Archive for Juni, 2007

24.06.2007 von
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Blackout

von

Tony Soprano gibt es nicht mehr. Tony Soprano ist ein amerikanisches, nein, ein New Yorker Symbol. Nein, ein Symbol aus New Jersey. Tony Soprano ist ein Mafiaboss aus New Jersey, dessen offizieller Beruf Müllbeseitiger ist, tatsächlich haut er Wildfremden eins auf die Mütze, wenn er beauftragt wird von jemanden, der sich unterdrückt fühlt, so ungefähr wie Donald Rumsfeld, bloß erfolgreicher. Er hat eine Frau, zwei oder drei Kinder, eine Geliebte und eine Psychaterin. Vor zwei Wochen war die letzte Folge der Sopranos. Auf HBO.

Es war das Medienereignis der Woche. Ich gucke die Sopranos eigentlich nie, aber weil alle davon redeten, habe ich sie aufgezeichnet (Ich habe seit neuestem 400 Kanäle, auch HBO). Ich bin bloß noch nicht dazugekommen, sie anzugucken, immerhin dauert es eine Stunde, und ich habe noch eine Stunde Desperate Housewifes auf DVD, und eine noch nie gesehene Folge der Akte X. Darin geht es darum, dass… weiter lesen

13.06.2007 von
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Wer ist eigentlich Tom Lantos?

von

Der US-Kongressabgeordnete Tom Lantos hat Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder eine “politische Prostituierte” genannt, weil er eine russische Gasfirma berät, und zwar bei der Einweihung eines Denkmals für die 100 Millionen Opfer des Kommunismus in Washington, DC. Dann entschuldigte er sich bei den Prostituierten. Ja, das möchte ich einem Politiker in Washington auch raten, sich mit Prostituierten gut zu stellen. Larry Flynt, der Pornokönig und Hustler-Chef hat nämlich eine Belohnung von einer Million Dollar ausgelobt für jeden, der oder die von einer illegitimen sexuellen Begegnung mit einem Abgeordneten oder Regierungsmitglied zu berichten weiß. Also Vorsicht, Tom.

Bei dem Anwurf selbst weiß man gar nicht, welche Chutzpah man am meisten bewundern soll: Dass ein Volksvertreter eines Landes, das die Revolving Doors erfunden hat, nun anderen vorwirft, das gleiche zu tun, oder dass ein Volksvertreter eines Landes, das Stalin geholfen hat, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen, jetzt Denkmale für Opfer… weiter lesen

10.06.2007 von
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Schleier und Bikini

von

Das Problem mit Amerikanern ist, dass sie an ihre eigene Propaganda glauben, das gilt auch für linke und gebildete Amerikaner. Nehmen wir Marcia Pally, Professorin der New York University, die in der taz erklärt, warum Moslems in den USA besser integriert sind: Weil die USA ein Land sind, das immer schon andere Religionen toleriert hat.

Das ist natürlich Unsinn. Die USA sind ein im Kern protestantisch-evangelisches Land, und die von den Founding Fathers in die Verfassung geschriebene Religionsfreiheit bezieht sich auf evangelische Freikirchen — gegen die anglikanische Kirche Englands und den Papst. Von den 300 Millionen Einwohnern der USA sind 76,5 Prozent Christen und 13,2 Prozent Agnostiker (was heißt: Christen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben). Ein Prozent sind Juden, und alle anderen Religionen sind im Promillebereich.

Von den Christen sind wiederum die große Mehrzahl Protestanten, und das kommt nicht von ungefähr. Die… weiter lesen