Last Exit Brooklyn
von Eva SchweitzerBin ich froh, dass ich in New York wohne und nicht in Deutschland, wo die Leute in der S-Bahn erschlagen werden. Jetzt fragen sich alle, was tun? Ist das vielleicht doch ein Fehler mit der Zivilcourage? Bei uns kümmert sich zum Glück die Polizei um Verbrecher, aber hier ein kleiner Tip für die Lieben daheim: Kauft euch ein Auto. Praktischer Nebeneffekt: Man wird nicht mehr von Radfahrern auf dem Bürgersteig belästigt.
Wir in New York haben unsere eigenen Probleme mit der U-Bahn. Wir haben nicht genug davon, und neue zu bauen, kostet eine Menge Geld. Deshalb versucht die Stadtverwaltung, einen Zuwachs an Quantität vorzutäuschen. Nach Park Slope, in Brooklyn, fährt seit neuestem die G Train. Die G Train ist die einzige Linie, die Manhattan nicht berührt, sie verläuft von Brooklyn nach Queens, und vor nicht allzulanger Zeit wurde noch vor der Linie gewarnt, die unter Slums entlangläuft, wo Mülltonnen brennen und puertoricanische und schwarze Banden Territorialkriege ausfechten… na, das kennen Sie bestimmt aus Hollywood .
Jedenfalls, die G Train wurde bis nach Park Slope, Brooklyn, verlängert. Das passt auch irgendwie, denn Park Slope ist inzwischen auch die Verlängerung von Manhattan. Man weiß nun nicht so recht, ist das die Fortsetzung der Gentrification unter der Erde, oder bricht eine Reminiszens aus der Zeit vor Giuliani in unsere weiße Welt ein?
In Brooklyn wiederum war ich, um Benita und Ron zu besuchen. Beide freuen sich auf die Vorwahlen, die am Dienstag stattfinden, sie wissen noch nicht, wen sie wählen, aber nicht Bloomberg. Warum nicht Bloomberg? Weil unter Bloomberg die Strafen für Autofahrer erhöht wurden, alleine in diesem Jahr hat ihnen die Stadtverwaltung tausend Dollar nur für Falschparken abgeknöpft. Hoffentlich haben wir in Deutschland so bald keine amerikanischen Verhältnisse.
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Hatte mich in Manhattan fuer 13 Jahre erfolgreich mit einem Auto herumgeschlagen. Selbst als erfahrener Parker mit Ausbildung in FFM und Kölle ist man jedoch gefordert! Selbst wenn nur ein Reifen ein klein wenig auf dem Bürgersteig steht, gibt’s ein Ticket. Doch das Ticket selbst ist recht kompliziert und die schlecht ausgebildeten Verkehrspolizisten machen oft Fehler, die leicht anzufechten sind. Alkoholkontrollen gibt’s innerhalb Manhattans keine, und am Wochenende macht ein Auto sich echt bezahlt da weniger U Bahnen und auch keine Express-Züge fahren. Parkverbot meist aufgehoben ist – zumindest downtown und in B’klyn. Word of mouth sagt einem wo’s das billigste Parkhaus fuer unterhalb der Woche zu finden gibt. Und selbst der einfachste Schlitten beeindruckt die Leute da sie sich absolut nicht vorstellen können das jemand in Manhattan überhaupt eins leistet.