Empire Strikes Back
von Eva SchweitzerSeit gestern stehe ich im Mittelpunkt eines internationalen Skandals, und unser verehrter Blogwart Matthias Bröckers hat mich gebeten, ein paar Zeilen dazu zu schreiben.
Die ganze Geschichte fing an, als ich vor einiger Zeit meinen Namen durch eine Suchmaschine laufen ließ, die Zeitungsartikel der letzten paar Wochen findet. Dabei stellte ich fest, dass eine Tageszeitung einen Artikel von mir, an sage und schreibe 15 andere Zeitungen verkauft hat, ohne mir Bescheid zu sagen.
Ich beschwerte mich, mir wurde bedeutet, ich könne eine Nachzahlung verlangen, dann würde man mich aber hinauswerfen. Wenn man mich hinauswirft, möchte ich gerne, dass sich das richtig lohnt. Leider gab die Suchmaschine nicht mehr her als diesen Artikel, und Google News irgendwie gar nichts. Wie der Zufall so spielt, kontaktierte mich wenig später eine Organisation, die eine Software entwickelt hat, die genau das tut: Geklaute Artikel aufspüren, auch wenn sie aus den Suchmaschinen schon wieder verschwunden sind.
Das Prinzip funktioniert so, dass diese Leute die ganze Verwaltung machen, dafür bekommen sie das meiste Geld, also ungefähr so wie iTunes. Ich beautragte also die Organisation, und die wurde fündig. Ich könnte jetzt Namen nennen, aber ich warte noch ein bisschen.
Mein Anwalt schickte also ein paar Drohbriefe. Einen Artikel zu klauen ist viel, viel teurer als einen mit Erlaubnis nachzudrucken (ich habe mal einen Buchverlag verklagt, der ungefragt einen Artikel von mir in einer Anthologie nachgedruckt hat, das kostete 2000 Euro).
In der Schleppnetzfahndung sind aber auch ein paar Blogger hängengeblieben, die nicht kommerziell sind (oder kommerziell nicht so richtig erfolgreich, die Grenzen scheinen da eher fließend). Das war, als hätte ich Haifische in den Pool einer Beschützenden Werkstätte entlassen. Einige meldeten sich bei mir, ich sagte, ruhig, ruhig, mein eigentliches Ziel sind Verlage und kommerzielle Reiseportale, die sich mit New York-Geschichten schmücken, damit Leute auf ihrer Seite einen Flug nach JFK buchen. Wir einigen uns schon.
Nun könnte man als Blogger vorher auf die Idee gekommen sein, um Erlaubnis zu fragen, wenn man meine Artikel verwurstet. Eigentlich eine sehr naheliegende Idee. Ich bin gar nicht so, ich gestatte das, wenn mir danach ist. Mir ist aber wichtig, den Überblick zu behalten, schon deshalb, weil ich nicht will, dass eine Neonaziseite willkürlich aus dem Zusammenhang gerissene Zitate aus einem Artikel über Guantanamo Bay als Argument dafür verwendet, alle Araber ins KZ einzuliefern.
Mich fragte aber keiner, anders als in Amerika, wo so was üblich ist, vermutlich aus dem gleichen Grund, aus dem sich Deutsche auf Feten, wo sie keinen kennen, drei Stunden schweigend an einem Bier festhalten. Jedenfalls, Anfang dieser Woche beschwerte sich ein gewisser Philipp, der einen ZEIT Online-Artikel von mir kannibalisiert hatte, bei der ZEIT Online, offenbar in der Annahme, diese habe das ausschließliche Nutzungsrecht (Magazine, die viel bezahlen, erwerben das ausschließliche Nutzungsrecht, Zeitungen und Websites in der Regel das einfache, es sei denn, es wird anders vereinbart).
Die ZEIT schrieb mir, ich schrieb zurück, ruhig, ruhig, wir einigen uns schon, geben Sie dem jungen Mann mal meine Emailadresse. Philipp aber beschwerte sich derweil bei einer Website namens Spreeblick, ein gewisser Johnny schrieb über den Fall, selbstredend, ohne sich vorher mit mir in Verbindung zu setzen, wir reden ja von Deutschen. Ich könnte jetzt im Rahmen einer kostenpflichtige Gegendarstellung dies und das richtigstellen (ich war zum Beispiel nie ein Hippie), aber wir wollen ja kein Öl ins Feuer kippen, sondern Sand.
Jedenfalls, es brach eine große, große Aufregung aus, verbunden mit der Drohung, mir eine “Avalanche” von Kommentaren zu schicken, offenbar in der irrigen Annahme, der Große Kürbis werde mich zwingen, die zu veröffentlichen. Es kam dann aber keine Avalanche, sondern nur ein paar. Vielleicht knete ich die einfach mal zusammen und veröffentliche die im nächsten Post. Oder ich verwende die für meinen nächsten Roman. Whatever, ich schrieb also an Johnny (was Philipp angeht, ich habe immer noch nicht die leiseste Ahnung, wer das ist).
Um aber schon mal einige Fragen zu beantworten, nein, das Zitierrecht greift hier nicht. Wenn Leute auf meine Artikel klicken, davon habe ich nicht viel, weil ich nicht nach Klicks bezahlt werde, sondern pauschal. Ja, ich kann manchmal ziemlich biestig sein. Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können. Die Kosten für eine Abmahnung sind nicht deshalb so hoch, weil ich mir damit goldene Wasserhähne legen lasse, sondern weil davon die Schleppnetzfahnung und der Anwalt bezahlt werden. Und meine Wohnung in New York, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich dort keine Artikel schreiben, aus denen Blogger anschließend abpinnen können. Weitere Antworten über mein Privatleben entnehmt ihr bitte meinem neuen Buch.
Was mache ich nun mit Philipp? Hier ist mein Vorschlag: Ich lasse die Forderung fallen. Da er aber offenbar auf dem in-der IT-Welt-wird-nicht-bezahlt-Planeten lebt, sollte er etwas für mich tun, kostenfrei. Ein Hinweis: Was mir wirklich fehlt, ist ein Apple-Reparaturservice in Berlin.





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Ganz ehrlich man kann es auch übertreiben. Klar kann man vorher fragen ob man eine Kolumne Zitieren darf. Aber warum mit Kanonen auf Spatzen schiessen? Warum sieht man positive Beiträge in Blogs über einen nicht als kostenlose Werbung? Wenn mit dem Blog kein Geld verdient wird hätte ich damit keine Probleme oder wurde bei nom nom nom auch JFK Flüge verkauft?
Ich finde diese Stellungnahme zwar an manchen Punkten “leicht ueberzogen” (z.B. ” stehe ich im Mittelpunkt eines internationalen Skandals ….”), aber wenn das Ganze wrklich so begann, dann sollte sich der “gewisse Johnny” schon ueberlegen, ob ER denn richtig vorgegangen ist oder ob hier nur erneut die Sau durchs Dorf getrieben werden sollte …
Hallo Frau Schweitzer,
Ihre offensichtlichen Wissenslücken über die “neue Welt da draußen” in einen etwas arroganten Ton zu verpacken ist befremdlich. Noch befremdlicher, da sie an dieser Stelle behaupten selbst einen Blog zu betreiben.
Blogs leben von Verlinkungen, von Hinweisen, von Links und eben - jetzt kommt’s - Zitaten. Sie selbst glätten nicht direkt die Wogen: Weder nutzen Sie Trackbacks noch Links, noch kommentieren Sie auf den betroffenen Seiten. Sie nutzen also nicht die Werkzeuge der Blogs. Sie beschweren sich über mangelnde Kommunikation, wollen aber gleichzeitig, dass man auf Sie zukommt, statt selbst die Initiative zu ergreifen. Wenn Ihnen eine Kostennote in dieser Höhe als Hobby-Blogger zuflattern würde, würde Sie vielleicht auch erst einmal panisch reagieren. Zumal die deutschen Blogger gerne von Anwälten mit solcherlei überflutet werden - etwas Wissen um den Zustand der hiesigen Blogs hätte an dieser Stelle sehr geholfen. Aber man merkt hierbei: Der Journalismus ist noch nicht so weit, sich tatsächlich den neuen Techniken zu öffnen. Lieber wird mal herzhaft darüber gemotzt.
Von daher: Etwas mehr Verständnis für die Funktionsweise von Blogs und weniger Arroganz (”kommerziell nicht so richtig erfolgreich, die Grenzen scheinen da eher fließend” - ob Sie’s glauben oder nicht - es gibt tatsächlich Menschen, die sowas aus Idealismus betreiben. Und wenn sie sich ein Blog wie spiegelfechter.com ansehen wird Ihnen sicher auch schnell bewußt, dass das der Zeitungsjournalismus in einer echten Krise steckt).
