Empire Strikes Back

Seit gestern stehe ich im Mittelpunkt eines internationalen Skandals, und unser verehrter Blogwart Matthias Bröckers hat mich gebeten, ein paar Zeilen dazu zu schreiben.

Die ganze Geschichte fing an, als ich vor einiger Zeit meinen Namen durch eine Suchmaschine laufen ließ, die Zeitungsartikel der letzten paar Wochen findet. Dabei stellte ich fest, dass eine Tageszeitung einen Artikel von mir, an sage und schreibe 15 andere Zeitungen verkauft hat, ohne mir Bescheid zu sagen.

Ich beschwerte mich, mir wurde bedeutet, ich könne eine Nachzahlung verlangen, dann würde man mich aber hinauswerfen. Wenn man mich hinauswirft, möchte ich gerne, dass sich das richtig lohnt. Leider gab die Suchmaschine nicht mehr her als diesen Artikel, und Google News irgendwie gar nichts. Wie der Zufall so spielt, kontaktierte mich wenig später eine Organisation, die eine Software entwickelt hat, die genau das tut: Geklaute Artikel aufspüren, auch wenn sie aus den Suchmaschinen schon wieder verschwunden sind.

Das Prinzip funktioniert so, dass diese Leute die ganze Verwaltung machen, dafür bekommen sie das meiste Geld, also ungefähr so wie iTunes.  Ich beautragte also die Organisation, und die wurde fündig. Ich könnte jetzt Namen nennen, aber ich warte noch ein bisschen.

Mein Anwalt schickte also ein paar Drohbriefe. Einen Artikel zu klauen ist viel, viel teurer als einen mit Erlaubnis nachzudrucken (ich habe mal einen Buchverlag verklagt, der ungefragt einen Artikel von mir in einer Anthologie nachgedruckt hat, das kostete 2000 Euro).

In der Schleppnetzfahndung sind aber auch ein paar Blogger hängengeblieben, die nicht kommerziell sind (oder kommerziell nicht so richtig erfolgreich, die Grenzen scheinen da eher fließend). Das war, als hätte ich Haifische in den Pool einer Beschützenden Werkstätte entlassen. Einige meldeten sich bei mir, ich sagte, ruhig, ruhig, mein eigentliches Ziel sind Verlage und kommerzielle Reiseportale, die sich mit New York-Geschichten schmücken, damit Leute auf ihrer Seite einen Flug nach JFK buchen. Wir einigen uns schon.

Nun könnte man als Blogger vorher auf die Idee gekommen sein, um Erlaubnis zu fragen, wenn man meine Artikel verwurstet. Eigentlich eine sehr naheliegende Idee. Ich bin gar nicht so, ich gestatte das, wenn mir danach ist. Mir ist aber wichtig, den Überblick zu behalten, schon deshalb, weil ich nicht will, dass eine Neonaziseite willkürlich aus dem Zusammenhang gerissene Zitate aus einem Artikel über Guantanamo Bay als Argument dafür verwendet, alle Araber ins KZ einzuliefern.

Mich fragte aber keiner, anders als in Amerika, wo so was üblich ist, vermutlich aus dem gleichen Grund, aus dem sich Deutsche auf Feten, wo sie keinen kennen, drei Stunden schweigend an einem Bier festhalten. Jedenfalls, Anfang dieser Woche beschwerte sich ein gewisser Philipp, der einen ZEIT Online-Artikel von mir kannibalisiert hatte, bei der ZEIT Online, offenbar in der Annahme, diese habe das ausschließliche Nutzungsrecht (Magazine, die viel bezahlen, erwerben das ausschließliche Nutzungsrecht, Zeitungen und Websites in der Regel das einfache, es sei denn, es wird anders vereinbart).

Die ZEIT schrieb mir, ich schrieb zurück, ruhig, ruhig, wir einigen uns schon, geben Sie dem jungen Mann mal meine Emailadresse. Philipp aber beschwerte sich derweil bei einer Website namens Spreeblick, ein gewisser Johnny schrieb über den Fall, selbstredend, ohne sich vorher mit mir in Verbindung zu setzen, wir reden ja von Deutschen. Ich könnte jetzt im Rahmen einer kostenpflichtige Gegendarstellung dies und das richtigstellen (ich war zum Beispiel nie ein Hippie), aber wir wollen ja kein Öl ins Feuer kippen, sondern Sand.

Jedenfalls, es brach eine große, große Aufregung aus, verbunden mit der Drohung, mir eine „Avalanche“ von Kommentaren zu schicken, offenbar in der irrigen Annahme, der Große Kürbis werde mich zwingen, die zu veröffentlichen. Es kam dann aber keine Avalanche, sondern nur ein paar. Vielleicht knete ich die einfach mal zusammen und veröffentliche die im nächsten Post. Oder ich verwende die für meinen nächsten Roman. Whatever, ich schrieb also an Johnny (was Philipp angeht, ich habe immer noch nicht die leiseste Ahnung, wer das ist).

Um aber schon mal einige Fragen zu beantworten, nein, das Zitierrecht greift hier nicht. Wenn Leute auf meine Artikel klicken, davon habe ich nicht viel, weil ich nicht nach Klicks bezahlt werde, sondern pauschal. Ja, ich kann manchmal ziemlich biestig sein. Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können. Die Kosten für eine Abmahnung sind nicht deshalb so hoch, weil ich mir damit goldene Wasserhähne legen lasse, sondern weil davon die Schleppnetzfahnung und der Anwalt bezahlt werden. Und meine Wohnung in New York, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich dort keine Artikel schreiben, aus denen Blogger anschließend abpinnen können. Weitere Antworten über mein Privatleben entnehmt ihr bitte meinem neuen Buch.

Was mache ich nun mit Philipp? Hier ist mein Vorschlag: Ich lasse die Forderung fallen. Da er aber offenbar auf dem in-der IT-Welt-wird-nicht-bezahlt-Planeten lebt, sollte er etwas für mich tun, kostenfrei. Ein Hinweis: Was mir wirklich fehlt, ist ein Apple-Reparaturservice in Berlin.

Eva C. Schweitzer, Manhattan  Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

Kommentare (77)

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  1. interessant: hier werden für ein paar Tage intensiv Ratschläge, Befindlichkeiten und Meinungen ausgeteilt. Wie kommt es jedoch, dass anscheinend so viele Menschen mit Bestehendem unzufrieden sind, niemand aber nichts ändert? Die aktive Unzufriedenheit versandet im Ping-Pong-Spiel (und vielleicht mit einer Mitgliedskarte von greenpeace in der Tasche). Wie können „wir“ die Energien bündeln, um sachlich gesellschaftliche und politische Änderungen durchzusetzen? „Vom Wort zur Tat“, wie es zum Beispiel hier oben rechts auf der Site der taz steht. Oder geht folgenschweres Engagement erst, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen? Mich dünkt, zur Zeit Rudi Dutschkes war das nicht so ein Problem. Oder?

  2. Jeder sollte sich darüber bewusst sein, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Was sich einige Blogger herausnehmen ist eine absolute Frechheit.
    Der Idee des Graswurzel-Journalismus wird nicht entsprochen, wenn man Artikel und Meinungen kopiert.
    Jeder sollte sich doch eine eigene Meinung bilden können. Gerade wenn hier von Einigen diese sogenannten Idealisten in Schutz genommen werden, die sich die Rosinen des Netzes herauspicken um ihren Namen damit zu schmücken. Wacht auf, macht Euch Eure eigenen Gedanken! Ich wäre auch angefressen, wenn meine Artikel an verschiedenen Stellen erscheinen. Es steckt eine Heidenarbeit hinter den Texten. Eigene Gedanken, erarbeitete Meinungen, lange Gespräche, eine Vielzahl an Abwägungen. Diesen Denkprozess sollte aber jeder selbst erleben und nicht denken: „Och klingt gut, das könnte auch von mir sein.“ Eben nicht. Wissenschaftliche Arbeiten, werden auch nicht gut, wenn sie lediglich auf Zitate zurückgreifen. Es wird nichts Neues gedacht, wenn Bestehendes (das Internet ist schnelllebig) immer wieder (ja) verwurstet wird. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg Frau Schweitzer und der Blogosphäre eine Besinnung auf den Begriff „_Neue_ Medien“.

