Archive for Juli, 2009

13.07.2009 von Eva Schweitzer
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Der Schüh des Brüno

von Eva Schweitzer

Gestern habe ich den deutschen Trailer von Brüno gesehen, der mich schwersttraumatisiert zurückgelassen hat, weniger wegen des Films, die Ausschnitte sind ja schon alle sattsam beschrieben worden, nein, wegen der Synchronisation. Ob die textmäßig das Original trifft, weiß ich nicht, aller Erfahrung nach nein, aber das schlimmste ist, Brüno spricht deutsch! Hochdeutsch! Hochdeutsch mit einem leichten amerikanischen Akzent! Er klingt wie ein Piefke, der ein paar Jahre in Houston, Texas, gelebt hat, aber auf überhaupt keinen Fall wie ein Österreicher. Wie schwer wäre es gewesen, den mit Wiener Schmäh zu synchronieren? Da war ja Bully Herbig als Winnetouch noch lustiger!

Nun aber wieder zu meiner Serie: Der Redakteur. Kommen wir heute zu einer eher traurigen Species: Der Redakteur, der kein Geld hat für Spesen und eigentlich auch sonst keines. Leider nimmt der in diesen Zeiten überhand, denn die Zeitungen müssen alle, alle sparen. Damit kann ich leben, shit… weiter lesen

09.07.2009 von Eva Schweitzer
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Brüno ist tot

von Eva Schweitzer

Gerade habe ich die Michael-Jackson-Welle hinter mir, gegen die der Tsunami ein laues Plätschern war — oder beinahe, denn soweit ich das überblicke, ist der eigentliche Leichnam noch nicht beerdigt —, da kommt schon der nächste Media-Overkill: Brüno. Der Film ist noch nicht einmal angelaufen, aber ich habe das Gefühl, ich werde seit Wochen derart damit beschallert, dass selbst ein öffentlicher GV zwischen Brüno und Bushido das nicht toppen könnte. Auf der Huffington Post, einst angetreten, die Lücken der MSM zu füllen, wird jeder Pups zur Spitzenmeldung aufgeblasen. Und die MSM und selbstredend die deutschen Medien ziehen brav mit.

Dabei teilt sich die Woge in zwei Teile: Die einen glauben, sie seien selber obercool, wenn sie Brüno ganz toll finden, die anderen glauben, sie seien noch cooler, wenn sie Brüno von gestern finden (so wie A. O. Scott, andererseits, dem gefällt fast nie was). Hier darf ich übrigens… weiter lesen

08.07.2009 von Eva Schweitzer
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They Don’t Really Care About Us

von Eva Schweitzer

Hatte ich mich neulich beschwert, dass Barack Obama tagtäglich, stündlich, dauernd im Fernsehen zu sehen ist, als sei er Honecker? Gott hat mich dafür bestraft, er ließ Michael Jackson sterben. Seitdem gibt es im Fernsehen nur noch einen Menschen, das ist Michael Jackson. Jacksons Leben, sein Sterben, seine Musik, sein Moonwalk, seine Medikamente, seine Kinder, seine verkrachte Ehefrau, seine Eltern, sein Rummelplatz “Neverland” in Santa Barbara, wo die zahmen Affen toben wie einst bei Ronald Reagan (ich wusste gar nicht, dass Neverland in Kalifornien liegt, ich dachte, es sei in der Nähe von Las Vegas), seine Fans und seine Beerdigung. Jacksons Bruder Jermaine bei Larry King, Jackson-Witze bei Jon Stewart, Jackson-Memorabilia mit Matt Lauer, oder war es Brian Williams? Irgendwie sehen die alle gleich aus.

Wo waren wir? Richtig, die Serie: “Der Redakteur”. Ich möchte diese extrem nachrichtenarme Zeit nutzen, verschiedene Typen des Redakteurs darzustellen – darunter… weiter lesen

06.07.2009 von Eva Schweitzer
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Kein Anschluss

von Eva Schweitzer

Eigentlich wollte ich heute die Serie fortsetzen, Der Redakteur, das unbekannte Wesen, aber vorher würde ich noch gerne ein paar Worte über Telefonzentralen verlieren. Und zwar in Berlin. Früher war der Berliner rauh, aber herzlich, na gut, das stimmt nicht, bloß rauh, aber immerhin schnell. Man rief also an und eine Stimme brummte ins Telefon: “Abschnitt 35, Meier”. Oder, wenn es sich um einen östlichen Betrieb hatte, der über Telefon verfügte (nicht selbstverständlich). “Teilnähmer?”

Heute geht es viel, viel höflicher zu. Man ruft bei einer im Osten ansässigen Zeitung an, der Name tut nichts zur Sache, jedenfalls, “Berliner” kommt darin vor, und wird begrüßt mit: “Herzlich willkommen im Berliner Verlag, Herausgeber von Berliner Zeitung, Berliner Kurier und TIP, im Besitz der Dumont-Gruppe aus Köln, vereint mit der Frankfurter Rundschau, dem Kölner Stadtanzeiger und der Mitteldeutschen Zeitung, in der Karl Liebknecht-Straße am Alexanderplatz. Mein Name ist Annamaria Elisabeth Katharina Hinterhuber-Radlmeier, ich… weiter lesen

01.07.2009 von Eva Schweitzer
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Nur Fliegen ist schöner

von Eva Schweitzer

In ZEIT Online war neulich ein Artikel darüber, dass British Airways seine Angestellten gefragt hat, ob sie eventuell auch unentgeltlich arbeiten wollen, und wie wir das finden. Mich machen solche Artikel immer furchtbar nervös; ich denke, das sind Versuchsballons, um herauszufinden, ob irgendwer für ZEIT Online unentgeltlich arbeiten will. Deshalb schrieb ich also sinngemäß, eher würde ich dem Verleger in einer dunklen Gasse auflauern und ihn ausrauben, bevor ich das täte (etwas höflicher formuliert).

Die eigentliche Frage aber, die man hätte stellen sollen, war: Möchte ich noch mit British Airways fliegen? Wie es der Zufall will, flog ich neulich von New York nach London mit BA, es war der billigste Flug mit einer Erste-Welt-Linie (und ein weißer, männlicher Pilot, der englisch kann, ist mir irgendwie schon wichtig). Offenbar werden bereits heute einige Angestellte nicht mehr bezahlt, etwa die, die für kleinere Reparaturen zuständig sind. Jedenfalls, mein Leselicht war… weiter lesen