Gruß,
MK
Schönes Beispiel für Downsize. Zudem praktisch. Es wird aber auf die Antwort ankommen…
P.S. Ich habe Sie früher immer im Tagesspiegel gelesen und dann aus den Augen verloren. Wo findet man Sie denn jetzt?
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Hier und dort, wenn Sie aber in Berlin wohnen, am besten Berliner Zeitung.
Sehr schön!
Sobald ein Blogger, ob zu Recht oder nicht spielt keine Rolle, Ärger bekommt, dann steht die Blogosphäre wie ein Mann hinter (!) dem Blogger, dies aber auch nur für ein paar Tage. :O)
Einfach mal eine direkte Kommunikation würde manchmal wahre Wunder bewirken. So sind die Deutschen. Die meisten Blogger sind wohl Männer und die fragen auch nie nach dem Weg, verfahren sich lieber. :O)
Ein Dank von mir, für diese Aufklärung, der zwar bloggt aber nicht zu der Blogosphäre gehört… nicht als Z-Blogger. ;O)
Blogwart: Tolles Wortspiel
Nur als kurze Frage: Wieso greift das Zitierrecht nicht? Ich kenne nur wenige Autoren, die per Klick bezahlt werden. Ich will die Diskussion jetzt nicht mit einem Flamewar anheizen (dann hätte ich mich auf die Apple-Vorlage gestürzt
) sondern mich interessiert das Thema an sich, vor allem, da ich auch als Journalist und Blogger immer mal wieder andere Artikel zitiere.
War es einfach zu viel, zu wenig oder die Quelle falsch?
Grüße
Mjaeger
——
Sie können, mit Quellenangabe, zitieren, wenn es sich um ein einzelnes Zitat handelt (wir reden hier von der wörtlichen Übernahme von Sätzen, nicht von der Wiedergabe von Fakten, die ist nicht unheberrechtlich geschützt). Wenn aber der Artikel oder das Posting praktisch nur aus dem Original besteht, umringt von Sätzen, wie “guckt mal, was ich hier gefunden habe”, das geht nicht.
Am besten ist es immer, Sie linken, vielleicht mit ein paar Anreißerworten.
Hallo Frau Schweitzer,
ich gebe zu, dass ich nicht alles nachvollziehen kann, was sie schreiben - was mich aber wirklich irritiert ist, wie in dieser Debatte der Respekt vor den Worten und deren Bedeutungen vor sich geht. Schleppnetzfandung zerstört die Ökologie des Netzes wie die Schleppnetzfischerei (eine Gigakatastrophe) die Ökologie der Meere zerstört. Und “kannibalisieren” - ich weiss nicht? Meinen Sie wirklich, es sei angemessen, solche Vergleiche zu ziehen?
Herzliche Grüße Silke Helfrich
ups: es muss heißen: Wie der Respekt vor den Worten und den Bedeutungen VERLOREN geht.
Die Stuerme im Webwasserglas beginnen immer etwas, hmmm… robust..
Und so, wie Anwaelte oder Markeninhaber manchmal uebers Ziel hinausschiessen und das hinterlassen, was man heutzutage Kolateralschaeden nennt, so passiert es auch in der Bloggosphaere. Die Schlechte Nachricht laeuft dreimal um den Globus, bevor der oder die Betreffende, in diesem Fall Sie, es schafft, vom Kaffeeautomaten zurueckzukommen.
Aber ich denke mir, ruhig, ruhig, wir einigen uns schon.
Und immerhin: ich kannte Ihren Namen und Ihr Buch bisher noch nicht, aber jetzt ueberlege ich, ob ich, wenn ich das naechste Mal zum Buchhanedler meines geringsten Misstrauens gehe, nict mal einenn Blick reinwerfen sollte, bevor ich naechstes Jahr auch mal ueber den Grossen Teich fahre.
Fuer Ihre Bekanntheit war dieser kleine Wasserglastornado also nicht nur kontraproduktiv.
mit freundlichen Gruessen aus Berlin
DM
In meinen Augen eine der intelligentesten Verteidigungen gegen den Blogmob, die ich jemals gelesen habe.
Allerdings muß man dem Mob zugutehalten, das man es in der Abmahnbranche selten mit Personen mit Augenmaß zu tun hat. Da hat sich im Laufe der Jahre eine Art Beißreflex eingeschliffen.
Wir werden wohl alle im weiteren Verlauf der Web 2.0 Sozialisation viel voneinader lernen müssen.
Auf der einen Seite verstehe ich ihr Anliegen und gebe Ihnen bis zu einem gewissen Punkt Recht, auf der anderen Seite zeigen Sie doch deutlich, dass auch Sie nicht verstehen (wollen), worum es den Bloggern eigentlich geht. Hinzu kommt, dass ein Anwalt, einmal in Gang gesetz, jede noch so kleine Lücke sucht, um Geld “abzugreifen”.
Wenn keiner wirklich jemanden etwas böses tun wollte, und davon gehe ich aus, denke ich, dass die Zuspitzung das Resultat einer unglücklichen Verkettung von Umständen ist, wo alle Seiten übereilt und überspitzt reagiert haben.
Tut mir leid, dass Sie jetzt in dem Fall wohl auf den Anwaltskosten von 955 € (laut Spreeblick) sitzenbleiben. Ist das nicht riskant, seinen Anwalt ein paar Drohbriefe losschicken zu lassen und sich ihm gegenüber so Forderungen in Höhe von ein paar tausend Euro auszusetzen ?
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Zerbrechen Sie sich mal nicht meinen Kopf.
Ich sehe in den USA wird durch aus auch vor der Arbeit schon zu Glas gegriffen. Cheers
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Helga? Bist Du das?
Apple-Reparaturservice in Berlin
Wir verkaufen das Zeug nicht nur, wir helfen auch bei (oder übernehmen) Installation oder Fehlersuche. Bei uns in der Werkstatt oder auch vor Ort.
http://fuxdata.com/
Kastanienallee 11
10435 Berlin
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Danke! Ich war sogar schon mal bei Ihnen, als mir das “Y” abgefallen ist beim Versuch, es gegen das “Z” zu tauschen. Wie kriegt man eine Beule aus dem Gehäuse, nachdem eine Schere draufgefallen ist?
Hi,
sie denken jetzt bestimmt, dass gerade alle voll unfair zu ihnen sind.
Aber ich habe einen Vergleich der ihnen zeigen könnte wo sie ihren Fehler gemacht haben:
Sie schreiben in ihrer Biografie dass sie sich für die Hausbesetzerszene stark gemacht haben.
Vieleicht überlegen sie mal was eine Forderung wie ihre von der des Besitzers eines besetzten Hauses unterscheidet?
Sie grübeln noch immer?
Dann will ich es ihnen mal kurz erklären: Hausbesetzungen sind wesentlich schlimmer als Zitate.
Der erste - marginale - Unterschied ist, dass die Hausbesetzung einen Rechtsbruch darstellt, ein Zitat unter Umständen aber legal ist.
Der zweite - geradezu essentielle - Unterschied ist, dass sie, auch bei einem sehr langen Zitat, nichts verlieren.
Lehnen sie sich zurück und überlegen sie: jemand nimmt ihren Text aus der Welt oder von hier und packt ihn auf seine Webseite.
Wer hat jetzt verloren? George Bernard Shaw hat hier einmal einen tollen Satz gesagt:
“If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.”
Ganz im Gegensatz zur Hausbesetzung verliert der Besitzer hier also nichts.
Ok, wir haben zwei Taten bei denen es um Aneignung fremden Eigentums geht, bei einer verliert ein Betroffener etwas, beim anderen nicht.
Sie unterstützen eine von beiden und leisten Widerstand gegen die andere.
Hier nur von Doppelmoral zu sprechen halte ich für eine dreiste Untertreibung…
Aber wahrscheinlich halten sie es wie unser guter alter Konrad Adenauer: “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.”
Gruß,
Justus
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—–Nun ja, erstens habe ich keine Häuser besetzt (mehr aus Faulheit, außerdem habe ich eine Allergie gege tote Tauben), vor allem aber richtete sich die Bewegung damals nicht einen private Hausbesitzer, sondern gegen städtische Wohnungsbaugesellschaften (und Vogel/Braun-WohnbauDesign, die einen Vertrag mit den Senat hatten), die ihrerseits Hausbesitzer enteignet haben, um durch Kreuzberg Stadtautobahnen bauen zu können, mal etwas vereinfacht auf den Punkt gebracht. Es war eine politische Aktion, die damit endete, das die Realos irgendwann mal Miete an die GeSoBau zahlten.
Wenn es die Manhatten Moments als eBook gibt, wird das mein nächstes Buch. ich gehe einfach mal davon aus, daß es genauso klasse geschrieben ist, wie der Beitrag hier
Und wenn ich wieder mal in New York bin, komme ich gerne auf einen Latte Americano vorbei.
