30.08.2009 von Eva Schweitzer
Dieses Wochenende blätterte ich im neuen ZEIT-Magazin und las, in einem Interview, dass Bushido tatsächlich Anus Ferchichi heißt. Anus Ferchichi! Für einen Schrankschwulen ist das eigentlich ein viel besserer Name als Bushido, der einen für immer und ewig an Schorsch Dabbelju erinnern wird, andererseits, ich kann schon verstehen, dass er den ablegen wollte. Was haben sich seine Eltern bloß dabei gedacht?
Im gleichen Heft las ich auch, dass sich Maxim Biller beklagt, dass er nicht wisse, welche Partei seine deutschen Freunde wählten und wie viel Geld sie verdienten. Weil, Deutsche redeten nicht über so was. Ja, Maxim, das liegt vielleicht daran, dass du einen Roman geschrieben hast, in dem steht, wie die Möpse deiner Verflossenen aussehen und sich anfühlen, wenn du sie befummelst. Wenn ich dein Freund wäre, wäre ich danach auch etwas vorsichtiger mit der Preisgabe persönlicher Details.
Was die Wahl selber angeht, ich habe auch keine Ahnung, wen… weiter lesen
30.08.2009 von Eva Schweitzer
Alle Zeitungen in Amerika sind voll vom Fall Jaycee Lee Dugard, die als Elfjährige von einem Entführer verschleppt wurde. Die Polizei hat zerknirscht eingeräumt, Fehler gemacht zu haben, sie ist mehreren Hinweisen nicht nachgegangen und hat das Haus und das Grundstück nicht durchsucht. Angeblich lag das daran, dass sie keinen Durchsuchungsbefehl hatte und offenbar auch keinen beschaffen konnte.
Das bringt einen zu der Frage: Wie kommt es, dass die Polizei es nicht schafft, das Haus eines weißen, vorbestraften Vergewaltigers auf Bewährung zu betreten, wohl aber das Haus eines schwarzen, unbescholtenen Harvard-Professors? Oder, anderes herum gefragt, wenn bei einem schwarzen Amerikaner blonde Mädchen auf dem Hinterhof gesichtet worden wären, wie schnell wäre die Polizei dann dagewesen?
Eva C. Schweitzer, Manhattan Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €