thomas Strothjohann
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Sowas schafft nur ein etablierter Anbieter der über die kritische Masse bereits verfügt und für den das Handy einfach eine weiteres Endgerät ist. Ob ich vor dem Rechner sitze oder über Handy zugtreife ist dann ja egal. Entscheidend ist ein liquider Marktplatz. Und den hat weder flinc noch caribo.
Damn, genau das steht auf meiner “Gute Ideen” Liste und sollte bald angegangen werden. Naja mal schauen was die Kollegen draus machen.
@Aussichtslos: was ist ein “liquider Marktplatz”?
Die kritische Masse kann in einer Stadt schon 100 User sein. Das müsste in Berlin oder Frankfurt doch möglich sein. Und dann strahlt die Idee aus.
Warum nicht einfach auf den nächsten Bus warten? Und ich will halt schon einige Tage vor einer eventuellen Reise wissen, ob ich sie mir – dank Mitfahrgelegenheit – leisten kann, oder doch die Bahn nehmen muss, und nicht erst, wenn meine Koffer gepackt sind!
@blabla
Ich denke das System soll auch eher Lösungen für spontane Fahrten bieten. Du planst ja bestimmt nicht jede Bus oder Taxifahrt im Alltag.
Für lange Reisen ist es, da stimme ich natürlich zu, nicht gerade sinnvoll.
An dieser Stelle würde ich gerne den top.trend. com User peterk zitieren:
“Ein spontanes Mitfahrsystem in genau dieser Form wird nicht nur ein Erfolg werden, sondern in naher Zukunft gar nicht mehr wegzudenken sein!! Warum? Weil allein in Deutschland täglich 30 Mio. Berufspendler hauptsächlich allein (ca. 85%) auf verstopften Straßen unterwegs sind und die Spritpreise unaufhörlich weiter steigen werden.”
http://top.trnd.com/2010/04/30/flinc/
Eine kluge Idee. Wozu sonst sind die Smartphones erfunden worden, als das Leben zu erleichtern? Lufthansa und Bahn waren ja auch die ersten Unternehmen, die Apps anboten. Leute, meldet euch inMassen an. Und, keine Frage: Es geht in Frankfurt/Main los!
Wie für mich gemacht. Ich bin Mitfahrer aus Passion. Wenn die iPhones dann auch noch Multitasking können, wird´s bestimmt funktionieren.
Ich beschäftige mich schon lange mit dieser Idee und hätte auch verschiedene Anwendungsgedanken. Wie komme ich an die Adressen der Macher?
Flinc wird langsam Ernst… Letzte Woche wurde die neue Website gelaunched: http://www.flinc.org , jeder kann sich bereits anmelden und ist eingeladen im Forum über flinc und Mobilität der Zukunft zu diskutieren.
Anfang 2011 startet flinc dann mit der dynamischen Mitfahrzentrale.