Michael
den besten Mac Reparaturservice in Berlin bietet Card Services in der Ritterstraße: http://www.card-services.de/ leider nur Montags bis Freitags. Oft sagen die schon beim Anruf, wie lange die Reparatur dauer und ob sich ggf. Warten lohnt.
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Danke! Ich versuche eigentlich immer alles, in New York erledigen zu lassen, außerdem habe ich ein komplettes backup über Time Machine und die Original CDs. Ich habe mir, offen gestanden, schon selber überlegt, so einen Laden aufzumachen. Wie schwer kann es sein, eine kaputte harddrive auszuwechseln?
Klingt schon irgendwie streitsüchtig!
Was ich aber nicht nachvollziehen kann: Warum geht das ganze denn nun nicht gegen die Zeitung, die den Artikel weitergab?
Abmahnkosten findet nur derjenige nicht zu hoch, der sie bekommt, das ist ja allgemein bekannt. Ist nicht schon die Werbung für das oben genannte Buch als Ausgleich genug? (Ist bestimmt ganz toll und spannend… Wahrscheinlich kenne ich nur NYC zu gut um am Buch gefallen zu finden)
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Aber Hallo! Natürlich knöpfe ich mir die Zeitung noch vor!
Sehr geehrte Frau Schweitzer,
Da bisher noch kein Kommentar hier auch durchgedrungen ist, nehme ich an, dass sie auch meines nicht veröffentlichen werden. Vielleicht nehmen Sie sich ja doch doch ein bisschen Zeit um es zu lesen bevor sie es löschen.
Ihre Beitrag als “Reaktion” ist leider eine langatmige, arrogante, grausam zu lesende Beleidigung von zwei Ihnen nicht bekannten Personen, die Sie gleichzeitig als Werbung für Ihr Buch nutzen und sonst leider gar nichts.
Es ist ja schön das sie immer wieder betonen wie ruhig, ruhig sie doch waren in Ihrer Antwort. Vielleicht ist es für Sie als New York-Pendlerin nicht nachvollziebar, aber möglicherweise können Sie sich schon zumindest ein bisschen vorstellen, dass man bei einer Aufforderung über 2000 EUR zu zahlen nicht komplett gelassen reagiert. Da schicken Sie jemandem der keinen Groschen mit der Verlinkung eines Artikels von Ihnen verdient hat eine satte Rechnung und der regt sich auch noch darüber auf!
Wenn Sie keine Ahnung haben von wem sie da schreiben, wie Sie ja selbst zugeben, dann lassen Sie es doch einfach sein. Das würde uns als Lesern ihre selbstgefälligen, herablassenden Tonfall ersparen und Ihnen selbst die Verachtung von vielen treuen Lesern der beiden genannten Blogs über deren geschätzte Autoren sie sprechen als wären sie ungezogene Kinder, die ja noch nicht wissen können wie die große, weite Welt wirklich funktioniert.
Ich selbst bin ein großer New York Fan und hätte ihren Blog gerne als Vorbereitung für meine nächste anstehende Reise im Dezember gelesen, kann dies aber nun nicht mehr tun, da ich in jedem Beitrag nur diesen furchtbar herablassenden Tonfall raushören würde.
Traurig und ein Armutszeugnis ist es leider auch, dass sie selbst, wie scheinbar die große Mehrheit der deutschen Medienwelt, nicht verstehen können was für Sie persönlich gut daran sein könnte wenn ihre Arbeit einem neuen Leserkreis KOSTENLOS präsentiert wird. Es kreeiert nämlich Interesse. Das könnte Ihnen möglicherweise wiederrum den ein oder anderen so grausam pauschal bezahlten Job verschaffen. Oder vielleicht kaufen ja noch ein paar mehr Leute Ihr so schamlos beworbenes Buch.
Ich selbst habe den beklagten Beitrag nicht gelesen und Sie und Ihren Blog daher bis dato nicht gekannt. Für Ihre LeserInnen scheinen Sie sich aber sowieso nicht sonderlich zu interessieren, denn das Sie bestimmt einige durch solche Verlinkungen dazu gewinnen, zählt nicht. Es geht nur um die grausam pauschale Bezahlung für Ihre Worte.
Von den extrem billigen und wirklich ekelhaften Generalisierungen über die Deutschen und Amerikaner mal abgesehen, hätten Sie diesen Beitrag auch in einem Satz zusammen fassen können: “Ich finde euch lächerlich und Ihr seit mir alle scheißegal ich will nur mein Geld!” Das wäre ehrlicher und wenigstens kürzer gewesen.
Falls es Sie interessiert was besser gewesen wäre um nicht eine potentielle neue Leserschaft sofort zu vergraulen: Vielleicht hätten Sie einfach schreiben sollen, dass es Ihre Absicht war jemanden zahlen zu lassen, der durch Ihre Worte kein Geld verdient hat und sich entschuldigt. Tja, zu spät.
Da ich, wie eingangs erwähnt, nicht denke, dass Sie dieses Kommentar veröffentlichen werden (wer zwingt sie denn dazu, nicht wahr?), werde ich es andern Orts abspeichern und möglicherweise als Kommentar bei denen von Ihen so verachteten “Johnny” und “Phillip” abgeben damit es nicht ganz verloren geht.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr niemals Ihr Leser werdender
Ben
Verzeihung es soll natürlich heißen: …, dass es NICHT Ihre Absicht war jemanden zahlen zu lassen, der durch Ihre Worte kein Geld verdient hat und sich entschuldigt….
Hallo Frau Schweitzer
nachdem wir ja jetzt einiges über Ihre Vorurteile erfahren haben (Was ist ein Latte Americano?) möcht ich dann doch über Juergen oder Philipp die Lanze berechnen
Sie packen die große Keule aus und berechnen für ein paar zittierte Sätze tausende Euro, ohne vorher eine Anfrage zu stellen. Sie erwarten aber von anderen, das sie das tun. Das ist so nicht in Ordnung, weder in Deutschland noch in Amerika.
Zitieren ist nicht kanibalisieren. Mit Ihrer Logik müßten Sie auch meinen Sohn abmahnen, der ein paar Sätze aus Ihrem Artikel für einen Schulaufsatz benutzt hat. (zum Beispiel). Ich denke, der Link soll Philipps Argumente stützen.
PS1: In keiner anderen Nationalität kann man sich 5 Tage lang beim Hotelfrühstück mit den gleichen Leuten über die gleichen Themen unterhalten und die gleichen Fragen beantworten.
PS2: Ich kann leider nur Linux und mit Katzen hab ichs nicht so. Und es ist leider auch nur Stuttgart. Aber das kann ich dann ganz gut.
PS3: Ein Spreeblick ist kool, auch am Neckar.
Ahoi.
Martin Edelmann
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Ein Latte Americano ist ein Espresso mit heißen Wasser aufgefüllt, und Milch.
Sehr geehrte Frau Schweitzer,
ein sehr Lesenswerter Beitrag mit viel Kritik, etwas Werbung und wenig Informationsgehalt.
Wie auch immer, der eigentliche Punkt weswegen ich Ihnen hier schreibe ist folgender. Sie schreiben das Ihnen dieses Geistige Eigentum gehört und Sie gerne dafür Geld sehen wollen. Soweit stimme ich Ihnen zu! Aber einen Blogger abzumahnen der Ihren Beitrag a) zitiert und b) sogar richtig zur Quelle verlinkt ist in m.E. ein Unding!
Sehen Sie doch die Neuen Medien, vor allem Blogs als Eigenwerbung! Somit steigt Ihre Bekanntheit wodurch Sie höhere Honorare verlangen können
.. und das Geld für den Anwalt bzw. das Unternehmen können Sie sich auch einsparen, da Sie ja selbst sehen das es nicht richtig funktioniert.
Darf ich Sie fragen was Ihr Beweggrund war sich in der Hausbesetzerszene zu engagieren?
Viele Grüße
Ein sehr amüsanter Beitrag, der irgendwie nach “mehr will…” schreit XD
Ich hab die Diskussion erst seit gestern gelesen. Einerseits finde ich es schade, dass Artikel kopiert werden ohne Erlaubnis, aber schließt das auch wirklich Zitierungen ein?
Ich selbst bin Blogger und würde jetzt z.B. mit dem Zitat: “Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können.” auf diesen Beitrag hinweisen.
Natürlich lass ich das, weil ich keine Lust auf langjährige juristische Nachspiele habe, aber ich finde es schon sehr seltsam, dass man jetzt bluten soll für Zitate.
Das wäre glaub ich auch mit dem deutschen Recht sehr schwierig umzusetzen, wobei es da schon Urteile gab, die eine gewisse Zitiermöglichkeit geben, solange Quellen angegeben werden.