  3. Wäre es nich fair bei dem Filmtitel „Empire Strikes Back“ auch den Urheber, nämlich Georg Lucas zu nennen?

    —–

    Bei klassischen Zitaten macht man das nicht, wenn man davon ausgeht, das weiß wirklich jeder. Sie wussten es ja auch.

  4. Eigendlich ist nur eine Stelle im Text interessant.
    „Die Kosten für eine Abmahnung sind nicht deshalb so hoch, weil ich mir damit goldene Wasserhähne legen lasse, sondern weil davon die Schleppnetzfahnung und der Anwalt bezahlt werden. Und meine Wohnung in New York, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich dort keine Artikel schreiben, aus denen Blogger anschließend abpinnen können.“
    Also die Abmahnungen finanzieren die Wohnung in New York.
    Und nur diese Wohnung versetzt einen in die Lage etwas über New York zu schreiben? Ohne Wohnung geht das nicht?

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    Na, Sie können ja mal vesuchen, ein Zelt unter der Brooklyn Bridge aufzuschlagen. Aber als Ausländer wird man da relativ bald aufgegriffen und abgeschoben.

  5. Die meisten Blogger sind Eunuchen. Wissen genau wie es geht, können es jedoch selbst nicht. 😉 Deswegen bestehen die meisten Blogs aus pösen Fingerzeigs auf Leute, die in der Nahrungskette über den Blogger stehen. Die eigene Leistung besteht im negativen Kommentieren der echten Leistung anderer Leute. Sich aufwerten in dem man andere abwertet. Das ist des Bloggers Welt. Wenn es nicht mal dazu reicht, reicht es wenigstens noch zu einer Verlinkungsorgie.

    Schöpft ein richtiger Schöpfer ab, stöhnt die Blogszene im kollektiven Orgasmus. Denn vor allem dadurch wird man sich dort der eigenen zerebralen Impotenz bewusst. Ich hätte mir gewünscht, dass Frau Schweitzer weiterhin ihre Forderung fordert und auch erstreitet. Das wäre mal ein starkes Signal. Zum einen an die eigene Geldbörse. Zum andern an die Blogger.

  6. Der BloggerTornado scheint vorbei zu sein; Aufmerksamkeit schon wieder bei anderen Zielen.
    „Oh, BlogVolk, steh‘ auf und BlogSturm brich los!“, sagte so nicht ein anderer, recht begabter Demagoge?

    Mir kommt das oft vor, als wär‘ man im Wilden Westen:
    Erst schießen, dann fragen (falls überhaupt).
    „Das Gesetz bin ich“, jawoll!
    Und das haben wir immer so gemacht!
    Die eigentlichen Argumente werden nicht zur Kenntnis genommen (die Welt ist doch irgendwie _zu_ schwierig).
    Tak for det
    og hilsen.

  7. „Ein Caffé Americano ist ein Espresso mit heißem Wasser. Ein Latte Americano ist ein Espresso mit heißen Wasser und Milch, daher heißt es Latte. Ein deutscher Besserwisser kann zu Wikipedia verlinken, aber nicht den Hintern hochlupfen und in ein New Yorker Café gehen.“

    Liebe Frau Schweitzer,
    ich lebe seit sechs Jahren in Brooklyn. Ein solches Getränk ist mir noch nie unter die Augen gekommen. Seien sie mal nicht so arrogant.

