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von 07.05.2007

Manhattan Media

Eva C. Schweitzer, Buchautorin, Journalistin und Verlegerin, über Amerika und über die Leute, die über Amerika schreiben.

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Wenn die „Bad Guys“ einander bekämpfen, kann man sich beruhigt zurücklehnen. Heute war George Tenet bei Tim Russert auf NBC zu Gast; Tenet, wir erinnern uns, war der C.I.A.-Chef, unter dessen Agide die Agency 9-11 verpennt hat, und dann die Beweise für Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen gefunden. Tenet hat ein „Tell-All“-Buch geschrieben, in dem im Prinzip steht, dass er nicht dran schuld ist.

Russert nahm Tenet minutiös auseinander: War Tenet denn nicht für die Yellowcake-Story verantwortlich? Die 16 Worte? Tenet wehrte sich mehr oder weniger überzeugend, dann konfrontierte ihn Russert mit einem weiteren Vorwurf: Tenet hatte in seinem Buch geschrieben, Über-Neocon Richard Perle habe ihm bereits am 12. September 2001 gesagt, der Irak stecke hinter der Anschlag auf das World Trade Center. Daraufhinter konterte Billy Kristol im Murdoch-eigenen Weekly Standard: Perle sei am 12. September gar nicht in New York gewesen. Er war in Frankreich und sei erst Tage später zurückgekommen.

Nicht in New York! Sondern in Frankreich, in Sicherheit. Gut, der arme Tenet bringt da offenbar das Datum durcheinander — aber, andererseits, können wir immerhin beruhigt sein, dass Perle durch diesen glücklichen Zufall am 11. September kein glühendes Stahlteil auf den Kopf fallen konnte. Oder so. Jetzt will ich nur noch wissen? Wo war Kristol am 11. September? Ein Gefühl sagt mir, er war auch nicht in New York.

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