Ich verstehe ihr Dilemma, aber ich rate auch andererseits zur Vorsicht. Die Blogosphäre kann sehr schnell zu einem Imageschaden führen, der irreparabel ist. Das wäre dann nicht mal mehr mit Tausenden von Euros aufzuwiegen.
Falls sie sich mal in Hamburg aufhalten, es gibt hier einen guten Reparatur-Service für Apple-Waren.
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Danke - das war ein Scherz. Ich wohne fünf U-Bahn-Stationen von vier Genius Bars entfernt.
der punkt ist tatsächlich das zitierrecht. philip hat nicht ihren artikel geklaut, sondern einen kleinen auszug klar als zitat gekennzeichnet und auf die originalquelle verwiesen. wenn das nicht mehr möglich sein soll, haben sie ganz klar das wesen der blogkultur nicht verstanden. ob sie durch klicks bezahlt werden oder nicht, hat damit gar nix tzu tun - und ist ihr persönliches problem, kein rechtliches.
dass philip sich damit auch an spreeblick gewandt hat, hat sicher damit zu tun, dass es in der vergangenheit vielen bloggern nur geholfen hat, wenn sie umgehend öffentlichkeit geschafft haben, bei in der regel unsinnigen und oft nur durch rechtsanwaltlichen broterwerb begründbaren abmahungen. die meisten blogger sind nunmal keine profis auf dem gelände des rechts oder der journalie.
den apple-reparaturservice gibt es übrigens, card services, ritterstraße in kreuzberg - schonmal was von internetsuchmaschinen gehört?
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Und der ist kostenlos?
Hmm, wenn man diesen Text liest und dann den des “gewissen Johnny” (der seinen vollen Namen keineswegs geheimhält) und dann noch den ursprünglichen Post von Philipp, der Anlaß für die ganze Sache war, wird man doch etwas nachdenklich. Mal abgesehen vom Tonfall, der bei Johnny weitgehend sachlich und gelassen ist, hier jedoch in der Tat ziemlich biestig - was hat Philipp denn eigentlich gemacht? Ein ziemlich langes Zitat. Das aber als solches gekennzeichnet ist. Und zum Original auf Zeit Online verlinkt ist. Das mag vom Zitatrecht nicht mehr gedeckt sein, das mag justitiabel sein, aber “kannibalisieren” oder “verwursten” sieht für mein Gefühl anders aus. Ich als Leser hätte mir gedacht: Aha, das ist interessant, da surfe ich mal hin und lese den ganzen Artikel. Dann wäre ich bei Zeit Online gelandet, hätte gesehen: Eva Schweitzer, schön, kann man öfter mal lesen. Oh, sie schreibt auch Bücher. Und so weiter. Sämtliche Sachen, die ich im Internet lese, habe ich auf diese Weise entdeckt - durch Links und kürzere oder längere Zitate. Der obenstehende Text erscheint mir wie ein Versuch, die eigene Position, von der man selber weiß, daß sie moralisch eigentlich die etwas schwächere ist, durch besondere Schärfe und einen unsachlich bissigen Tonfall zu verteidigen. Und was das alles übrigens mit Frauen und Männern zu tun haben soll, ist mir ziemlich schleierhaft. Keiner der beteiligten Männer hat sich doch irgendwie besonders machomäßig aufgeführt. Es geht um Zitieren vs. Plagiieren vs. Abmahnen, und all das können Frauen ebenso wie Männer, soweit ich weiß.
Nach dem Lesen Ihrer Antwort und der Kommentare im Spreeblick u.a. frage ich mich nun nicht mehr, wer sich im Netz um heischende Aufmerksamkeit bemüht. Danke für die Aufklärung und Chapeau zu diesen Kommentar.
Tut mir leid, ich kann ihre Position nicht vollständig nachvollziehen. Bloggern vorwerfen, sie würden Artikel kanibalisieren, wenn sie aus dem Artikel zitieren, ohne damit irgendetwas zu verdienen und auch noch auf den vollständigen Artikel hinweisen geht aus meiner Sicht zuweit. Stellen wir mal einen Vergleich an: Sie sind Journalistin und schreiben über New York. Da haben sie doch bestimmt einmal ein Zitat einer bekannten Persönlichkeit über die Stadt oder irgendetwas dort übernommen. Das könnte man auch als Kanibalismus ansehen, schließlich wurde auch hier das Produkt der Kreativität einer anderen Person übernommen ohne sie zu fragen, ob man dies dürfe und sie machen damit auch noch Geld.
Natürlich ist es nicht so toll, wenn sie nur eine Pauschale pro Artikel bekommen und nicht an Werbeeinnahmen etc. beteiligt werden und noch schlechter ist es, wenn kommerzielle Medien ihre Artikel stehlen. Und natürlich wäre es freundlich gewesen vorher zu fragen (wobei die Frage ist, ob sie nicht zu viele Mails bekommen würden, wenn jeder nachfragt, ob er zitieren darf, wenn es auch nur ein kleiner Halbsatz ist und ob in den USA wirklich jeder nachfragt…). Aber rechtlich gesehen ist hier Philipp im Recht.
Im übrigen: In der IT-Welt ist nicht alles gratis und ich denke auch Philipp weiß das. Aber im Journalismus gibt es auch Dinge wie eben das Zitatrecht
Interessant zu sehen, dass nicht nur manch emiritierter Wissenschaftler in einem Elfenbeinturm der Höhe des Empire State Buildings sitzt. Weitere Worte verbietet mir der Anstand und die Angst, von Ihnen als “dieser Max” im nächsten Blogeintrag herangezogen zu werden.
Das Problem ist, daß unterschätzt wird, wie es sich anfühlt, ein Anwaltsschreiben mit einer vierstelligen Rechnung zu bekommen. Das führt zu sehr emotionalen Reaktionen. Sich im Nachhinein darüber zu wundern ist somit entweder Koketterie oder eine Realitätsverschiebung.
Das zweite Problem ist die nicht weit hergeholte Annahme, daß wenn die Dinge ja schon beim Anwalt gelandet sind, es im Normalfall für eine gütliche Einigung zu spät ist. Denn wenn man eine solche wollte, würde man ja keine Post vom Anwalt bekommen. Die gefühlt viel zu hohe Eskalationsstufe ist somit von vorneherein durch den Anwalt vorgegeben, nicht durch den Abgemahnten. Der ist es nämlich, der sich wundert, warum man ihm das nicht erstmal einfach so sagen kann.
Insoweit kann ich zwar vieles nachvollziehen, allerdings nicht die hier aufgestellte Sichtweise, jemand den ich mit ner Irrsinnsrechnung anwaltlich abmahne wird sich schon privat und persönlich bei mir melden um höflich zu fragen, was denn eigentlich los sei. Daß stattdessen eine gefühlte Mehrheit ihre emotional gefärbten Meinungsäußerungen tätigen kann ich dagegen gut nachvollziehen, wegen der beiden oben genannten Gründe plus dem, daß Menschen, die einem nicht in derselben Augenhöhe begegnen auch eher nicht auf Sympathien hoffen brauchen.
Sich hinterher vorgeblich verwundert zu beschweren ist dann wiederum entweder Koketterie oder Realitätsverschiebung.
Warum glauben, sie, dass das Zitatrecht hier nicht greift? Im deutschen Recht (auf mich übrigens nicht anwendbar) muss der Zitierte/Urheber diesen “relativ keinen Eingriff in seine Verwertungsrechte hinnehmen. Etwa 25% des Textes wurden zitiert.
Theoretisch wäre im speziellen Fällen sogar ein Vollzitat denkbar - wenn jemand z.B. den Artikel “zerlegt” und ihn kommentiert (in diesem Fall aber nicht anwendbar).
Dafür, dass sie keinen Cent für weitere Clicks auf den Artikel erhalten, ist nicht der Fehler des zitierenden - sondern zeigt lediglich ein defizit in der Verwertung Ihrer Werke.
Eva C. Schweitzer ist echt geknechtet: da bemüht sie doch lediglich eine Organisation, die aus den Tiefen des Internets kaum noch auffindbare Erwähnungen ihrer Artikel hervorpopelt (falls die die Qualität ihrer oben stehenden Rechtfertigung haben, sollte sie sich eigentlich gebauchpinselt fühlen) und schon versucht Mann sie als Frau einzuschüchtern und kommt ihr mit typisch deutschen Verhaltensweisen - aber: nicht mit ihr!
Sie versucht doch nur, die Kontrolle über ihre Zeilen behalten, denn Nazis gieren nur so danach, sie für ihre finsteren Machenschaften zu instrumentalisieren! Und das New Yorker Appartement muss schließlich auch bezahlt werden, denn wie soll sie sonst die Welt weiterhin mit ihren USA-Geschichten beglücken?