    —–

    Wenn Sie in Brooklyn leben, warum haben Sie dann eine Berliner IP Adresse?

  8. Wenn ich für einen Artikel recherchiere (und ich meine jetzt damit nicht nur mal eben was zusammengoogle) und anschließend einen Abnehmer dafür finde, der für den Content zahlt, dann hat er mir meine Arbeitsleistung vergütet.

    Wenn ich für ein Thema recherchiere und mir der Artikel (warum auch immer) nicht abgenommen wird, dann stelle ich ihn gerne zur freien Weiterverwendung (unter Angabe der Quelle) zur Verfügung.

    Online-Magazine oder Zeitungen, die mich beauftragen, zahlen für den Content, weil er ihnen etwas wert ist – weil er nämlich letztlich dazu führt, die Aufmerksamkeit für ihr Produkt zu erhöhen.

    Nicht anders ist das prinzipiell bei Bloggern. Denn letztlich ist ihre „Währung“ auch nur Aufmerksamkeit – und damit ist ihr „Geschäftsmodell“ eben gar nicht so weit weg von dem der klassischen Medien.

    Darum finde ich die Argumentation von Frau Schweitzer auch absolut nachvollziehbar: Wer seinen Traffic damit generiert, Inhalte im Netz aufzustöbern, zu zitieren, zu kommentieren und weiterzuentwickeln (!) hat meine uneingeschränkte Sympathie. Wer aber nur, wie von Frau Schweitzer hier angeführt, „fremden“ Content (nämlich Content, in dem fremde Arbeitsleistung steckt) kopiert, um damit seinen Traffic zu erhöhen, ist kein Robin Hood, sondern ein Plagiator.

  9. Bloggen ist eh bald tot. In 10 jahren wird man sich fragen, was die Leute damals bloß daran gefunden haben. 99 % der Blogs sind stinklangweilig, überflüssig und dienen einzig zur Vermüllung des Internet mit dem stilschwachen und inhaltsarmen Geschwafel von Nicht-Schreiben-Könnern.

    Ich finde meine Artikel auch regelmäßig in voller Länge in zahlreichen Blogs wieder. Ich verklage die dann zwar nicht, weil mir das zu viel Aufwand ist, bin aber schon etwas genervt, weil fragen könnte man schon. Trotzdem verstehe ich, dass man seine langweiligen Blog irgendwie aufwerten will, wenn man es nicht selbst schafft, dann eben mit fremden Inhalten. Mal sehen, wie lange noch.

  10. Hallo Frau Schweitzer,

    ich bin nur „per Zufall“ hier auf der Seite gelandet, und habe mich vor allem „festgelesen“ weil, ich a) seit gut anderthalb Jahren hier in New York wohne und b) heute einer meiner Kollegen eine Rundmail verteilt hat mit einem von ihm geschriebenem Artikel zum Thema ob die „Anonymität“ im Internet zu eher „rohen Verhaltensweisen“ beiträgt, und wie dem begegnet werden kann (siehe http://www.scientificblogging.com/your_brain_us_neuroscience_social_interactions/blog/great_village_sky_promise_and_perils_altruism_internet [ich hoffe, der Link bleibt drin…]).

    Zu a) sollten Sie mal Lust auf einen Kaffee (ob nun Latte Americano oder was anderes) haben, meine Email Adresse haben Sie ja jetzt und zu b), nein, ich nehme mir nicht heraus, zu behaupten, Ihre Aktion (zur Wahrung Ihres geistigen Eigentums) wäre auch Ausdruck der Internet-Anonymität, aber ich dachte mir, dass es Sie vielleicht trotzdem von der Thematik her interessiert, weil hier ja doch eine ganze Menge z.T. auch nicht „sehr nette“ Kommentare geschrieben worden sind…

    LG aus Harlem,
    /jochen

    —–

    Danke! Ich melde mich, sobald ich den Bloomberg-Fallout bewältigt habe. So anonym sind Sie übrigens gar nicht, ich habe nicht nur Ihre email, sondern auch Ihre I.P. address.

