http://blogs.taz.de/newyorkblog/newyorkblog/wp-content/blogs.dir/29/files/2018/01/Fox-News.jpg

vonEva C. Schweitzer 01.09.2009

Manhattan Media

Eva C. Schweitzer, Buchautorin, Journalistin und Verlegerin, über Amerika und über die Leute, die über Amerika schreiben.

Mehr über diesen Blog

Offenbar habe ich dem armen Bushido Unrecht getan, er heißt in Wirklichkeit gar nicht Anus, sondern Anis. Anis! Nicht Anus! Gut, gut, der Unterschied ist nur ein einziger kleiner Buchstabe, aber andererseits, es meint dann doch etwas ganz anderes. Anis ist eine Gewürzpflanze, die aus kleinen behaarten Stängeln besteht, die laut Wikipedia in „doldigen Blütenständen (sogenannte Doppeldolden) zusammenstehen“.

Ich weiß nicht, wie der Junge gebaut ist, vielleicht ist das auch ganz passend, überhaupt, jetzt, wo ich darüber nachdenke, so ein richtiges Kompliment ist das eher nicht. Und dann noch Bushido, der Mann hat wirklich kein Händchen bei der Auswahl von Namen. Wer denkt da nicht sofort an das T-Shirt My Bush Would Make A Better President?

Aber wie konnte mir das nur passieren? Also, die Schuld des ZEIT Magazins ist es nicht, das hatte den Bushi ganz korrekt „Anis“ genannt. Wahrscheinlich hat mein Unbewusstes die Kontrolle übernommen, das dachte, ein Mann, der Sachen rappt wie „Ihr Tunten werdet vergast“ ist mit dem Namen Anus einfach besser bedient. Und dass er hetero ist, glaube ich auch nicht. Diese Obsession mit dem männlichen Genital, die einen an Gloria Vanderbilt erinnert-  sieht er der nicht ähnlich?“ -, und dann auch noch solche Videos… Ich denke, früher oder später kommt er aus dem Closet und dann ist er auch kein Schrankschwuler mehr.

Was mich allerdings wirklich total betroffen macht, wo bleiben eigentlich die protestierenden Freunde von Maxim Biller? Wieso schreiben die mir keine Kommentare? Das ist bitter, erst erzählen die ihm nicht, was sie wählen, und dann verteidigen sie ihn nicht. Nun ist Schluss, ich könnte zwar noch stundenlang weiter Lackaffen beleidigen – was macht eigentlich Christopher Hitchens? – aber ich muss jetzt los. Ein Schneeleopard wartet auf mich.

Eva C. Schweitzer, Manhattan  Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/newyorkblog/2009/09/01/anis_und_andere_kleine_staengel/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.