Liebe taz, zahl’ der Eva doch bitte soviel, dass sie nicht mehr gezwungen ist, moderne Wegelagerer für die Verfolgung dieser hehren Ziele zu engagieren.
Liebe Frau Schweitzer,
Das war leider ein klassisches Web 2.0 Eigentor.
So wie Sie ihren Artikel verfasst haben, kennen sie sich doch bestens mit dem Thema Bloggen aus, schließlich sind Sie ja Deutsche! Alleine deswegen sollten Sie doch abschätzen können, welche Reaktionen ein so von oben herab verfasster Beitrag doch auf die Bloggosphäre haben wird.
Ich bin wirklich gespannt, wie diese aussehen werden, sicher wird dieser Beitrag nicht inkommentiert bleiben.
Klar, schlechte Werbung ist auch Werbung, nur in Zukunft der Name Eva Schweitzer mit der zickigen Autorin aus NYC in Verbindung gebracht wird, trägt wohl nciht gerade zu einer positiven Reputation bei.
Freue mich auf den weiteren Verlauf.
Grüße
Chris
Danke für diese nette Stellungnahme!
Da ja in der Vergangenheit immer wieder Unternehmen aus seltsamen Beweggründen Blogger abmahnten, sind diese (ich zähle mich da mit) wohl ziemlich sensibilisiert, was dieses Thema angeht.
Hat ein Blogger ein Problem, das eben in diese Sparte fällt, sind andere natürlich solidarisch und berichten darüber.
Zum Thema Recherche: Bezahlte Journalisten sollten das tun, ja. Aber Blogs sind keine Zeitungen und spiegeln meistens die Meinung des Bloggers wider. Und wie der zu Abmahnungen insgesamt steht, bestimmt er ja nunmal selber.
Nochmal zum Thema Recherche:
Journalisten sollten das tun, ja (sagte ich das schon?). Sie regen sich über die Kommunikationslosigkeit der Blogger auf. Wie kam es dazu, dass diese Welle des Protests durchs Netz schwappte? Ganz einfach:
In Ihrem Namen wurde abgemahnt. Wie Sie jetzt sagen, waren sie in der Schleppnetzfahndung hängen geblieben.
Und Sie sagen, Ihr Ziel seien die kommerziellen Unternehmen gewesen, die Ihre Texte unberechtigt verwendeten.
Wäre es da nicht Zeit, die deutsche Rede- und Recherchefaulheit aufzubrechen und vor dem Versenden einer Abmahnung einfach mal nachzusehen, an wen diese geht und ob der Empfänger in das gesuchte Muster passt? Hätten Sie dem Blogger vorher eine Mail geschrieben und ihn aufgefordert, das Zitat zu entfernen, wäre so etwas nie passiert.
Natürlich, der Blogger hat den ersten Schritt gemacht und das Zitat eingebaut, ohne Sie zu fragen. Aber man muss nicht selbst genau so handeln, oder?
Ich wünsche viel Erfolg bei der Schadensbegrenzung!
Mit freundlichen Grüßen
wemaflo
Von “Kanibalisierung” sehe ich nichts in dem erwähnten Blogeintrag.
Ist eher sowas wie ein Appetizer auf den gesamten Artikel.
Das Zietierrecht greift nicht?
Eine erhöhte Zugriffszahl auf solche Artikel hat keine Auswirkungen, weil pauschal bezahlt wurde?
Könnte ja sein, dass solch ein Online-Magazin irgendwann pauschal nicht mehr zahlt, wenn die Klickrate nicht stimmt.
Was dann?
Bloggerschelte wegen unterlassener Verlinkungsleistung.
Zu einer möglichen Rekallibrierung der Argumentationslogikmodule empfehle ich die Lektüre der Creative Commons Lizenzen.
Nichts für ungut,
K
auch in diesem teil des “empire” wird zusrückgestriked. sorry für mein denglish.
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-42/
Menschen, die nicht wissen worüber sie reden und Äpfel (Zitatrecht) mit Birnen (Plagiat/Diebstahl) vergleichen, erhalten mein Mitleid, und bei Zusenden der Privatadresse gerne auch ein deutsches Gesetzbuch.
Aber dass nun gerade die taz diesen Menschen ein Forum in Form eines Blogs bietet ist schon bedauerlich und mindert die Qualität des Blattes.
Für die Zukunft sind Links auch sehr willkommen. Dies helfen sehr dabei, in den Raum geworfene Behauptungen (zB zu Drohungen) zu untermauern, so dass selbige nicht mehr womöglich fälscherlicherweise von Lesern als Hirngespinste empfunden werden.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen noch viel Erfolg und Spass mit diesem Internet und seinen Möglichkeiten!
Wie ich bereits in den Kommentaren von Spreeblick geschrieben habe, sehe ich Sie rechtlich schon auf der sicheren Seite.
Über die Höhe der Kosten und die Art des Vorgehens kann man sicher anderer Ansicht sein.
Fakt ist aber, dass Blogegr auch mal lernen müssen, wie sich das Zitatrecht ausgestaltet und das man eben nicht einen Beitrag mit 5~10% eigenem Beitrag und dem Rest “Zitat” veröffentlichen kann, ohne Rechte des Zitierten zu verletzen.
Leider ist es in der Szene ja immer noch so, dass bei Abmahnungen sofort ein großer Aufschrei kommt - in vielen Fällen ohne genauere Betrachtung des individuellen Vorfalls.
Dran hängt dann ein Rattenschwanz von Jubelpersern der sich in den Kommentaren am böse, bösen Abmahner aufgeilt. Dem vermeintlichen Opfer in Form des Abgemahnten wird übrigens so gut wie nie mit Taten beigestanden.
Ich mag Sie und Ihre Artikel nicht - noch weniger mag ich aber diesen Abmahn-Betroffenheits-Mob der sich durchs Netz schlängelt…
Eine sehr komische Einstellung zum Zitatrecht haben Sie. Sehr seltsam und wenig cool.
Liebe Frau Schweitzer,
Sie beklagen, dass besagter Philipp sich nicht zuerst an Sie sondern an Spreeblick gewendet hat, um die Geschichte publik zu machen. Sie wiederum haben sich aber auch nicht zuerst an Philipp gewandt, sondern ihm gleich mal eine Schadenersatzklage von Ihrem Anwalt zukommen lassen. Finden Sie nicht, dass Sie erstmal vor Ihrer eigenen Manhatten-Loft-Haustür kehren sollten, bevor Sie sich über die unzureichende Kommunikation eines angesichts der Summe wahrscheinlich zutiefst erschrockenen Berliner Habenichts zu mokieren?
Hochachtungsvoll
Ulrike Thiele
Ich beklage das nicht, war nur so ein guter Ratschlag. Vor allem habe ich angeregt, dass man vorher fragt, bevor man den Artikel überhaupt verwurstet.
Mh.
Mh.
Was soll man nach dieser Richtigstellung seitens der Autorin über diese kopierenden Blooger und das egozentrierte Weltbild der Blogosphäre sagen?
Vielleicht nur eins:
mir ist beim besten Willen nicht klar, warum die Autorin davon ausgeht, daß irgendjemand “weitere Antworten über [ihr] Privatleben” entnehmen möchte. Woraus auch immer. Ob aus dem Buch oder dem Internet oder sonstwoher. Vielleicht ist das ja gerade das Problem: die Dinge, über die sie schreibt sind 100% der Leute da draussen restlos egal, so daß sich ihre Bücher so schlecht verkaufen, daß sie einzelnen Bloggern oder sonstwem (anwaltlich) hinterher droht. Weil sie keinen einzigen Streuverlust ertragen kann.
Daher ein Tip für die Zukunft: Wohnung in New York kündigen, ein relevantes Thema (also nicht das eigene Leben) suchen und etwas schreiben, mit dem man Erfolg hat. Es soll Literaten geben, die das geschaftt haben. Die wenigsten von denen schreiben übrigens unzusammenhängende Anwürfe ala “kann Java Script von Latte unterscheiden”.
Eine finanzielle Erfolgsgarantie für Frauen ohne IT-Kenntnisse, die sich in experimenteller Selbstverwirklichung versuchen, ist jedenfalls im Urheberrecht (bisher) nicht vorgesehen. Da müßte man schon eigene Leistung erbringen (also eben nicht nur über die eigene ach so wichtige Existenz in New York schreiben).
Sehr geehrte Frau Schweitzer,
leider sind sie mir bisher noch nie aufgefallen, weder positiv noch negativ. Ich hatte also vor diesem Vorfall mit “Philipp” keine Moeglichkeit, mir eine Meinung von Ihnen zu bilden.