  11. Doof, wenn man selbst nicht weiß, dass es keinen Latte Americano gibt, sondern nur einen Caffé Americano. (http://en.wikipedia.org/wiki/Caffè_Americano)

    Ist doch nur Espresso mit heißem Wasser! Wo soll denn da die Latte, also die Milch sein?

    —-

    Ein Caffé Americano ist ein Espresso mit heißem Wasser. Ein Latte Americano ist ein Espresso mit heißen Wasser und Milch, daher heißt es Latte. Ein deutscher Besserwisser kann zu Wikipedia verlinken, aber nicht den Hintern hochlupfen und in ein New Yorker Café gehen.

  12. René

    Ja so ein bis zwei von einem Blogger zitierte Sätze mit gesetztem Link verderben einem schon das im Schweiße der Gehirnzellen manchmal mehr manchmal weniger inhaltsträchtigem in die tastarur gehauenen geschreibsels die morgensemmel.

    warum man nicht ein klares statement auf jedem blog – jeder webseite angibt – ohne genehmigung darf nichts verwendet, kopiert, zitiert etc werden – bzw alle texte dürfen unter einhaltung von Creative Commons 3.0 http://creativecommons.org/international/ verwendet werden sdas wird sich immer meiner kenntnis entschließen.

    es kann nicht sein was nicht sein darf . . . . .

  13. Ich finde die ganze Diskussion, die Fahndung nach Content-Klauern wie die Hinweise auf die unscharfen Grenzen zwischen herkömmlicher und neuer Mediennutzung, gut und berechtigt. Denn sie zeigt: Es ist nur die Spitze des Eisbergs; ein vergleichsweise kleiner Streit, stellvertretend für ein mittlerweile wirklich großes Problem. Und die obigen Kommentare deuten darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich neue, funktionierende Regeln der Rechteverwertung und -sicherung in den sog. Neuen Medien finden lassen. Allerdings würde ich mir von allen Seiten, und am meisten von den selbsternannten Robin Hoods der Blogsphäre, etwas mehr Sachlichkeit und auch Fähigkeit zur Selbstkritik in der Diskussion wünschen. Die vermisse ich überall dort, wo Urheberrechtsinhaber zurecht darauf hinweisen, dass sie von ihren Werken zu leben gedenken.

  14. Apple-Reparaturservice in Berlin:

    Neben Fuxdata in Prenzl‘ Berg und Card Services in Kreuzberg gibt es dann schließlich noch die beiden mStores in Charlottenburg (Bismarckstr. 5 bei M&M:Trading!) und in Spandau, Klosterstr. 3. und diese bieten als „Apple Premium Reseller“ alle Leistungen an, die auch ein Apple Store anbieten würde.

    http://www.mstore.de/

  15. Oh man, der Fall an sich ist schon bitter genug, aber dann diese latente Deutschlandfeindlichkeit. Nicht falsch verstehen, ich bin linksliberal und keineswegs patriotisch angehaucht, aber das grenzt echt schon an Rassismus .. immer dieses „die Deutschen“.

  16. Sehr geehrte Frau Schweitzer,

    durch Zufall bin ich auf diesen Ihren Beitrag gestoßen. Über die Sache an sich habe ich mich nicht näher informiert und werde sie nicht bewerten.

    Aber wie ist bitte dies verstehen: „unser verehrter Blogwart Matthias Bröckers“?

    Ihre Geschichtskenntnis zweifle ich nicht an. Um so mehr erstaunt es mich, mit Verlaub, daß Sie sich – noch dazu im offiziellen Weblog einer kritischen Tageszeitung – einer Begrifflichkeit des Dritten Reichs bedienen. Dies ist weder im humoristischen Kontext, noch als „ernsthafte“ Bezeichnung auch nur im entferntesten angebracht!

