Nora und ich
von Eva SchweitzerMeine Nachbarsfamilie ist aus dem Urlaub zurückgekehrt, und hat die Wohnung übernommen, und die Katzen. Erstaunlicherweise herrschte keine reine Dankbarkeit mir gegenüber, der Mann der Nachbarin behauptete sogar, die neugierige Katze sei fett. Fett! Allenfalls ist sie nun kräftig, so wie ein Kater sein sollte, gut, in letzter Zeit konnte er etwas weniger elegant das Waschbecken hochspringen als vor vier Wochen, aber trotzdem. Fett! Der Mann der Nachbarin könnte durchaus selber das ein oder andere Pfund verlieren. Ich meine ja bloß.
Dramatischer ist, dass die Tochter der Nachbarin – und deren Katzen sind ist – nun eifersüchtig ist. Seufz! Da will man nur hilfsbereit sein. Ich muss gleich los, daher zum Abschied nur noch ein kleines Video. Meine Katzen können das übrigens nicht. Noch nicht. Aber sie sind dünner.
http://www.youtube.com/watch?v=TZ860P4iTaM
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Jetzt sorge ich mich aber um Lady Manhattan! Eine Mitteleuropaerin allein in Manhattan – 2009. Ich dachte immer: “Na ja, zumindest hat sie paar Katzen…” Wie kann ein normaler Mensch ueberhaupt heute in Manhattan leben ? Das wuensche ich keinen. Vor einem halben Jahrhundert war Manhattan der Traum meiner Generation und ich fuhr jedes Wochenende nach Manhattan – aber das war das Manhattan in NUEVA YORK : Nach dem Krieg wanderten viele Puertorikaner von Puerto Rico nach NUEVA YORK, und von Kuba kamen die Fluechtlinge von der damaligen Batista-Diktatur (von USA gesegnet). Und da wurde Manhattan eine einzige Tanzflaeche mit “musica latina” : Alle die heute “historischen” Musiker ueberwaeltigten NUEVA YORK: Celia Cruz mit der Sonora Matancera von Kuba, Tito Rodriguez von Puerto Rico und weitere… Alles war ganz sittlicher Kontakt-Tanz: Bolero (festklammern, schoen behutsam und zaertllich…) Pasodoble (steuer sie ueber die Tanzflaeche wie die Waegelchen auf dem Volksfest). Keinesfals hektisch herumturnen – das hat gar nichts mit “musica latina” zu tun (nur “showbiz” showoff!). Hoefliche Konversation, Verabredung fuer “un paseo” (Spaziergang) am Sonntag. (Einzige Beschwerde von ihr: “Du bist ein so grosser Caballero/Gentleman” uebersetzt: “Warum bist du so feige?”) Damals war Manhatten vollkommen sicher, Tag und Nacht – und alle waren noch normal. Heute verschanzt sicher jeder in seinen vier Waenden und erfreut sich an dem Schauspiel der Katzen…
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Es sind ja nicht meine Katzen …. außerdem ist es draußen zu heiß!
Das groesste Kulturgeheimnis der Neuen Welt: NUEVA YORK -zur Zeit der “goldenden Epoche” der “musica Latina” : 1925-1985 war die goldene Epoche der Musik Lateinamerikas – und manche Komponisten, Lyriker und Musiker fanden in NUEVA YORK eine sonderbare Inspiration: Fern von der natuerlichen Schoenheit der Tropen , den Wolkentuermen am Horizont der Karibik, den stillen Palmen – umringt von der sarkastischen, ekeleregenden Fauna der grotesken Wolkenkratzerverballung, waehrend bitterkalten Winterstuermen: Da konzentrierte sich der Sinn dieser “latino” Kuenstler mit einer hypnotischen Intensitaet auf die Seele der “music latina” – alles auf der Welt hat einen, seinen Rythmus, und Lebensfreude und Sensivitaet – auch hektisch oder lauthaelsig interpretiert – das ist der Karakter der “musica latina”. (Einere der grossen russischen Komponisten erklaerte ein aehnliche Ursache fuer seine Inspiration: “Ich kann nur komponieren wenn ich krank bin. Also hofft das ich krank werde – wenn ihr wollt das ich komponiere!). Also in NUEVA YORK “sahen” die Kuenstler der “musica latina” recht klar wie grossartig ihre eigenen Heimatkulturen wirklich waren…