Auch wenn sie sicherlich in der Sache recht haben, ihre Rechte im Internet zu schuetzen, ist die Reaktion auf den Beitrag im Blog nomnomnom unangemessen. Das Zitat ist sicherlich zu lang geraten, aber haben sie sich mal die Muehe gemacht nachzugucken, wie viele Kommentare unter diesem Artikel waren, bevor Sie dieses Fass aufgemacht haben? Keiner, ein Zeichen dafuer, dass es keinen interessiert(e). Die Gegenargumentation - nur weil es keinen interessiere duerfe man trotzdem die Rechte anderer nicht verletzen - ist hier hier schwierig. Gerade mit Ihrem Hintergrund aus der Hausbesetzerszene (”Eigentum ist Diebstahl”) waere angesichts der ethisch problematischen Abmahnpraxis wesentlich mehr Fingerspitzengefuehl gefragt gewesen. Ein gutes Bewusstsein fuer Recht und Unrecht sollte jedem serioesen Journalisten zu Eigen sein. Hier muss man Geldmacherei vermuten.
Die Bloggosphaere ueber einen Kamm zu scheren und pauschal “Horde wutschnaubender Moechtegernpiraten” zu bezeichnen, empfinde ich als arrogant und beleidigend. Aber das scheint ja ein rhetorisches Mittel bei Ihnen zu sein.
Mit freundlichem Gruss,
David Oehmen
P.s. Auch Blogger haben Nachnamen
Sehr schon pariert! Unterhaltsam!
Ich glaube mit der Art zu schreiben wie in diesem Artikel machen Sie sich auch bei neuen Lesern keine Freunde. Das klingt doch alles in allem wie “ich hole mal eben Geld aus Leuten raus die keine Ahnung haben”.
Das Schlimmste sehe ich in diesem Fall jedoch darin, dass Sie jemanden abmahnen liessen, der Sie auch noch empfohlen hatte. Ich glaube, es gibt keine einfachere und schnellere Art, jemanden völlig das Weltbild zu verrücken.
Dass Sie sicherlich ihr geistiges Eigentum nicht auf naziseiten oder sonstigem sehen wollen, ist mehr als verständlich. Jedoch sollten Sie bei der Beauftragung Ihrer Anwälte mal nachprüfen was und wen und weswegen Sie da tatsächlich abmahnen. Die Sorgfalt fehlte in Ihrem Vorgehen und so darf es Sie nun tatsächlich nicht wundern, dass eine Welle der Empörung durchs Netz geht.
Schauen Sie sich nur den aktuellen Fall betreffs Jack Wolfskin an. Im Endeffekt ist es nicht viel anders.
Sehe ich genauso. Warum heuern Sie nicht in der Presseabteilung von jack Wolfskin an? Sie passen dort sicher gut hin. Und ich möchte man zukünftig weder in der TAZ noch sonstwo etwas von Ihnen lesen. Hallo TAZ! Aufgewacht!
Ihre Angst, Zitate könnten aus dem Zusammenhang gerissen z.B. auf Neonazi-Seiten verwendet werden müsste trotz eines strengen “Verwendungsüberwachungsregimes” weiter bestehen. Zitate sind auf jeden Fall erlaubt, wenn Urheber und Quelle genannt sind.
—–
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es schaffe, dagegen rechtlich vorzugehen.
Dann will ich mal spekulieren. Die Organisation, die geklaute Artikel aufspüren soll, hat nix gescheites gefunden und kam deswegen mit sowas rüber - einem, allerdings, das gebe ich zu, langen Zitat, nahezu ohne, auch das finde ich spricht gegen den Zitierer, eigenen Text.
Aber vor diesem Trara hier waren 0 Kommentare auf dessen Seite, die offenbar ein Mauerblümchendasein fristet, und sonderlich kommerziell wirkt das auch nicht auf mich.
Aber die Kosten für die Organisation müssen ja irgendwie wieder reinkommen, also versucht man diesen Blogger auszunehmen.
P.S.: Es heißt übrigens ‘Javascript’, nicht ‘Java Script’.
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Ah! Das heißt, Sie können das also unterscheiden (eigentlich wollte ich schreiben Java Quellcode, ich war mir aber nicht sicher, ob es das wirklich gibt, oder ob ich das bloß erfunden habe)!
Ich lege mir mal ihre email-Adresse zurück, falls mein System mal abschmiert, nicht sehr wahrscheinlich, keine Sorge, nur so auf alle Fälle.
?
Warum wurde mein (sachlicher) Kommentar nicht freigeschaltet?
Kritik nur in kleiner Dosierung erwünscht? Ein schwaches Bild der Taz.
Ich habe immer noch nicht herausgefunden, ob Leser ihre Autoren (Print oder Monitor) formen oder die Schreiber ihre Leser backen. Ich glaube, dass dies letztlich den Unterschied zwischen Papier- und Monitorautoren beschreibt. Aber das wird sicher nicht jeder der Anwesenden Kommentatoren direkt in feinsten Senf umwandeln können.
Deswegen extra für diese Menschen folgenden Satz zum Besprenkeln:
Die Volksseele ist ein treues Tier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Gut gebrüllt Löwe. Frau Schweitzer, Ihre Stellungnahme ist sehr amüsant zu lesen. Und weder arrogant, noch von oben herab. An alle Nicht-Journalisten: “Verwursten” ist ein ganz normaler Journalistenjargon und meint, daß eine Textvorlage für einen eigenen Artikel verarbeitet wird. Verwursten kann man zum Beispiel auch Waschzettel.
Fehler wurden auf beiden Seiten gemacht. Und beide Seiten haben recht. Man hätte vorher mal fragen können, ob man den Artikel in solcher Länge zitieren darf. Der Blogger hätte sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen. Auf der anderen Seite haben die professionellen geistiges-Eigentum-Schützer mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ein bisschen Recherche, wer hinter dem Blog steckt und eine E-mail, mit dem Hinweis doch das nächste mal bitte nachzufragen, ob man zitieren darf, hätten es sicher auch getan.
So ganz nebenbei: Javascript ist nicht Java, weshalb - je nachdem was sie denn wirklich meinen - höchstens eines von beiden richtig ist
Mfg,
Martin
Wenn ich das so lese, komme ich nur zu einem Schluss: Ihr Journalisten von den Holzmedien werdet das Web nie kapieren.
Von Ihrer Wohnung in New York aus ( wo ist das eigentlich und ist es sehr kalt dort?) können Sie vielleicht Leuten auf den Kopf schauen, in dem sich diese Leute neue Gründe für, an den Haaren, die auf diesen Köpfen drauf sind, herbeigezogene Schadenersatzforderungen zusammenbasteln. Aber hier, in Deutschland, wo man drei Stunden mit dem Bier in der Hand auf einer Party rumsteht, ( und jetzt teile ich ein Geheimnis) macht man sich nicht nur ein wenig reicher, sondern auch sehr viel unbeliebter, wenn man zum prinzipiellen Abmahnen neigt.
Da ich Sie nicht persönlich kenne, ist das selbstredend in keiner Weise ‘offending’ gemeint. Vielmehr möchte ich an Ihnen exemplarisch (und mit 50% Wahrscheinlichkeit völlig zu Unrecht) meinem Unmut über das Scheuklappendenken des juristisch beratenen Publizisten Luft machen, der sich seiner, uns allen innewohnenden Irrelevanz oft zu wenig bewusst ist.
Ich publiziere selbst und unterhalte einen Blog und obwohl ich aus Deutschland stamme, frage ich, bevor ich zitiere, die Quelle um Erlaubnis. Werde ich zitiert, so erwärmt das mein, nach Bestätigung lechzendes Herz und zwar auch dann, wenn ich es nie erfahre.
Da in Deutschland die Wohnungen wahrscheinlich etwas billiger sind, bin ich auf ein ‘Zusatzeinkommen’ nicht angewiesen.
Die vielen Nebensätze sind, da wo ich grade bin und ich bin hier nicht oft, so üblich und für Sie eventuell eine kleine Herausforderung aber hoffentlich kein Hindernis am Inhaltsgenuss.
Mit freundlichen Grüßen,
GM
Ja so isses halt. Die Klein und Gross Blogger, die selbsternannte Avangarde des Internetz mokiert sich mal wieder. Leute die bis auf gaaaanz wenige Ausnahmen den Fuss nicht vor die Tür um zu recherchieren, Leute die lieber surfen bis der Arzt kommt, um an ihre “Inhalte” zu kommen.
Und dann ist einer so blöd die rechtlichen Grenzen des Ganzen nicht zu erkennen, vielleicht auch bewusst oder fahrlässig ignoriert. Er bekommt seine verdiente Ohrfeige. Genauso wie er sie bekommen würde, wenn ein wildfremder Mensch sich mein Auto mit der Begründung “leiht” - ich würde im Moment ja eh nicht fahren, oder er wolle nur mal sehen wie sich ein Porsche fährt, denn schließlich hätte er die Strasse durch seine Steuern mitbezahlt … .