    Ich kann verstehen, daß Sie derzeit sicherlich angespannt sind, aber derlei Bezeichnungen sollten einem doch eigentlich nicht unterkommen.

    Mit freundlichen Grüßen.

  17. Liebe Frau Schweitzer,

    Als Blogger muss ich hier auch mal meinen Senf dazugeben. Generell haben Sie in meinen Augen recht. Das „Zitat“, um den sich der Rechtsstreit dreht, steht kommentarlos im Raum und ist im Vergleich zum Gesamtwerk überdimensioniert. Insofern wird da ihr Werk plagiarisiert. Ihre beschwichtigende Reaktion spricht auch für Sie.

    Was ich allerdings nicht verstehe, sind Ihre Einlassungen zu Zitier-, Kritik- und Sozialisationsfähigkeit. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber selbst in meiner relativ kurzen Blog-Karriere kamen schon ein paar Anfragen rein, ob sie meinen Erguss großflächig zitieren / übernehmen dürfen. Da der Autor auch noch im Sinne einer Werbung für ihren Artikel schrieb und kommerziell keinen Nutzen daraus zieht, dachte er wohl, das ginge schon in Ordnung. Zwar schützt Unwissen vor Strafe nicht, aber gerecht wäre es wohl auch nicht, wenn er nun so viel Geld blechen muss. Es ist schade, dass es nun so gekommen ist und das liegt sicher auch an der fehlenden Kontaktfreudigkeit. Bitte sehen Sie allerdings auch, dass es viele Abmahnungen gibt, die weder in der Sache noch in der Höhe gerechtfertigt sind. Dass sich da bei Bloggern ein Beißreflex und eine Solidarisierung entwickelt, ist nur natürlich.

    Ich hoffe, Ihr Anwalt hat da auch ein Einsehen. Ihre Absicht ist erreicht und er wird sicher auch gut was dabei verdient haben. Und ich hoffe auch, dass mal eine Kommunikation zustande kommt, die mehr ist als gegenseitige Spitzen auf der jeweils eigenen Website.

  18. Also sie hat was gegen Männer und gegen Deutsche und schämt sich nicht gegen beides zu polemisieren. Sie hat was gegen Blogger und auch gegen Männer die in Pyjamas vor dem Rechner sitzen.

    Man stelle sich vor, es wäre ein Autor und er hätte was gegen Frauen und gegen Türken? Und er würde normale Journalisten hassen und Frauen die zu kurze Röcke tragen.
    Das eine ist ein Nazis, das andere eine akzeptierte Journalistin die medial Amok läuft und hochnäsig auf die Männerwelt herabschaut, weil sie in New York eine Wohnung besitzt. Den ersteren hätte man im hohen Bogen rausgeworfen, der anderen gibt man eine Plattform, wo sie ihre dümmlichen Kommentare abliefern kann.

    In welcher Welt leben wir eigentlich?
    Sind sie wirklich besser, weil sie eine Frau sind und in New York eine Wohnung besitzen?

  19. Renago, woher hast du die Weisheit, bei den hier schreibenden Internetusern handele es sich um die digitale Bohème? Zu viel Klebstoff geschnüffelt?

  20. Eva Schweitzer ist völlg im Recht, schließlich lebt sie von ihrem Geschriebenen und die „digitale Boheme“ entpuppt sich einmal mehr als ein Rudel wildkläffender Köter.
    Außerdem gibt es wahrlich wichtigere Themen auf diesem Planeten über die man bloggen sollte.

  21. Ich fasse zusammen:
    Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, die allerdings vorher die Bude vollgekackt haben. Meiner Meinung nach haben hier alle beteiligten ein wenig… äääh… Mist gebaut. Die Welt ist doof.

