Was den Fall Polanski so interessant macht, ist, dass der kulturelle Riss nicht zwischen den USA und Europa verläuft, sondern zwischen den Kulturschaffenden beider Kontinente, die es nicht fassen können, dass einer der ihren behandelt wird wie Joe Schmoe, und dem Normalvolk. In Amerika gibt es eine Initiative, ihn zu befreien, angeführt von Harvey Weinstein und Woody Allen. Hingegen kippeln die Zeitungen, die ihn erst unterstützt haben, gerade unter dem Druck der Leser. Die Los Angeles Times veröffentlichte das Vernehmungsprotokolls des Opfers, aus dem hervorgeht, dass sie keineswegs freiwillig mitgemacht hat:
http://www.latimes.com/news/local/la-me-lopez30-2009sep30,0,4549479.column
Und ähnliches lesen wir bei Salon:
http://www.salon.com/mwt/broadsheet/feature/2009/09/28/polanski_arrest/
Das Opfer, allerdings, heißt es, soll Polanski verziehen haben, und nicht mehr an der Strafverfolgung interessiert sein. Deswegen, meinen manche, soll man ihn laufen lassen. Ein interessanter Ansatz, das Opfer über die Strafe und die Strafhöhe bestimmen zu lassen. Wenn das Opfer für Kopf-ab wäre, hätte es dann auch die begeisterte… weiter lesen