Aber dann unterscheidet sich das Web in einem Punkt vom RL.
Die Blogger produzieren plötzlich eigene Inhalte in Form eines Feuersturms an Kommentaren. Und jeder versucht sich an Meinung und besonders schöner Ausdrucksweise zu ergötzen.
Und wehe es versucht jemand auch nur etwas zurück zu stänkern.
Arm und irrelevant ist sowas schon.
Beste Grüsse,
Christian
YES SHE CAN!
Ich finde Ihren arrogant-deeskalierenden Artikel sehr lustig, mehr noch Ihren sarkastischen Spott in den Kommentaren. Dafür hat sich Ihre Schleppnetzfahndung aus meiner Sicht schon gelohnt. Ich glaube, nach Lily Brett könnte ich mir mal wieder ein N.Y.-Buch zulegen…
(Wenn ich das so lese, komme ich zu einem Schluss: Ihr Blogonauten werdet Humor von Journalisten von den Holzmedien nie verstehen.)
Ich fasse zusammen:
Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, die allerdings vorher die Bude vollgekackt haben. Meiner Meinung nach haben hier alle beteiligten ein wenig… äääh… Mist gebaut. Die Welt ist doof.
Eva Schweitzer ist völlg im Recht, schließlich lebt sie von ihrem Geschriebenen und die “digitale Boheme” entpuppt sich einmal mehr als ein Rudel wildkläffender Köter.
Außerdem gibt es wahrlich wichtigere Themen auf diesem Planeten über die man bloggen sollte.
Renago, woher hast du die Weisheit, bei den hier schreibenden Internetusern handele es sich um die digitale Bohème? Zu viel Klebstoff geschnüffelt?
Also sie hat was gegen Männer und gegen Deutsche und schämt sich nicht gegen beides zu polemisieren. Sie hat was gegen Blogger und auch gegen Männer die in Pyjamas vor dem Rechner sitzen.
Man stelle sich vor, es wäre ein Autor und er hätte was gegen Frauen und gegen Türken? Und er würde normale Journalisten hassen und Frauen die zu kurze Röcke tragen.
Das eine ist ein Nazis, das andere eine akzeptierte Journalistin die medial Amok läuft und hochnäsig auf die Männerwelt herabschaut, weil sie in New York eine Wohnung besitzt. Den ersteren hätte man im hohen Bogen rausgeworfen, der anderen gibt man eine Plattform, wo sie ihre dümmlichen Kommentare abliefern kann.
In welcher Welt leben wir eigentlich?
Sind sie wirklich besser, weil sie eine Frau sind und in New York eine Wohnung besitzen?
Liebe Frau Schweitzer,
Als Blogger muss ich hier auch mal meinen Senf dazugeben. Generell haben Sie in meinen Augen recht. Das “Zitat”, um den sich der Rechtsstreit dreht, steht kommentarlos im Raum und ist im Vergleich zum Gesamtwerk überdimensioniert. Insofern wird da ihr Werk plagiarisiert. Ihre beschwichtigende Reaktion spricht auch für Sie.
Was ich allerdings nicht verstehe, sind Ihre Einlassungen zu Zitier-, Kritik- und Sozialisationsfähigkeit. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber selbst in meiner relativ kurzen Blog-Karriere kamen schon ein paar Anfragen rein, ob sie meinen Erguss großflächig zitieren / übernehmen dürfen. Da der Autor auch noch im Sinne einer Werbung für ihren Artikel schrieb und kommerziell keinen Nutzen daraus zieht, dachte er wohl, das ginge schon in Ordnung. Zwar schützt Unwissen vor Strafe nicht, aber gerecht wäre es wohl auch nicht, wenn er nun so viel Geld blechen muss. Es ist schade, dass es nun so gekommen ist und das liegt sicher auch an der fehlenden Kontaktfreudigkeit. Bitte sehen Sie allerdings auch, dass es viele Abmahnungen gibt, die weder in der Sache noch in der Höhe gerechtfertigt sind. Dass sich da bei Bloggern ein Beißreflex und eine Solidarisierung entwickelt, ist nur natürlich.
Ich hoffe, Ihr Anwalt hat da auch ein Einsehen. Ihre Absicht ist erreicht und er wird sicher auch gut was dabei verdient haben. Und ich hoffe auch, dass mal eine Kommunikation zustande kommt, die mehr ist als gegenseitige Spitzen auf der jeweils eigenen Website.
Sehr geehrte Frau Schweitzer,
durch Zufall bin ich auf diesen Ihren Beitrag gestoßen. Über die Sache an sich habe ich mich nicht näher informiert und werde sie nicht bewerten.
Aber wie ist bitte dies verstehen: “unser verehrter Blogwart Matthias Bröckers”?
Ihre Geschichtskenntnis zweifle ich nicht an. Um so mehr erstaunt es mich, mit Verlaub, daß Sie sich - noch dazu im offiziellen Weblog einer kritischen Tageszeitung - einer Begrifflichkeit des Dritten Reichs bedienen. Dies ist weder im humoristischen Kontext, noch als “ernsthafte” Bezeichnung auch nur im entferntesten angebracht!
Ich kann verstehen, daß Sie derzeit sicherlich angespannt sind, aber derlei Bezeichnungen sollten einem doch eigentlich nicht unterkommen.
Mit freundlichen Grüßen.
Oh man, der Fall an sich ist schon bitter genug, aber dann diese latente Deutschlandfeindlichkeit. Nicht falsch verstehen, ich bin linksliberal und keineswegs patriotisch angehaucht, aber das grenzt echt schon an Rassismus .. immer dieses “die Deutschen”.
Apple-Reparaturservice in Berlin:
Neben Fuxdata in Prenzl’ Berg und Card Services in Kreuzberg gibt es dann schließlich noch die beiden mStores in Charlottenburg (Bismarckstr. 5 bei M&M:Trading!) und in Spandau, Klosterstr. 3. und diese bieten als “Apple Premium Reseller” alle Leistungen an, die auch ein Apple Store anbieten würde.
http://www.mstore.de/
Ich finde die ganze Diskussion, die Fahndung nach Content-Klauern wie die Hinweise auf die unscharfen Grenzen zwischen herkömmlicher und neuer Mediennutzung, gut und berechtigt. Denn sie zeigt: Es ist nur die Spitze des Eisbergs; ein vergleichsweise kleiner Streit, stellvertretend für ein mittlerweile wirklich großes Problem. Und die obigen Kommentare deuten darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich neue, funktionierende Regeln der Rechteverwertung und -sicherung in den sog. Neuen Medien finden lassen. Allerdings würde ich mir von allen Seiten, und am meisten von den selbsternannten Robin Hoods der Blogsphäre, etwas mehr Sachlichkeit und auch Fähigkeit zur Selbstkritik in der Diskussion wünschen. Die vermisse ich überall dort, wo Urheberrechtsinhaber zurecht darauf hinweisen, dass sie von ihren Werken zu leben gedenken.
René
Ja so ein bis zwei von einem Blogger zitierte Sätze mit gesetztem Link verderben einem schon das im Schweiße der Gehirnzellen manchmal mehr manchmal weniger inhaltsträchtigem in die tastarur gehauenen geschreibsels die morgensemmel.
warum man nicht ein klares statement auf jedem blog - jeder webseite angibt - ohne genehmigung darf nichts verwendet, kopiert, zitiert etc werden - bzw alle texte dürfen unter einhaltung von Creative Commons 3.0 http://creativecommons.org/international/ verwendet werden sdas wird sich immer meiner kenntnis entschließen.
es kann nicht sein was nicht sein darf . . . . .
Doof, wenn man selbst nicht weiß, dass es keinen Latte Americano gibt, sondern nur einen Caffé Americano. (http://en.wikipedia.org/wiki/Caffè_Americano)
Ist doch nur Espresso mit heißem Wasser! Wo soll denn da die Latte, also die Milch sein?
—-
Ein Caffé Americano ist ein Espresso mit heißem Wasser. Ein Latte Americano ist ein Espresso mit heißen Wasser und Milch, daher heißt es Latte. Ein deutscher Besserwisser kann zu Wikipedia verlinken, aber nicht den Hintern hochlupfen und in ein New Yorker Café gehen.
Hallo Frau Schweitzer,
ich bin nur “per Zufall” hier auf der Seite gelandet, und habe mich vor allem “festgelesen” weil, ich a) seit gut anderthalb Jahren hier in New York wohne und b) heute einer meiner Kollegen eine Rundmail verteilt hat mit einem von ihm geschriebenem Artikel zum Thema ob die “Anonymität” im Internet zu eher “rohen Verhaltensweisen” beiträgt, und wie dem begegnet werden kann (siehe http://www.scientificblogging.com/your_brain_us_neuroscience_social_interactions/blog/great_village_sky_promise_and_perils_altruism_internet [ich hoffe, der Link bleibt drin...]).