  22. Ich finde Ihren arrogant-deeskalierenden Artikel sehr lustig, mehr noch Ihren sarkastischen Spott in den Kommentaren. Dafür hat sich Ihre Schleppnetzfahndung aus meiner Sicht schon gelohnt. Ich glaube, nach Lily Brett könnte ich mir mal wieder ein N.Y.-Buch zulegen…

    (Wenn ich das so lese, komme ich zu einem Schluss: Ihr Blogonauten werdet Humor von Journalisten von den Holzmedien nie verstehen.)

  23. YES SHE CAN!

  24. Ja so isses halt. Die Klein und Gross Blogger, die selbsternannte Avangarde des Internetz mokiert sich mal wieder. Leute die bis auf gaaaanz wenige Ausnahmen den Fuss nicht vor die Tür um zu recherchieren, Leute die lieber surfen bis der Arzt kommt, um an ihre „Inhalte“ zu kommen.
    Und dann ist einer so blöd die rechtlichen Grenzen des Ganzen nicht zu erkennen, vielleicht auch bewusst oder fahrlässig ignoriert. Er bekommt seine verdiente Ohrfeige. Genauso wie er sie bekommen würde, wenn ein wildfremder Mensch sich mein Auto mit der Begründung „leiht“ – ich würde im Moment ja eh nicht fahren, oder er wolle nur mal sehen wie sich ein Porsche fährt, denn schließlich hätte er die Strasse durch seine Steuern mitbezahlt … .
    Aber dann unterscheidet sich das Web in einem Punkt vom RL.
    Die Blogger produzieren plötzlich eigene Inhalte in Form eines Feuersturms an Kommentaren. Und jeder versucht sich an Meinung und besonders schöner Ausdrucksweise zu ergötzen.
    Und wehe es versucht jemand auch nur etwas zurück zu stänkern.

    Arm und irrelevant ist sowas schon.

    Beste Grüsse,

    Christian

  25. Von Ihrer Wohnung in New York aus ( wo ist das eigentlich und ist es sehr kalt dort?) können Sie vielleicht Leuten auf den Kopf schauen, in dem sich diese Leute neue Gründe für, an den Haaren, die auf diesen Köpfen drauf sind, herbeigezogene Schadenersatzforderungen zusammenbasteln. Aber hier, in Deutschland, wo man drei Stunden mit dem Bier in der Hand auf einer Party rumsteht, ( und jetzt teile ich ein Geheimnis) macht man sich nicht nur ein wenig reicher, sondern auch sehr viel unbeliebter, wenn man zum prinzipiellen Abmahnen neigt.

    Da ich Sie nicht persönlich kenne, ist das selbstredend in keiner Weise ‚offending‘ gemeint. Vielmehr möchte ich an Ihnen exemplarisch (und mit 50% Wahrscheinlichkeit völlig zu Unrecht) meinem Unmut über das Scheuklappendenken des juristisch beratenen Publizisten Luft machen, der sich seiner, uns allen innewohnenden Irrelevanz oft zu wenig bewusst ist.

    Ich publiziere selbst und unterhalte einen Blog und obwohl ich aus Deutschland stamme, frage ich, bevor ich zitiere, die Quelle um Erlaubnis. Werde ich zitiert, so erwärmt das mein, nach Bestätigung lechzendes Herz und zwar auch dann, wenn ich es nie erfahre.
    Da in Deutschland die Wohnungen wahrscheinlich etwas billiger sind, bin ich auf ein ‚Zusatzeinkommen‘ nicht angewiesen.

    Die vielen Nebensätze sind, da wo ich grade bin und ich bin hier nicht oft, so üblich und für Sie eventuell eine kleine Herausforderung aber hoffentlich kein Hindernis am Inhaltsgenuss.

    Mit freundlichen Grüßen,

    GM

  26. Wenn ich das so lese, komme ich nur zu einem Schluss: Ihr Journalisten von den Holzmedien werdet das Web nie kapieren.

  27. So ganz nebenbei: Javascript ist nicht Java, weshalb – je nachdem was sie denn wirklich meinen – höchstens eines von beiden richtig ist :)

    Mfg,

    Martin