Archive for Februar, 2007

28.02.2007 von
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Ross the Intern

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Oscar, Oscar … Jay Leno schickte “Ross the Intern”, Ross, den Praktikanten zur großen Oscar-Gala in Hollywood. Jay Leno ist der Moderator der “Tonight Show” auf NBC, die erfolgreichste Late-Night-Show der USA, und Ross spielt einen überdrehten, in hohen Tönen kreischenden Fan von der Art, wie sie Stars garantiert auf den Wecker geht. Die Idee dahinter ist, dass die Stars, die einen dicken hüpfenden Hysteriker sehen, sich angewidert wegdrehen, was dann wieder hübsche Bilder für die quotenträchtigste Late-Night-Show der USA gibt.

Das funktionierte am Anfang prächtig, aber inzwischen kennen alle Hollywood-Agenten Ross the Intern, und sie haben ihren Stars ein Memo mitgegeben: Seid nett zu dem Kreischball, sonst kommt ihr auf NBC unsympatisch und arrogant rüber. Auf der Oscar-Party sind also alle nett zu Ross. Bloß einer hatte das Memo seines Agenten nicht gekriegt, das war Sacha Baron Cohen alias Borat, der sich, jeder Zoll ein Borat, mit hochgehaltener Nase… weiter lesen

27.02.2007 von
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Sword of Kahless

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Heute habe ich das Grab von Jesus gesehen. Jedenfalls vielleicht. Eine etwas dubiose Crew von Filmemachern, Bibelforschern und Archäologen, angeführt von einem investigativen Journalisten aus Israel stellte in einer Pressekonferenz zwei Sarkophage vor, in denen vielleicht, vielleicht aber auch nicht die DNA von Jesus klebt.

Die PK war so geheim, dass der Ort erst am Morgen vorher per Handy mitgeteilt wurde, leider morgens um sieben, was eigentlich nicht meine Aufstehzeit ist. Ob es sich um Jesus handelt, ließ sich zudem nicht zweifelsfrei ermitteln. Der naheliegende Vorschlag, die DNA-Reste zu klonen, und denn dann zum zweiten Mal erstandenen Gottessohn selbst zu befragen (so ähnlich wie bei “Star Trek — Rightful Heir”) wurde zurückgewiesen.

Ob es allerdings eine so kluge Idee ist, wenn ein israelischer Filmemacher die bibeltreuen Christen der USA verärgert — die letzte Bastion Israels in den USA? Schade übrigens, dass zwar der Sarkophag gefunden wurde, die Knochen… weiter lesen

24.02.2007 von
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Mardi Madness

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Der Mardi Gras in New Orleans, dem Klein-Paris der USA, ist vorbei. Ich habe zwei Wochen Jazzmusik zwischen Jackson Square und Faubourg Marigny, eine Auswahl von Drinks sowie den Prozess gegen I. Lewis Libby als auch das Drama um Anna Nicole Smith hinter mir, die ich beide, jeder Zoll ein Reporter, brav verfolgte.

Nun ich fühle mich erwachsen. Und das kam so: Eigentlich wollte ich mit dem Zug nach New Orleans fahren, aber der blieb in der Nähe der Niagarafälle im Schnee stecken. Ganz kurzfristig bekam ich einen Flug, allerdings um 7 Uhr morgens (der Rückflug). Es gibt zwar einen Shuttle zum Flughafen, dazu hätte ich aber drei Blöcke laufen müssen, und ich hatte gerade einen langen Artikel über die hohe Crime Rate in New Orleans verfasst (160 Morde im Jahr in einer Stadt mit weniger Einwohnern als Prenzlauer Berg), und fing an, meine eigenen Sachen… weiter lesen

18.02.2007 von
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The Smoke and the Fury

von

In Deutschland wird gerade das Rauchen im Auto verboten (oder auch nicht). Das weiß ich, weil ich gerade in einer Piratenkneipe in New Orleans sitze, wo sich die Raucher an der Bar darüber erregen. New Orleans ist allerdings, glaube ich, der einzige Ort der USA, wo noch geraucht werden darf, Las Vegas möglicherweise ausgenommen. Die Piratenkneipe befindet sich neben dem ehemaligen Wohnhaus von William Faulkner, und ich hoffe, dass das irgendwie auf mich abfärbt (das literarische Talent, nicht die inzestuöse Dekadenz in Faulkners Romanen).

In New Orleans darf auch auf offener Straße getrunken werden, und getanzt, während man in New York strafrechtlich für das Tanzen in einer Bar belangt werden kann. Auch sind die Bullen auf den Paraden hier dazu da, die Besucher zu schützen und nicht zu schikanieren. Es dauert allerdings ein wenig, bis sich die New Yorkerin daran gewöhnt.

Andererseits ist Louisiana der korrupteste Staat der USA, noch… weiter lesen

13.02.2007 von
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Nothing Important Happened Today

von

Derzeit steht die Elite des US-Journalismus vor Gericht, aber niemanden interessiert das so recht, außer anderen Journalisten. Angeklagt sind sie allerdings nicht. Bob Woodward, Judith Miller, Bob Novak und Konsorten sind als Zeugen im Prozess gegen I. Lewis Libby geladen; es geht darum, wer wann warum die CIA-Agentin Valerie Plame enttarnt hat, die in Sachen Massenvernichtungswaffen spionierte.

Es ist ein Plot wie in den X-Files, leider medial aufbereitet wie einer dieser englischen Historienromane: “… Auf dem Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue befinden sich außer dem jüngsten Sohn Meredith auch die Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth aus den benachbarten Ortschaften Nether Addlethorpe und Middle Fritham, ferner ein Onkel von Lady Hesketh-Fortescue, der neunundsiebzigjährige Jasper Fetherston, dessen Besitz Thrumpton Castle zur Zeit an Lord Molesworth-Houghton, einen Vetter von Priscilla und Gwyneth Molesworth, vermietet ist….” und so fort. Es erschöpft einen bereits, auch nur dran zuweiter lesen