Zu a) sollten Sie mal Lust auf einen Kaffee (ob nun Latte Americano oder was anderes) haben, meine Email Adresse haben Sie ja jetzt und zu b), nein, ich nehme mir nicht heraus, zu behaupten, Ihre Aktion (zur Wahrung Ihres geistigen Eigentums) wäre auch Ausdruck der Internet-Anonymität, aber ich dachte mir, dass es Sie vielleicht trotzdem von der Thematik her interessiert, weil hier ja doch eine ganze Menge z.T. auch nicht “sehr nette” Kommentare geschrieben worden sind…
LG aus Harlem,
/jochen
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Danke! Ich melde mich, sobald ich den Bloomberg-Fallout bewältigt habe. So anonym sind Sie übrigens gar nicht, ich habe nicht nur Ihre email, sondern auch Ihre I.P. address.
Bloggen ist eh bald tot. In 10 jahren wird man sich fragen, was die Leute damals bloß daran gefunden haben. 99 % der Blogs sind stinklangweilig, überflüssig und dienen einzig zur Vermüllung des Internet mit dem stilschwachen und inhaltsarmen Geschwafel von Nicht-Schreiben-Könnern.
Ich finde meine Artikel auch regelmäßig in voller Länge in zahlreichen Blogs wieder. Ich verklage die dann zwar nicht, weil mir das zu viel Aufwand ist, bin aber schon etwas genervt, weil fragen könnte man schon. Trotzdem verstehe ich, dass man seine langweiligen Blog irgendwie aufwerten will, wenn man es nicht selbst schafft, dann eben mit fremden Inhalten. Mal sehen, wie lange noch.
Wenn ich für einen Artikel recherchiere (und ich meine jetzt damit nicht nur mal eben was zusammengoogle) und anschließend einen Abnehmer dafür finde, der für den Content zahlt, dann hat er mir meine Arbeitsleistung vergütet.
Wenn ich für ein Thema recherchiere und mir der Artikel (warum auch immer) nicht abgenommen wird, dann stelle ich ihn gerne zur freien Weiterverwendung (unter Angabe der Quelle) zur Verfügung.
Online-Magazine oder Zeitungen, die mich beauftragen, zahlen für den Content, weil er ihnen etwas wert ist - weil er nämlich letztlich dazu führt, die Aufmerksamkeit für ihr Produkt zu erhöhen.
Nicht anders ist das prinzipiell bei Bloggern. Denn letztlich ist ihre “Währung” auch nur Aufmerksamkeit - und damit ist ihr “Geschäftsmodell” eben gar nicht so weit weg von dem der klassischen Medien.
Darum finde ich die Argumentation von Frau Schweitzer auch absolut nachvollziehbar: Wer seinen Traffic damit generiert, Inhalte im Netz aufzustöbern, zu zitieren, zu kommentieren und weiterzuentwickeln (!) hat meine uneingeschränkte Sympathie. Wer aber nur, wie von Frau Schweitzer hier angeführt, “fremden” Content (nämlich Content, in dem fremde Arbeitsleistung steckt) kopiert, um damit seinen Traffic zu erhöhen, ist kein Robin Hood, sondern ein Plagiator.
“Ein Caffé Americano ist ein Espresso mit heißem Wasser. Ein Latte Americano ist ein Espresso mit heißen Wasser und Milch, daher heißt es Latte. Ein deutscher Besserwisser kann zu Wikipedia verlinken, aber nicht den Hintern hochlupfen und in ein New Yorker Café gehen.”
Liebe Frau Schweitzer,
ich lebe seit sechs Jahren in Brooklyn. Ein solches Getränk ist mir noch nie unter die Augen gekommen. Seien sie mal nicht so arrogant.
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Wenn Sie in Brooklyn leben, warum haben Sie dann eine Berliner IP Adresse?
Der BloggerTornado scheint vorbei zu sein; Aufmerksamkeit schon wieder bei anderen Zielen.
“Oh, BlogVolk, steh’ auf und BlogSturm brich los!”, sagte so nicht ein anderer, recht begabter Demagoge?
Mir kommt das oft vor, als wär’ man im Wilden Westen:
Erst schießen, dann fragen (falls überhaupt).
“Das Gesetz bin ich”, jawoll!
Und das haben wir immer so gemacht!
Die eigentlichen Argumente werden nicht zur Kenntnis genommen (die Welt ist doch irgendwie _zu_ schwierig).
Tak for det
og hilsen.
Die meisten Blogger sind Eunuchen. Wissen genau wie es geht, können es jedoch selbst nicht.
Deswegen bestehen die meisten Blogs aus pösen Fingerzeigs auf Leute, die in der Nahrungskette über den Blogger stehen. Die eigene Leistung besteht im negativen Kommentieren der echten Leistung anderer Leute. Sich aufwerten in dem man andere abwertet. Das ist des Bloggers Welt. Wenn es nicht mal dazu reicht, reicht es wenigstens noch zu einer Verlinkungsorgie.
Schöpft ein richtiger Schöpfer ab, stöhnt die Blogszene im kollektiven Orgasmus. Denn vor allem dadurch wird man sich dort der eigenen zerebralen Impotenz bewusst. Ich hätte mir gewünscht, dass Frau Schweitzer weiterhin ihre Forderung fordert und auch erstreitet. Das wäre mal ein starkes Signal. Zum einen an die eigene Geldbörse. Zum andern an die Blogger.
Eigendlich ist nur eine Stelle im Text interessant.
“Die Kosten für eine Abmahnung sind nicht deshalb so hoch, weil ich mir damit goldene Wasserhähne legen lasse, sondern weil davon die Schleppnetzfahnung und der Anwalt bezahlt werden. Und meine Wohnung in New York, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich dort keine Artikel schreiben, aus denen Blogger anschließend abpinnen können.”
Also die Abmahnungen finanzieren die Wohnung in New York.
Und nur diese Wohnung versetzt einen in die Lage etwas über New York zu schreiben? Ohne Wohnung geht das nicht?
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Na, Sie können ja mal vesuchen, ein Zelt unter der Brooklyn Bridge aufzuschlagen. Aber als Ausländer wird man da relativ bald aufgegriffen und abgeschoben.
Wäre es nich fair bei dem Filmtitel “Empire Strikes Back” auch den Urheber, nämlich Georg Lucas zu nennen?
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Bei klassischen Zitaten macht man das nicht, wenn man davon ausgeht, das weiß wirklich jeder. Sie wussten es ja auch.
Jeder sollte sich darüber bewusst sein, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Was sich einige Blogger herausnehmen ist eine absolute Frechheit.
Der Idee des Graswurzel-Journalismus wird nicht entsprochen, wenn man Artikel und Meinungen kopiert.
Jeder sollte sich doch eine eigene Meinung bilden können. Gerade wenn hier von Einigen diese sogenannten Idealisten in Schutz genommen werden, die sich die Rosinen des Netzes herauspicken um ihren Namen damit zu schmücken. Wacht auf, macht Euch Eure eigenen Gedanken! Ich wäre auch angefressen, wenn meine Artikel an verschiedenen Stellen erscheinen. Es steckt eine Heidenarbeit hinter den Texten. Eigene Gedanken, erarbeitete Meinungen, lange Gespräche, eine Vielzahl an Abwägungen. Diesen Denkprozess sollte aber jeder selbst erleben und nicht denken: “Och klingt gut, das könnte auch von mir sein.” Eben nicht. Wissenschaftliche Arbeiten, werden auch nicht gut, wenn sie lediglich auf Zitate zurückgreifen. Es wird nichts Neues gedacht, wenn Bestehendes (das Internet ist schnelllebig) immer wieder (ja) verwurstet wird. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg Frau Schweitzer und der Blogosphäre eine Besinnung auf den Begriff “_Neue_ Medien”.
interessant: hier werden für ein paar Tage intensiv Ratschläge, Befindlichkeiten und Meinungen ausgeteilt. Wie kommt es jedoch, dass anscheinend so viele Menschen mit Bestehendem unzufrieden sind, niemand aber nichts ändert? Die aktive Unzufriedenheit versandet im Ping-Pong-Spiel (und vielleicht mit einer Mitgliedskarte von greenpeace in der Tasche). Wie können “wir” die Energien bündeln, um sachlich gesellschaftliche und politische Änderungen durchzusetzen? “Vom Wort zur Tat”, wie es zum Beispiel hier oben rechts auf der Site der taz steht. Oder geht folgenschweres Engagement erst, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen? Mich dünkt, zur Zeit Rudi Dutschkes war das nicht so ein Problem. Oder?