Bushido

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Wenn man nur ab und zu in Berlin vorbeischaut, ist man oft überrascht von dem, was sich hier tut. Hier gibt es zum Beispiel einen Rapper namens Bushido, der findet, Schwule sollten so behandelt werden wie Inder in Mügeln. Inder in Mügeln, das klingt wie ein guter Filmtitel, fast so gut wie Land der Skypetaren, aber wo war ich? Richtig, Bushido. Bushido? Welcher PR-Berater, zum Teufel, ist denn auf diesen Namen gekommen? Warum nicht gleich The Singing Shrub? Dubyadumm? Chimpy McFlightsuit? Amigo di Fredo? Turd Blossom? Cheneydick?

Jedenfalls hätte ich Bush W. Doof beinahe gesehen, weil er am Brandenburger Tor gesungen hat. Ich war auf dem Weg von dem Gebäude, das ich der Einfachheit halber Schwanger Auster nenne, zur S-Bahn am Pariser Platz und zwar zu Fuß, weil der Bus seltsamerweise nur in die andere Richtung fuhr. In der Auster hatte ich einer Handvoll New Yorker Performancekünstlern zugeguckt, von denen ich noch in meinem Leben nie irgendwas gehört hatte; einer davon war gerade schwerbeeindruckt am Flughafen Tempelhof gewesen, und hatte dort einen steinernen Adler mit abgeschlagenen Kopf gesehen. Der Adler sei, wie er sagte das Zeichen des Faschismus (war das auch nicht die italienische Kriegsflagge unter Mussolini? Weißer Adler auf weißem Grund?)

Auch die USA hätten ja den Adler als Symbol, was beweise, dass die USA ein faschistisches Land seien, sagte der Performancekünstler, dessen Name mir leider kurzfristig entfallen ist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er sich nicht in absehbarerer Zeit dem bewaffneten Widerstand in den USA anschließen würde, falls es den geben würde. Gleichviel, ich ging also von der Kongresshalle zum Pariser Platz und da sang Bushido am mit Plastikplanen verhangenen Brandenburger Tor. Das Konzert wurde von Bravo und dem Musiksender Viva gesponsort. Ich würde mal sagen, ein Schwulenfeind, der sich von Viva sponsorn lässt, ist eine überkompensierende Schwuchtel (zumal Bush-I-do, lose übersetzt, so viel heißt wie “Die sich das Schamhaar krault”). Was kommt als nächstes, ein Auftritt mit Barbra Streisand gesponsort von Garnier?

Aber auch in New York ist einiges los. Während Ostdeutschland noch über Mügeln diskutiert (oder ist es bloß Westdeutschland, das diskutiert?), ist dort folgendes passiert: Das Hochhaus der Deutschen Bank an Ground Zero, das abgerissen werden soll (es war eines von ungefähr neun Wolkenkratzer, die beim Einschlag zweier Flugzeuge an 9-11 unrettbar beschädigt wurden) brannte, die Feuerwehr ging rein, weil aber die Einsatzleitung versäumt hatte, vorher festzustellen, ob der Wasseranschluss funktionierte (er funktionierte nicht), starben zwei Feuerwehrmänner. Es gab eine Untersuchung, und drei Verantwortliche wurden gefeuert, das alles innerhalb einer guten Woche. Nur so als Experiment würde ich unseren Bürgermeister Michael Bloomberg mal ein Jahr zum Sonderbeauftragten Ost machen. Und Bushido sollte sich vielleicht Shubidoo umbenennen. Falls noch jemand meine Hilfe braucht, lasst es mich wissen.


2 Kommentare zu "Bushido"

  1. Blog mal besser!!!
    Inhaltlich haste ja n bischen recht was den guten (äh bösen) Rapper angeht, aber Humor buchstabier ich anders. Hört sich n bischen wie die geschriebene Variante des verhuscht, verplant daher kommenden Geplappers weiblicher MTV und VIVA (!!!!!) Moderatorinnen an.
    Sorry, nicht böse nehmen, bist bestimmt eine sehr nette, und recht hast du ja auch, irgendwie…. :-)

    ____________________________________________

    Schluck … ich bin eigentlich überhaupt nicht nett! Ich bin stolz darauf, boshaft zu sein. Was für ein Missverständnis…..

    esch

  2. Pingback: Barbra Streisand

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